Ehepaar auf Abwegen, 53. Teil

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Ehepaar auf Abwegen, 53. Teil
Heute (Mittwoch, 22. November 2023)
… Ras al-Khaimah ist ein kleíner Staat am Horn der arabischen Halbinsel, der wie alle dortigen Emirate sein Leben der Wüste abtrotzt. Er hat sich erst spät einer wirtschaftlichen Entwicklung geöffnet, aber bereits der Váter des heutigen Emirs hat diese intensiv vorangetrieben und sein Sohn setzt diesen Kurs fort. Die Hauptstadt gleichen Namens wächst rasant, es wird mächtig viel gebaut. Alte Bausubstanz wie bei uns findet man dort nur selten. Während öffentliche Gebäude und Hotels das Stadtbild beherrschen, bestehen die Wohnhäuser meist nur aus dem Erdgeschoß, manche haben maximal ein Stockwerk darüber. Wie vermögend ein Hausbesitzer ist, zeigt sich an der Fläche, die sein Grundstück und sein Haus belegen. Platz zur Ausdehnung der Stadt ist genügend vorhanden, man muss eben für Bewässerung sorgen.
… Unsere Freunde, Sheik Faris Abt el-Mansur und Aisha al Rashwani leben mit ihren vier Kiindern in einem villenartigen Haus auf einem großen Grundstück, das, wie dort durchaus üblich, von einer über zwei Meter hohen Mauer umgeben ist. Von außen wirkt die Anlage unscheinbar, aber wenn sich die metallenen Schiebetore öffnen, geben sie den Blick auf eine prachtvolle Gartenlandschaft frei, in deren Mitte das Wohnhaus steht. Es ist zwar ebenerdig, belegt aber eine enorme Fläche. Die Familie bewohnt elf Zimmer, jedes Kijnd hat ein eigenes und zu zweien teilen sie sich ein Bad. Die Küche liegt in der Mitte wie eine zentrale Schaltstelle.
… Das gesamte Haus ist unterkellert. Im Untergeschoß vorne, an der Einfahrt, liegen die Garagen. Sie bieten Platz für vier bis fünf Autos. Daran schließen sich Vorratsräume, ein Fitnessraum und zwei Spielzimmer an.
… Das ganze Gebäude verfügt über zwei große, begehbare Innenhöfe, damit alle Räumlichkeiten, die nach innen ausgerichtet sind, genügend Licht erhalten. Im Erdgeschoß sind das auch drei große Gästezimmer, jedes mit einem eigenen Bad, und unten reihen sich etwa zehn Personalzimmer aneinander, die relativ klein sind.
… Aisha und Faris leisten sich ein standesgemäßes Hauspersonal, das wissen wir seit unserem ersten Besuch im Jahr 2014, bei dem sie uns ihr Haus zeigten und ihre Lebensumstände erklärten. Sandra und ich sind dabei in eine völlig neue Welt eingetaucht. Unsere Gastgeber waren so offen, uns in ihr Privatleben zu lassen, und wir haben bei ihren Gegenbesuchen natürlich dasselbe gemacht. Daraus ist eine wirklich gute Freundschaft geworden.
… Mittlerweile sind nicht mehr alle Personalzimmer besetzt, denn ein Gutteil des Personals, wie die Sicherheitsleute oder der Gärtner, haben ihre eigenen Familien. Jetzt wohnen nur noch zwei Hausmädchen, die Köchin und der Fahrer im Haus. Und die Zofe, die Aisha zur Hochzeit von ihren Eltern mitgegeben wurde. Sie ist auch als Aufpasserin und Informantin gedacht gewesen, wobei sie das schon lange nicht mehr ist. Eigentlich ist sie so etwas wie Aishas Vertraute und ihre Verbindung zu ihrer Familie.
… Während ich das hier ins Notebook tippe, sitze ich in Faris‘ Arbeitszimmer. Das ist ein kleiner, gemütlich eingerichteter Raum direkt neben seinem Schlafzimmer. Nur wenige Personen dürfen hier herein und ich empfinde es als Ehre, dass er mir erlaubt hat, hier zu arbeiten.
… Ich muss beim Wort ‚Schlafzimmer‘ leicht schmunzeln. Es ist nämlich so, dass Aisha und Faris von Anfang an, bereits ab der Hochzeit getrennte Schlafzimmer hatten. Natürlich hat er sie in der Hochzeitsnacht entjungfert, ist aber, als sie eingeschlafen war, in sein eigenes Zimmer zurückgegangen. Sandra und ich haben uns ungläubig angeschaut, als er uns das vor Jahren erzählt hat. Aber scheinbar ist das hier normal für ein Ehepaar in der gehobenen sozialen Schicht. Faris hat es Aishas Zofe immer rechtzeitig wissen lassen, wenn er mit seiner Frau schlafen wollte. Meist kam er dann zu ihr. Sie hatten viel und guten Sex, aber nie kam er, wenn sie ihre Tage hatte, und relativ selten während ihrer Schwangerschaften. Faris war da ein Gefangener seiner Kultur, seines Brauchtums und der Vorgaben seiner gesellschaftlichen Klasse, etwas, das er bis heute nicht ganz ablegen hat können.
… Erst bei ihrem ersten gemeinsamen Besuch bei uns in Deutschland, als sie in unserem Haus wohnten, bekamen sie mit, wie wohl Sandra und ich uns fühlten, wenn wir uns des Nachts eng aneinander kuschelten. Zunächst hatten sie auf ihren Wunsch zwei getrennte Zimmer erhalten, aber dann probierten sie aus, was sie bei uns sahen. Sie machten selbst die Erfahrung, wie unglaublich schön es ist, als liebendes Ehepaar gemeinsam einzuschlafen und gemeinsam aufzuwachen, auch wenn man nicht unbedingt Sex hat, und wenn man will, auch vollkommen spontan ohne große Vorbereitung zu vögeln, egal, ob Periode oder nicht. Das hat ihr nächtliches Eheleben grundlegend geändert.
… Zurück in ihrem Haus, erkor Faris das Schlafzimmer seiner Frau zu ihrem gemeinsamen. Seines benutzt er nur noch, wenn sie über Nacht nicht zu Hause ist, was nur selten vorkommt. Sie ist dann auf Besuch bei ihren Eltern. Die neuen Schlafgewohnheiten der Herrschaft erzeugten Stirnrunzeln beim Personal, sie entsprachen ja nicht den Sitten des Landes. Aber es gewöhnte sich daran und irgendwann war das kein Thema mehr im Haus. Beide, Aisha und Faris, sind immer noch sehr glücklich, dass sie diesen Weg zu freierem ehelichen Beisammensein und Sex ausprobiert haben, besonders Aisha.
… Vielleicht muss ich an dieser Stelle hinzufügen, dass Aisha und Faris eine für arabische Verhältnisse nicht typische Ehe führen. Sie mimen zwar nach außen meist die übliche patriarchalische Beziehung, aber in der Familie agieren sie als nahezu gleichberechtigte Partner. Und sie haben auch ihre vier Kjnder eher nach westlicher Prägung erzogen. Faris lässt seiner Frau den Freiraum, den sie benötigt, um ihr Leben gestalten zu können. Das hat ihm auch schon Kopfschütteln und früher sogar Ärger eingebracht, wenn ihm seine Eltern und Schwiegereltern Vorhaltungen machten, aber er wies solche Einmischungen stets zurück. Denn noch etwas zeichnet Aishas und Faris‘ Ehe aus: Sie haben gelernt, einander zu lieben, und zwar intensiv und stark.
… Wie Millionen andere ist auch ihre Ehe arrangiert worden. Die beiden waren Teil eines Geschäfts zwischen Faris‘ Váter und Onkel sowie dem Scheich des Beduinenstammes, dessen Tocchter Aisha ist. Das war, als Faris fünfzehn und Aisha zehn Jáhre ált waren. Da hatten sie einander kennengelernt, aber das war ohne Wirkung auf sie geblieben. Auch bei mehreren Treffen danach war kein zündender Funke übergesprungen, wie sollte er auch, er war ein junger Mann und sie noch ein Teenager.
… Faris‘ Váter hatte für seinen Sohn eine Karriere mit internationalen Wirtschaftsbeziehungen vorgesehen und fern lag es diesem, dagegen zu opponieren. Aufgrund der Nähe der Familie zu der des Emirs, sie sind miteinander verwandt, war ihm eine große Zukunft vorhergesagt worden. Faris absolvierte sein Abitur mit hervorragendem Erfolg und sein Váter schickte ihn nach Deutschland zum Studium. Für ihn waren die USA und Deutschland damals die beiden wesentlichen Wirtschaftsmächte der Welt. Bereits während des Gymnasiums hatte er seinen Sohn gezwungen, zusätzliche Englischstunden zu nehmen, und bevor dieser nun nach Deutschland ging, in einen Deutsch-Intensivkurs geschickt.
… Die Zeit seines fünfjährigen Studiums in Köln hat Faris geschickt genutzt. Sein Deutsch wurde fließend und fehlerfrei, nur ein leichter Akzent lässt seine Herkunft noch erkennen. Er war ein eifriger Student der Wirtschaftswissenschaften, es war ihm klar, dass er sich in einem gehobenen Beruf würde behaupten müssen, und er besuchte regelmäßig den islamischen Kulturverein und dessen Gebetsraum, denn es war ihm auch klar, dass sein Váter ihn zeitweise überwachen und sich Bericht erstatten ließ.
… Ja, und er hat sich vermutlich durch die halbe Universität gefickt. Die Mädchen flogen auf ihn, er hatte nie Mangel. Einerseits ist Faris immer schon ein außergewöhnlich attraktiver Mann gewesen, mit seinem sonnengebräunten Teint und seinem kurzgeschorenen Backenbart verströmt er einen arabischen Charme und ist ein Hingucker für die Frauenwelt. Außerdem zog sein Geld viele junge Studentinnen magnetisch an. Sein Váter und der Emir hatten ihn mit so viel davon ausgestattet, dass er damit um sich werfen konnte. Zunächst war er ja noch völlig unerfahren, aber innerhalb kürzester Zeit eignete er sich eine große sexuelle Erfahrung an und in den späteren Semestern war es diese dann, die ihm den Weg zu immer neuen Spielgefährtinnen ebnete.
… Als Faris uns das vor vielen Jahren erzählt hat, seine Frau eng in seinem Arm haltend, die nachsichtig dazu lächelte, hat er hinzugefügt, dass er im Nachhinein nicht stolz sei auf dieses Leben. „Eigentlich habe ich euch in Deutschland ziemlich verachtet. Diese Promiskuität der jungen deutschen Frauen hat mich letztendlich doch angewidert.“
… „Naja“, habe ich geantwortet, „das ist vielleicht etwas hart. Unsere Kultur ist da anders als eure. Solange diese Frauen nicht in einer festen Beziehung sind, spricht nichts dagegen, wenn sie sich austoben. Aber es stimmt, denn wenn sie es vordergründig auf dein Geld abgesehen hatten und nur deshalb mit dir ins Bett stiegen, klingt das ein wenig nach Prostitution.“
… „Eben das meine ich“, hat Faris geantwortet, „ich hätte genauso gut zu Nutten gehen können. Das wäre fast ehrlicher gewesen. Und was ich dabei gar nicht kapiert habe und vermutlich auch nicht verstehen hätte können, war, dass zu Hause eine Braut auf mich wartete, eine ganz tolle Frau, die herangewachsen war.“
… Da hat sich nun Aisha eingeschaltet: „Jetzt bist du aber zu streng mit dir selbst. Das hast du ja nicht wissen können, ich war für dich ein unbekanntes Wesen, wir haben uns doch kaum gekannt. Und ehrlich gesagt, deine große Erfahrung im Bett hat mir Spaß bereitet.“
… Während Faris in Köln weilte, wurde Aisha, wie in ihrer Gesellschaftsschicht üblich, auf ihre Ehe vorbereitet. Nachdem sie mit siebzehn die höhere Mädchenschúle in Ras al-Khaimah absolviert hatte, hätte sie gerne eine Berufsausbildung gemacht. Ärztin oder Krankenschwester hätte ihr vorgeschwebt.
… „Aber das war für mich leider völlig außer Reichweite.“ Fast bedauernd hat Aisha das zu uns gesagt. „Mein Leben war vorbestimmt und da durfte ich nicht abweichen. Ich sollte nur zwei Aufgaben erfüllen, Kijnder bekommen und an Faris‘ Seite repräsentieren. Dazu musste ich mein Englisch perfektionieren und mein Váter schickte mich zu Verwandten und anderen Mitgliedern unseres Stammes, die nach Amerika ausgewandert waren. Anderthalb Jahre habe ich dort gelebt und wurde in eine exklusive Sprachschule eingeschrieben.“
… „Das war auch sehr erfolgreich“, habe ich bestätigt, „dein Englisch ist auf höchstem Niveau, Aisha.“
… „Danke, Marco“, hat Aisha geantwortet, „dafür ist mein Deutsch irgendwie steckengeblieben.“ Das hat damals zwar gestimmt, aber seit Aisha uns kennt, arbeitet sie daran, sie kann nämlich sehr ehrgeizig sein.
… Und dann hat Aisha noch etwas erzählt, dass Sandra und ich vollkommen überrascht zur Kenntnis genommen haben.
… „Es ist bei uns nicht unüblich, dass eine erfahrene Frau die junge Braut darauf vorbereitet, was sie beim ehelichen Sex erwartet“, hat sie uns berichtet, „ihr dürft nicht vergessen, dass es bei uns keinen Aufklärungsunterricht gibt, auch nicht in Ansätzen. Jetzt mit dem Internet gibt es mehr Informationsmöglichkeiten, aber viele arabische Staaten sperren entsprechende Seiten. Selbstverständlich sollte ich als Braut jungfräulich in die Ehe gehen, also musste ich lernen, was ich tun muss, um meinem Mann zu gefallen. Das hat meine Amme übernommen. Und die war vollkommen entsetzt, als ich sie gefragt habe, was denn umgekehrt der Mann tut, um mir zu gefallen.“
… Aisha hat bei der Erinnerung daran gelacht, aber ihr Mann ebenso: „Aisha hat mir diese Begebenheit bereits einige Tage nach unserer Hochzeit erzählt und ich fand das wirklich lustig“, hat er uns sein Lachen erklärt, „schließlich habe ich in Deutschland doch einiges zum Thema Gleichberechtigung gelernt, auch wenn wir das in Ras al-Khaimah zumindest nach außen nicht so leben können.“
… „Wow“, habe ich beeindruckt reagiert, „du hast dich getraut, deinem Mann zu erzählen, wie du die Amme entsetzt hast?“
… „Ja, Marco. Ich war seit meiner Jugend immer schon ein wenig unbotmäßig und habe mich manchmal gegen allzu große Einengung aufgelehnt. Und in Amerika habe ich gelernt, was weibliche Emanzipation bedeutet. Wieder zu Hause war ich natürlich vorsichtig, aber bei Faris habe ich keine Bedenken gehabt, er hat sich so ganz anders verhalten als von meiner Amme vorgewarnt. Ich habe schnell festgestellt, dass er ähnlich denkt wie ich. Und er war beim Sex kein Macho, er war relativ zärtlich, hat immer wieder gefragt, wie ich mich fühle, hat Rücksicht auf mich genommen. Und es war gar nicht so, wie meine Amme das sagte, nein, meine Entjungferung war wunderschön und das war der Moment, wo ich mich in meinen Mann verliebt habe.“ Ihre Augen sind feucht geworden und ganz still ist sie gewesen, bis Sandra zu ihr gegangen ist und sie in ihre Arme genommen hat.
… „Das ist doch großartig“, hat meine empathische Frau gesagt, „aus einer arrangierten Ehe wird Liebe.“
… „Ja, das kann man so sagen“, hat Faris dazugesteuert, „bei mir hat es ein paar Tage länger gedauert. Aber dann hat’s gefunkt. Ich habe gespürt, wie Aisha alle Register gezogen hat, um mir zu gefallen. Und ich habe gespürt, dass sie mich zu lieben begonnen hat, mich als Person, nicht wegen meines Geldes oder meiner Erfahrung oder meines Aussehens, so wie die deutschen Mädchen. Und da habe ich plötzlich gewusst: Aisha und ich gehören zusammen, unsere Eltern haben Recht gehabt, obwohl sie nicht ahnen hatten können, welche Liebe wir füreinander entwickeln würden.“
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… Es ist jetzt knapp zehn Uhr morgens hiesiger Zeit und ich denke über das nach, was ich eben eingetippt habe. Das Gespräch hat vor acht Jahren, im Mai 2015, stattgefunden, und für Sandra und mich war es ziemlich neu gewesen, mit welchen ganz anderen Sorgen und Nöten sich Ehepaare in anderen Kulturkreisen herumschlagen müssen. Irgendwie schienen Aisha und Faris erleichtert gewesen zu sein, dass sie uns gehabt haben, denen sie das alles sagen konnten.
… Im Jahr 1994 hatten sie geheiratet, sie sind also zwanzig Jahre zusammen gewesen, als sie uns getroffen haben. In diesen Jahren ist ihre Liebe weiter gewachsen, der auch zwei Fehlgeburten nichts anhaben konnten. Dann aber haben sie vier Kiinder gezeugt, wunderbare Kjinder, wir kennen sie alle vier.
… Baran, ihr Ältester, ist jetzt 26 Jahre und ausgebildeter Jurist. Fast zwei Jahre ist er unser Gast gewesen, als er an unserer Universität studiert hat.
… Hannah, ihre ältere Tóchter, hat gerade ihren 24. Geburtstag gefeiert. Sie hat in den USA eine dreijährige Ausbildung zur Krankenschwester gemacht, ist aber dann zurückgekommen und arbeitet in Ras al-Khaimah in einem Krankenhaus.
… Samad, der jüngere Sohn, hat vor zwei Jahren ein Studium am hiesigen Medizinischen Kolleg aufgenommen. Er ist einundzwanzig und will Chirurg werden. Ich überlege im Moment, wie ich ihn am besten mit Burkhart Millstedt zusammenbringen kann.
… Mayla, ihre Jüngste, ist gerade achtzehn gewesen. Sie ist zwei Monate älter als unsere Sophia und arbeitet nach ihrem Schulabschluss ein Jahr freiwillig im Krankenhaus. Sie will im nächsten Jahr nach Deutschland kommen und dort ein Wirtschaftsstudium beginnen. Aus Sandras und meiner Perspektive werden wir herzlich gern ihre Gastgeber sein, aber für Faris wird das natürlich wieder eine gewisse Überwindung kosten.
… Wie gesagt, es sind wundervolle Kiinder, die Aisha und Faris herangebildet haben, und mir ist klar, dass das hauptsächliche Verdienst dafür bei Aisha liegt. Vor allem imponiert mir, wie die beiden Töchter ihr Leben in eigene Hände nehmen wollen, das trägt eindeutig Aishas Handschrift. Aber seit der Diskussion nach meinem Vortrag weiß ich, dass es diesbezüglich ohnedies gärt im Emirat.
… Aishas und Faris‘ eheliches Sexleben ist immer sehr gut gewesen und hat sich später, nachdem sie nur noch ein gemeinsames Schlafzimmer bewohnten, nochmals gesteigert. Aber auch davor blieb Faris geduldig, zärtlich und vor allem eines, er war monogam. Er liebte seine Frau so sehr, dass er gar nicht auf Idee kam, sich weitere Frauen zu suchen, was ihm laut Gesetz gestattet wäre, bis zu drei zusätzliche könnte er sich nehmen. Und er hatte auch kein Interesse an Seitensprüngen oder Affären, obwohl er genug Möglichkeiten dazu gehabt hätte, besonders auf seinen zahlreichen Auslandsreisen, wenn seine Frau ihn nicht begleiten konnte. Aufgrund seines Aussehens hat er sich manchmal kaum der Frauen erwehren können, die ihn anzubaggern versucht haben.
… Aisha dankte es ihm mit ihrer Liebe und ihrer Hingabe. Sie hatte schnell gemerkt, dass die Belehrungen ihrer Amme im speziellen Fall mit Faris nur wenig brauchbar waren, und sie lernte am lebenden Objekt. Alles war sie bereit für ihn zu tun und das hatte sie ihm auch mehrfach gesagt. Aber gleichzeitig nutzte sie den Freiraum, den ihr Mann ihr ließ, und sie begann, sich zu emanzipieren, aber sie tat das behutsam ohne zu schnell vorzupreschen. Ihr war nur zu sehr bewusst, wie in seinem Inneren zwei Welten miteinander kämpften, eine traditionelle orientalische mit einer modernen westlichen. Sachte fing sie an, ihn zu lenken, auch bei ihrem ehelichen Sex.
… Er ahnte das, ohne sich wirklich bewusst darüber klar zu werden. Aber er liebte sie viel zu sehr, um irgendetwas dagegen zu unternehmen, und er wollte das auch gar nicht.
… Aisha lernte, ihre Wünsche im Bett zu formulieren und ihren Mann zu ermutigen, beim Sex zu experimentieren. Und sie brachte ihn auch dazu, sie etwas härter ranzunehmen, wenn sie das wollte, nicht nur sanft und zärtlich.
… Er kannte diesen Wunsch von seinen deutschen Geliebten, aber zunächst war er unschlüssig, denn er wollte ihr keinesfalls weh tun. Aber schließlich hat Aisha ihren Mann dann doch so weit gebracht.
… Als wir Aisha und Faris kennenlernten, waren ihre Kjinder bereits zwischen neun und siebzehn Jahren ált und sie blickten auf ein liebevolles Ehe- und spannendes und erfülltes Sexleben zurück. Sozusagen das Sahnehäubchen war dann noch, dass sie seit ihrem Besuch bei uns ein gemeinsames Schlafzimmer bewohnen.
… Aber davor gab es ein Ereignis, durch welches ihre so innige Beziehung einen empfindlichen Knacks bekommen hätte können. Die erste und einzige Frau, bei der Faris wirklich schwach geworden wäre und seine Aisha möglicherweise betrogen hätte, ist ausgerechnet Sandra gewesen. Als die beiden beim Abendessen saßen, nachdem sie sich während seines ersten Besuchs bei Waldenfels, kennengelernt hatten, waren sie derart fasziniert voneinander, dass sie beide schwer um ihre Hemmschwellen kämpfen mussten. Und die haben erst gewonnen, als Paula Waldenfels erschien, die sich dummerweise verspätet hatte.
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… Hier im Arbeitszimmer werde ich den ganzen Vormittag über nahezu allein sein. Zuerst habe ich eine Reihe von beruflichen Mails geschrieben, vor allem im Hinblick auf meine nächsten Vorträge. Außerdem sind einige neuen Analysen in meinem Postkorb gewesen, zusammengefasst und an mich verteilt von Bettina, meiner Assistentin, die gerade unseren Neuling, einen jungen Studenten, einarbeitet.
… Niemand wird mich stören, außer dem Hausmädchen, das alle halben Stunden nachfragt, ob ich etwas benötige, und außer vielleicht meiner kleínen Enkeltóchter Marlene, die neben meinem Stuhl in ihrem Tragekorb liegt und, im Moment zumindest, friedlich schläft. Sie ist ein absolut goldiges Geschöpf und unsere gesamte Großfamilie ist vollkommen vernarrt in sie. Mit ihren vier Monaten kommuniziert sie schon recht viel mit ihrer Umwelt und Aishas gesamtes Personal hat Marlene bereits ins Herz geschlossen.
… Als wir das erste Mal zu Gast in diesem Hause gewesen sind, waren die Angestellten sehr überrascht, zu erleben, wie ich mich um unsere Kiinder kümmere und mich in deren Betreuung einbringe. Es ist für hiesige Verhältnisse fast undenkbar, dass ein Mann, noch dazu einer in einer hohen Stellung wie Faris, irgendetwas in dieser Hinsicht tut. Aber mittlerweile haben sich alle im Haus daran gewöhnt.
… Báby Marlene hat eine Schlüsselrolle bei unserer Reiseplanung gespielt. Die Frage ist gewesen, ob wir sie mitnehmen können. Valentina und natürlich auch Sandra wollten das auf alle Fälle, aber mir schien das keine gute Idee zu sein. Es gibt allerhand Schauergeschichten von weißen Bábys, die im Nahen Osten verschwinden.
… Deshalb haben wir eine ausführliche Skype-Konferenz mit Aisha und Faris geführt, kurz bevor wir unseren Sommerurlaub in Kärnten angetreten haben. Zu unserer Überraschung haben unsere Freunde uns gebeten, Marlene unbedingt mitzubringen. Ihr Sohn Baran habe ihnen Fotos gezeigt und sie wollten das süße Mädchen kennenlernen.
… Daraufhin habe ich meine Befürchtungen geäußert und Faris hat schallend gelacht. „Was für ein Schauermärchen“, hat er gemeint, „Kjndesentführungen gibt es in allen Ländern, auch bei euch. Aber wenn es dich beruhigt, mein Lieber, werde ich zusätzlich zu unserem Sicherheitsdienst Polizeischutz anfordern.“
… Das hat meine Besorgnis zwar nicht zerstreut, aber doch etwas verringert und ich habe zugestimmt, dass wir Marlene mitnehmen.
… Faris hat danach noch etwas auf dem Herzen gehabt und sein Wort an Valentina gerichtet: „Ich habe mitbekommen, dass ihr wieder miteinander kommuniziert, du und Baran. Aisha und ich haben mit deinen Eltern, als sie vor Ostern hier waren, ausführlich über eure Beziehung gesprochen. Vielleicht hast du davon gehört. Ich habe bei einigen Dingen falsch gelegen und das tut mir leid. Ich habe immer gedacht, mein Sohn hat eurer Familie etwas angetan, unseren Freunden, die wir außerordentlich schätzen, und dich mitverantwortlich dafür gemacht. Aber das war natürlich Unsinn, da habe ich mich verrannt. Deine Eltern und meine unvergleichliche Frau haben das natürlich gewusst. Aisha ist viel besser in solchen Dingen als ich.“
… Wir haben seine Frau, die neben ihm saß, lächeln gesehen. Sie hat ihren Arm um seine Schultern gelegt und ihm einen Kuss auf die Wange gegeben. Wir wissen mittlerweile, dass solche Liebesbezeugungen vor anderen Personen im arabischen Raum sehr unüblich sind, aber ich habe schon gesagt, dass Aisha und Faris uns an ihrem privaten Leben teilhaben lassen.
… „Yes, Sir,“ hat Valentina geantwortet, „wir chatten seit Ostern wieder und ganz ehrlich, wir haben immer noch tiefe Gefühle füreinander. Ich weiß noch nicht, wie ich damit umgehen kann. Ich habe schließlich ein Kjnd von einem anderen Mann bekommen.“
… „Darf ich eine sehr persönliche Frage stellen, Valentina? Deine Tóchter kann nicht von Baran sein, richtig?“
… „Yes, Sir. Baran ist nicht der Váter. Leider. Leider, denn ich liebe Baran sehr.“
… „Das habe ich mir natürlich denken können, aber ich wollte ganz sichergehen. Ja, es ist schade. Damit hätten wir ein Problem weniger gehabt.“
… Jetzt bin ich hellhörig geworden. „Das verstehe ich nicht, Faris. Was heißt, ‚ein Problem weniger‘? Wobei?“
… Aisha hat jetzt das weitere Gespräch übernommen. Sie hat ihrem Mann die Wange gestreichelt, eine sehr zärtliche Geste. Beides war nur aufgrund unserer Vertrautheit denkbar, gegenüber anderen hätte sie ihren Mann damit desavouiert.
… „Ich muss ein wenig ausholen, meine Lieben“, hat sie nun gesagt, „seit Baran von euch zurück ist, hat er Liebeskummer. Alle Versuche, ihn mit passenden jungen Frauen zusammenzubringen, sind gescheitert.“
… „Das weiß ich“, meldete sich Valentina, „und meine Eltern haben das von mir erfahren.“
… Aisha hat in die Kamera gelächelt: „Auch das ist uns bekannt. Wir haben ein gutes Verhältnis mit unserem Sohn. Er liebt dich auch sehr, Valentina, und wir sind geneigt, eurer Liebe zuzustimmen. Was Faris gemeint hat, wenn dein Kiind von Baran wäre, würde es deutlich einfacher sein, die Zustimmung des Emirs zu eurer Heirat zu bekommen, denn die würden wir unbedingt benötigen.“
… „Wer spricht denn hier von Heirat?“, habe ich reichlich konsterniert eingewandt.
… „Mein lieber Marco“, hat Aisha geantwortet, „du weißt, wie sehr wir euch schätzen und dass wir alles für euch tun, was in unserer Macht steht. Und in diesem Fall natürlich auch für unseren Sohn. Valentina, meine Liebe, bitte nimm zur Kenntnis, dass du mit Baran nur zusammen sein kannst, falls du das überhaupt willst, wenn ihr verheiratet seid. Es geht einfach nicht anders.“
… „Frankly spoken, Ma’m, I can imagine that.” Valentina hat sehr höflich und formell geantwortet.
… Aisha hat wieder ihr Lächeln aufgesetzt: „Das ist schön, Valentina. Baran hat sich ähnlich geäußert. Faris und ich haben lange mit ihm gesprochen. Er würde sogar akzeptieren, dass das erste Kjnd in seiner künftigen Familie nicht von ihm ist. Das ist ein sehr weitreichendes Zugeständnis, uns hat das überrascht, naja, Faris vor allem. Aber dadurch wird die Zustimmung des Emirs etwas schwerer zu erlangen sein.“
… Niemals hätte ich gedacht, dass für Aisha und Faris, nein vor allem für Faris, eine Hochzeit zwischen Valentina und Baran überhaupt in Frage kommt. Deshalb kam Aishas Information vollkommen überraschend. Das Gespräch hat damit eine delikate Wendung genommen und oberstes Ziel musste es jetzt sein, niemanden durch Zurückweisung zu verletzen. Deshalb habe ich meiner empathischen Ehefrau das Feld überlassen.
… „Wir verstehen die nicht ganz einfache Situation bei euch und sind gerührt, wie ihr damit umgehen wollt. Das zeigt, wie sehr ihr uns schätzt, und das bringt uns etwas in Verlegenheit. Aber ihr sollt wissen, dass wir über Statistiken verfügen, die einer Ehe zwischen unseren beiden Kulturkreisen keine besonders hohe Überlebenschance einräumen. Sie enden meist spätestens nach fünf bis zehn Jahren und Streitigkeiten über den Aufenthalt der gemeinsamen Kjnder sind die Folge. Und bitte, versteht uns nicht falsch. Euer Sohn ist uns als Schwiegersohn natürlich sehr willkommen, aber ihr wisst ja selber, dass niemand sein soziokulturelles Umfeld so einfach abstreifen kann.“
… Jetzt hat sich Faris eingeschaltet: „Du sprichst vom Kulturkreis, Sandra. Ist es unsere Religion, die euch Sorgen macht?“
… „Nein, überhaupt nicht“, hat Sandra geantwortet, „wir wissen ja, dass ihr euch von der Religion emanzipiert und eure Kjnder zu weltoffenen Menschen erzogen habt. Wir haben Baran ja gut kennenlernen dürfen. Er hat eine liberale Einstellung, frei von irgendwelchen Dogmen. Aber euer gesamtes Umfeld und euer gesellschaftliches System ist vom Islam geprägt, auch euer Recht. Und ihr sagt ja selbst, dass ihr nach außen hin anders leben müsst als ihr es innerhalb der Familie tut, schon wegen eurer Verwandtschaft bis hin zum Emir und den öffentlichen Stellen.“
… Voller Bewunderung habe ich meiner Frau zugehört. Sie hat unsere Punkte wunderbar vertreten und man konnte sehen, dass auch Aisha und Faris sich ihren Argumenten nicht entziehen konnten. Beide haben gelächelt und Aisha hat gesagt: „Das stimmt alles, Sandra, und uns ist klar, was du damit sagen willst. Aber Statistiken trügen manchmal und verhindern den Blick auf Einzelfälle, die durchaus erfolgreich verlaufen können. Ich würde gerne Valentina fragen. Wie stehst du dazu?“
… Unsere Tocchter ist etwas unschlüssig gewesen, meinem Gefühl nach, dann hat sie geantwortet: „Ich liebe Baran, ich habe ihn geliebt, seit er bei uns gewohnt hat. Ja, ich würde ihn gerne heiraten, sehr gerne sogar. Ich kenne natürlich die Statistiken, von denen meine Mam gesprochen hat, aber ich würde es trotzdem tun. Es ist ausgesprochen nobel von Baran, dass er Marlenes Váter sein will, ich bin aber nicht sicher, ob ich diese Geste annehmen darf. Vielleicht kriegt er in der Zukunft irgendwann ein Problem damit. Darüber müssten wir noch genau sprechen. Ich will auch unbedingt mein Psychologiestudium abschließen und dann die Ausbildung zur Psychotherapeutin machen. Das müsst ihr bitte verstehen, und auch, dass ich dann in diesem Beruf arbeiten will. Ich kann nicht sagen, ob das für euch ein Problem darstellt.“
… Super hat sie das gesagt. Ich hätte das nicht besser hinkriegen können und es hat genau dem entsprochen, was ich auch dachte. „Genauso erwarte ich es von meiner Tocchter“, habe ich zugestimmt, „du hast ein Báby und eine Masterarbeit, auf die du dich konzentrieren sollst. Und wenn du Baran wirklich heiraten willst, wirst du unseren Segen bekommen. Deine Mutter und Aisha haben beide Recht. Es gibt die Statistik und es gibt abweichende Einzelfälle. Es ist nur wichtig, wie ihr beide euer Leben gestaltet. Ihr müsst es einfach probieren.“
… Valentina hat mich angesehen und ihre Augen haben sich mit Tränen gefüllt: „Danke, Pápa. Ich kann gar nicht sagen, wie sehr ich Mam und dich dafür liebe.“
… Ich bin nun derjenige gewesen, der unsere Tóchter ganz eng in seine Arme genommen hat. Sandra hat ihren Gemütszustand schneller erfasst als ich, aber sie hat mir den Vortritt gelassen. Hätte ich geahnt, was ich einige Wochen später in Kärnten durch Valentinas jüngere Schwester Sophia erfahren habe, wäre ich im Bilde gewesen, dass nur kurze Zeit später ein reger Chat über dieses Skypegespräch zwischen allen Geschwistern in TikTok entstanden ist, wobei sich alle darin einig waren, dass Valentina ihren Baran selbstverständlich irgendwann heiraten sollte.
… Es war zu erkennen, dass Faris etwas auf meine letzten Worte erwidern wollte, aber Aisha war schneller. Sie legte ihre Hand auf seine und nahm das Wort: „Lasst uns weiterreden, wenn ihr im November bei uns seid. Wir haben genügend Zeit. Aber versteht bitte, dass für uns sehr wichtig ist, jeden Makel von unserer Familie fernzuhalten. Wir brauchen euer Versprechen, dass Valentina darauf achtet, dass sie mit Baran nicht allein ist, nie während eures gesamten Besuchs. Unser Sohn hat uns das bereits versprochen. Wir müssen das auch von dir hören, Valentina. Kannst du uns das versichern? Ich bitte dich sehr darum.“
… Valentina hat immer noch in meinem Arm gesessen. Kurz hat sie bei Aishas Worten gestutzt, aber dann hat sie wohl erkannt, dass es einen anderen Weg nicht gab. „I promise, M’am“, hat sie deshalb bestätigt.
… Daraufhin hat Aisha sie angelächelt und ihr noch gesagt, dass sie sehr froh wäre, sie zur Schwiegertocchter zu bekommen. „Du hast gehört, dass wir Baran mit anderen Frauen zusammenbringen wollten. Aber mittlerweile bin ich überzeugt, dass er keine bessere Ehefrau bekommen kann als dich.“
… Ich habe diese arabische Frau, die in einem Beduinenstamm aufgewachsen ist, maßlos bewundert, nicht zum ersten Mal, aber bei diesem Gespräch ganz besonders. Nach außen hin lebt sie das Leben einer Ehefrau und Mutter in einer patriarchalischen Gesellschaft und nach innen steuert sie ihre gesamte Familie und auch ihren Mann. Sie pendelt geschickt zwischen diesen Welten und ihr Hauspersonal, das das selbstverständlich weiß, schätzt und liebt sie. Da sie keinen Beruf erlernen durfte, hat sie sich schon vor langer Zeit andere Betätigungsfelder gesucht. Sie ist sich nie zu schade gewesen, selbst mit Hand anzulegen, im Haus und auch im Garten, den sie gemeinsam mit dem Gärtner bearbeitet. Sie engagiert sich in sozialen Projekten, ein besonderes Anliegen ist ihr die schulische und berufliche Ausbildung junger Mädcchen. Sie hat dafür gesorgt, dass der Emir seine Geldbörse weit aufmacht, um solche Einrichtungen zu finanzieren. Sie hat den Respekt der Frauen des Emirs, bei denen sie manchmal zu Gast ist, und von anderen Frauen reicher Gönner, die ihr Scherflein beitragen. Und was für mich besonders spannend geklungen hat, dass Aisha von dem Beduinenstamm, aus dem sie herkommt, maßlos geschätzt, ja geradezu geliebt wird, fast mehr als ihr älterer Bruder, der den Stamm zusammen mit ihrem mittlerweile greisen Váter führt. Sie hat dort Programme zur Bekämpfung von Familienarmut und Analphabetismus initiiert und sorgt dafür, dass besonders arme Mädchen eine qualifizierte Ausbildung erhalten.
… Aisha ist meist viel zu bescheiden, um uns davon zu erzählen, aber Faris tut das dafür umso detaillierter. Und wir sind dankbar dafür, denn sonst würden wir gar nicht erfahren, was Aisha in ihrer Heimat wirklich leistet. Völlig zu Recht ist sie vom Emir mit einem nationalen Orden ausgezeichnet worden. Das war im Jahr 2018 und unsere Familie ist zu dieser sehr emotionalen Zeremonie im Innenministerium eingeladen gewesen.
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… Ich bin gut versorgt mit allem, was das Báby brauchen könnte. Deshalb arbeite ich vor mich hin und warte gelassen darauf, dass Marlene sich meldet, was sie aber nicht tut. Sie ist in den ersten Monaten sehr anstrengend gewesen und hat ihre Mutter stark gefordert. Die Kijnderärztin, eine ältere, sehr erfahrende Fachfrau, fast eine Freundin von uns, die alle unsere Kiinder betreut hat, also auch schon Marlenes Mutter, hat simples Bauchweh diagnostiziert, also Verdauungsprobleme. Ihre Ratschläge haben gewirkt und seit etwa vier Wochen ist es deutlich besser mit ihr.
… Unser Aufenthalt hier in Ras al-Khaimah ist vollgefüllt mit Terminen gewesen. Und dazwischen haben wir mit unseren Gastgebern einige intensive Gespräche geführt. Bis in die späten Abende hinein waren wir auf diese Weise beschäftigt und sind, zurück in unserem Zimmer, reichlich erschöpft in den Schlaf gefallen.
… Gestern haben wir zum ersten Mal bei diesem Besuch ein Abendessen im Haus unserer Gastgeber gehabt, das die Bezeichnung ‚gemütlich‘ verdient. Zu viert haben wir uns gut unterhalten und auf die Erfolge der letzten Woche angestoßen. Dabei haben wir mit leisem Bedauern feststellen müssen, dass praktisch kaum Zeit für Sex gewesen ist. Partnertausch ist hier ohnedies nicht möglich und Sandra und ich haben während dieser Zeit nur ein einziges Mal gevögelt.
… „Das ist wenig im Vergleich dazu, was wir im Normalfall gewohnt sind“, hat Sandra lächelnd hinzugefügt. Die Offenheit meiner Frau ist auch etwas, das mich immer wieder erstaunt.
… „Was sollen wir sagen?“, hat Aisha in bestem Deutsch gekontert. „Uns ist es nicht besser gegangen.“ Wir saßen zu diesem Zeitpunkt noch auf einen Schlummertrunk im Wohnzimmer beisammen. Auch vom islamischen Alkoholverbot haben sich Aisha und Faris schon vor langer Zeit emanzipiert. „Ich habe meinen Ehemann auch nur einmal gehabt“, aber sie hat dabei gelacht und wir mit ihr. In der Nacht auf heute jedoch, nach dem entspannten Abend, hat sich der Stau dann etwas abbauen können, sowohl bei unseren Gastgebern wie auch bei Sandra und mir.
… Valentina und Baran haben sich an die Vorgaben gehalten. Aishas Zofe hat es übernommen, dabei zu sein, wenn die beiden sich trafen. Sie hat zwar von den Gesprächen nichts verstanden, aber darauf geachtet, dass es zu keinen unerlaubten Berührungen kam. Das wird für die beiden nicht leicht gewesen sein, sie hatten vermutlich große Sehnsucht nach einander.
… Wir sind uns einig geworden, eine Hochzeit der beiden zu ermöglichen, wenn sie das wirklich wollen, und das haben sie bejaht. Irgendwie ist das schon für mich zu verdauen gewesen, mein ‚Pápa-Kjnd‘ zu verlieren, aber es war ja klar, dass dieser Zeitpunkt einmal kommen würde. Valentina ist in den Gesprächen sehr bestimmt gewesen. Sie will ihre Vorstellung von ihrer beruflichen Zukunft verwirklichen und das geht nur in Deutschland. Das ist heiß diskutiert worden und ist für Faris zunächst gar nicht in Frage gekommen, für Aisha und Baran dagegen schon.
… „Ich habe kein Problem damit, in Deutschland zu leben und zu arbeiten“, hat Baran gemeint, „und es wäre ein Deal, Baba, du möchtest, dass ich eine Doktorarbeit schreibe, und ich schreibe sie eben in Deutschland.“
… Sein Váter, dem die akademische Ausbildung seiner Kiinder sehr wichtig ist, hat geschmunzelt und seine Mutter blies in dasselbe Horn: „Dann seid ihr beide schon mal zusammen. Heiraten könnt ihr, wenn ihr beide eure Ausbildungen fertighabt.“
… Ich habe sehen können, dass Faris mit der Aussicht, dass sein Sohn ohne Trauschein mit Valentina zusammenlebte, zu kämpfen hatte, aber seine Frau hat ihn auf den Termin mit einem seiner Freunde, einem Juristen im Innenministerium vertröstet. Der sollte uns die Rechtslage erörtern.
… Das hat er auch zwei Tage später getan. Dringend hat er empfohlen, die Hochzeit nach islamischem Ritus in Ras al-Khaimah abzuhalten, eine Hochzeit in Deutschland würde nicht anerkannt werden, da Baran ein hiesiger Bürger sei. Wenn das möglichst zügig erfolge, wäre auch das zu erwartende Zusammenleben des Paars in Deutschland für die Behörden in Ras al-Khaimah legal und es würde bei künftigen Einreisen keine Scherereien geben. Aber, und das war uns bereits bekannt, würde für die Heirat die Zustimmung des Emirs erforderlich sein, da Valentina eine Christin sei und ein uneheliches Kjnd habe. Einfacher wäre es, sie würde zum Islam konvertieren, aber das hat Valentina vehement abgelehnt und Sandra und ich haben sie darin bestärkt. Die Einflussnahme der Religion auf ihre Person wäre einfach zu stark, was auch Aisha und Faris letzten Endes zugegeben haben.
… „Das machst du sicher nicht, Valentina“, hat Aisha bekräftigt und sich ein Stirnrunzeln des Juristen eingehandelt.
… Schließlich haben wir uns auf Aishas Idee verständigt. Valentina und Baran sollen im März nach hiesigem Ritus heiraten. Baran wird bereits im Januar zu uns kommen, um sich um einen Doktorandenplatz umzusehen. Dabei werden wir selbstverständlich mit unseren Verbindungen helfen. Er wird bei uns wohnen, aber, wie früher auch, in einem eigenen Zimmer. Faris ist das wichtig gewesen, aber sowohl Aisha wie auch uns ist klar, dass die beiden Liebenden Mittel und Wege für ihr Zusammensein finden würden. Die Hochzeit in Deutschland wird dann zu irgendeinem späteren Zeitpunkt stattfinden.
… Der Jurist hat uns dann noch erläutert, auf welche Weise er die notwendigen Schritte einleiten werde, für die Genehmigung des Emirs und die Zustimmung des zuständigen Imams seien einige Maßnahmen erforderlich.
… Ich habe nachgefragt, wie hoch die Wahrscheinlichkeit für eine positive Beurteilung sei.
… „Ich glaube, dass es gut dafür aussieht“, hat der Jurist Zuversicht verbreitet, „sehen Sie, Mister Berlinghoff, der Emir schätzt Aisha und Faris außerordentlich, beide haben große Verdienste für unser Land, und Faris ist zudem sein Vetter. Außerdem ist der Emir nicht dumm. Er ist genügend in der Welt herumgekommen, um solche gemischtreligiöse Ehen als das zu akzeptieren, was sie sind, nämlich internationale Beziehungen, die Impulse für unsere Wirtschaft bringen können. Ihre Frau, Mister Berlinghoff, ist hier auch keine Unbekannte, sie vertritt einen Konzern, der unser Land zur Drehscheibe seiner Aktivitäten in dieser Region gemacht hat. Das hat einen positiven wirtschaftlichen Effekt bedeutet. Und der Imam wird sich nicht dagegenstellen, wenn der Emir zustimmt.“
… Und er hat noch hinzugefügt, dass der Emir die Verbindung von Valentina und Baran sogar als nützlich ansehen könne, wenn Baran als Jurist in Deutschland seinem Heimatland in irgendeiner Funktion dient. Er empfehle auch, die Hochzeit als arrangierte Ehe darzustellen, also als Übereinkunft zwischen den Eltern. Dazu müssten wir einen Vertrag aufsetzen, bei dessen Erstellung er gerne behilflich wäre. Und wir haben beschlossen, es genauso zu machen.
——————–
… Während ich diese Ereignisse in mein Notebook tippe, meldet sich Marlene mit einigen Seufzern. Ich stecke ihr den Schnuller in den Mund und sie wird wieder ruhig. Ihre Mutter und ihre Großmutter sind zusammen mit unserer Gastgeberin und deren jüngerer Tóchter Mayla in der Stadt, natürlich um einzukaufen. Naja, so natürlich nun auch wieder nicht, immerhin haben sie das in den letzten Tagen schon zweimal gemacht. Aber Aisha führt sie immer wieder in neue Geschäfte, es ist unglaublich, wie viele davon in der Hauptstadt ansässig sind. Sie haben jedoch auch einige von Aishas sozialen Projekten kennengelernt, die sie noch nicht kannten. Sandra und Valentina haben die Mädchenschúle besichtigt, die besonders in Aishas Fokus steht, und auch andere Einrichtungen, die der Berufsausbildung junger Frauen dienen. Wir haben mit Aisha und Faris oft darüber gesprochen und sind uns einig gewesen, dass nur eine entsprechende Bildung den Frauen hilft, sich aus ihrer Abhängigkeit zu befreien.
… Wenn die vier Frauen unterwegs sind, werden sie in Faris’ großer Familienlimousine gefahren. Zwei Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes sitzen mit im Wagen, auch der Fahrer hat eine entsprechende Ausbildung, und zwei Polizisten auf Motorrädern begleiten das Fahrzeug. Das erregt natürlich Aufsehen, aber im Prinzip sind die Menschen hier gewohnt, dass Gäste auf diese Weise eskortiert werden. Ich habe Faris schon meine Dankbarkeit ausgedrückt, dass er hinsichtlich der Sicherheit Wort gehalten hat. Polizei ist auch vor dem Haus stationiert, wegen Báby Marlene. Faris geht mir zuliebe kein Risiko ein.
… Aisha weiß immer ganz genau, welche Kleidung angemessen ist. Um möglichst unauffällig zu sein, vermeiden Sandra und Valentina ein allzu auffälliges westliches Outfit. Im Prinzip sind die diesbezüglichen Vorschriften in Ras al-Khaimah lockerer geworden, nur Schultern und Knie müssen bedeckt sein. Trotzdem haben sie ganz zu Anfang schicke Hadschibs und Abayas erworben, die sie nach Aishas Vorgaben tragen. Sie haben mit Faris und mir eine kleíne Modenschau veranstaltet und ich habe zugeben müssen, dass sie gar nicht so schlecht in diesen Kleidungsstücken aussehen. Nein, eigentlich kann man sogar sagen, dass manche dieser Kleidungsstücke, elegant und geschickt am Körper drapiert, durchaus einen erotischen Eindruck hinterlassen können. Die Frauen in diesem Land wissen schon, wie sie Vorschrift und Aussehen miteinander verbinden.
… Bei ihren beiden geschäftlichen Terminen hat sich meine Frau allerdings nicht bedeckt. Das wird auch so akzeptiert. Sie hat die Gelegenheit meines Vortrags hier genutzt und zwei dienstliche Meetings mit den Verantwortlichen für die Länder der arabischen Region einberufen, die für Waldenfels arbeiten. Wie immer bin ich, ohne mich an der Diskussion zu beteiligen, an einem Nebentisch gesessen.
… Bei unserem letzten Termin vor Ostern ist es darum gegangen, Waldenfels‘ neue Vertriebsstrategie für den arabischen Raum zu diskutieren. Seither haben Mitarbeiter aus der Zentrale geholfen, die regionalen Anpassungen vorzunehmen, und Sandra hat nun den bisher erreichten Stand sowie eventuelle Sorgen und Nöte der Teilnehmer diskutiert.
… Auch auf die Gefahr, mich zu wiederholen, ich bewundere meine Frau bei solchen Gelegenheiten. Nicht nur wegen ihres selbstbewussten Auftretens, zu dem auch eine sehr zurückhaltende, aber außerordentlich schicke westliche Kleidung gehört, sondern auch, weil sie in geschickter und einfühlsamer Weise die Diskussion jederzeit im Griff hat, wird sie von ihren Gesprächspartnern voll akzeptiert. Obwohl sie in einer Männerwelt leben, haben die Teilnehmer ihrer Meetings es nie am nötigen Respekt für sie fehlen lassen.
… Nur beim Buffet im Anschluss habe ich, wie schon früher auch, ein wenig aufpassen müssen, wenn sich ziemlich attraktive arabische Männer im malerischen weißen Burnus oder im tadellos sitzenden Maßanzug darum bemühen, mit Sandra intensiver ins Gespräch zu kommen. Aber ein echtes Problem ist hier in Ras al-Khaimah daraus nie entstanden, sexuelle Übergriffe sind praktisch unbekannt.
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… Jetzt scheint es mit der Ruhe vorbei zu sein. Marlene hat die Angewohnheit, abrupt aufzuwachen und loszubrüllen. Das heißt, sie ist hungrig, und da versteht sie keinen Spaß. Ich seufze, aber muss auch zugeben, dass sie in den letzten beiden Stunden ganz friedlich gewesen ist. Ich nehme das von ihrer Mutter vorbereitete Fläschchen aus dem Warmhaltebehälter und prüfe die Temperatur. Dann hole ich Marlene aus dem Korb und lege sie mir über den Arm. Sofort hört sie mit dem Schreien auf und gierig beginnt sie am Fläschchen zu saugen.
… Etwas aus der Übung bin ich nach Marlenes Geburt schon gewesen, habe aber recht schnell wieder gelernt, wie Babýbetreuung funktioniert. Gerade öffnet sich die Tür und wieder erscheint das Hausmädchen. Diesmal bringt sie mir eine Tasse Tee. Sie bleibt stehen und lächelt, während sie fast andächtig zusieht, wie ich meine Enkelin im Arm halte und füttere.
… Ich bedanke mich und nicke ihr zu. Sie ist sehr hübsch mit ihren seidigen langen Haaren, ihrer bronzefarbenen Haut und einem Stupsnäschen. Am Kopf ist sie unverhüllt, Aisha duldet im Haus keine Vermummung, aber sonst lässt die schicke Kleidung des Mädchens, die aus einem hochgeschlossenen Hosenanzug samt Gürtel besteht, nur die Hände frei. Dann dreht sie sich um und verschwindet mit wiegendem Schritt und sinnend sehe ich ihr nach.
… Am Sonntag habe ich meinen Auftritt gehabt. Mein Vortrag am Medizinischen Kolleg, der der eigentliche Anlass unserer Reise ist, hat geteilte Reaktionen hervorgerufen. Schon zwei Tage zuvor hat es Ärger gegeben, als wir erfahren haben, dass Frauen nicht zugelassen seien. Alle drei, Aisha, Sandra und Valentina, wären gern unter den Zuhörern gewesen, aber dagegen war nichts zu machen. Ich habe mich darüber mit dem verantwortlichen Professor ausgetauscht und auch der hat keine Chance gehabt. Es war eine Anordnung der obersten Religionsbehörde. In der Kürze der zur Verfügung stehenden Zeit hat auch Faris uns nicht helfen können. Aber so lernt man für die Zukunft. Faris hat mir versprochen, dass etwas Derartiges nicht mehr passieren wird.
… Der Professor hat angeordnet, meinen Vortrag aufzuzeichnen, und so kann er im Laufe der nächsten Zeit von nicht teilnahmeberechtigten, aber interessierten Personen angehört werden. Damit werden weibliche Lehrkräfte und Studentinnen meinen Vortrag zumindest als Film erleben können. Ich habe jedoch vertraglich vereinbart, dass der Zugriff im Netz streng limitiert und überwacht werden muss. Faris hat dazu eine mit ihm befreundete IT-Firma beauftragt.
… Im Saal anwesend sind etwa dreihundert männliche Zuhörer gewesen, Professoren, Studenten, auch Vertreter von Ministerien, einige Psychologen und vermutlich etliche Spione der Religionsbehörde. Im Vergleich zu meiner deutlichen Sprache in anderen Ländern ist der Inhalt meines Vortrags sehr verhalten gewesen. Meine Assistentin Bettina hat ganze Arbeit geleistet, ich habe nicht viel nachbessern müssen.
… Ich habe ohne Bildmaterial gearbeitet, um nicht anstößig zu wirken, sondern mich nur verbal geäußert. Ich habe den Stand der sexualmedizinischen Forschung in der westlichen Welt erläutert, bin aber dann zu ehepaartherapeutischen Themen gekommen. Ich habe Claras Ehefaktoren dargestellt, über Augenhöhe und Hemmschwelle referiert, über Fremdsex natürlich nichts gesagt und ganz bewusst nach einer Stunde Schluss gemacht, um den Zuhörern die Möglichkeit zur Diskussion zu eröffnen. Völlig überwältigt bin ich von dem Sturm gewesen, der nun losgegangen ist.
… Fast drei Stunden hat es gedauert, bis schließlich alle Wortmeldungen bearbeitet waren. Ungemein spannend ist für mich gewesen, wie sich die einzelnen Altersgruppen verhalten haben. Ältere Zuhörer, vermutlich in der Mehrheit Professoren oder ähnliche Leute, haben sich verwundert darüber geäußert, welche Themen es in unseren westlichen Ehen gibt und worauf Ehemänner alles achten sollen, das würde für sie nicht in Frage kommen. Kein Wunder, diese Altersgruppe führt sehr wahrscheinlich eheliche Beziehungen, in denen immer noch in gewisser Weise das Patriarchat herrscht.
… Aber bei den jüngeren Teilnehmern war eine andere Haltung spürbar. Manche sind wahrscheinlich konfrontiert mit jungen Frauen, die gut ausgebildet und erfolgreich im Beruf sind. Bei denen funktioniert das traditionelle Muster nicht mehr so gut, auch wenn der Islam und eine entsprechende Gesetzgebung immer noch vorherrschend sind. Wenn junge Männer eine gute Ehe führen wollen, ist genau das wichtig, was ich ihnen zu sagen hatte, deshalb haben sie mir Löcher in den Bauch gefragt.
… Bereits am nächsten Tag hat sich der zuständige Professor gemeldet und mir zum Vortrag gratuliert. Aber er hat mir auch mitgeteilt, dass mich die Religionsbehörde zu sprechen wünsche, bevor die Genehmigung zu einem weiteren Vortrag erteilt würde.
… Ich habe ihm mitteilen müssen, dass ich bis zu unserem Abflug keine Zeit mehr haben, aber den Wunsch dieser Behörde im Auge behalten würde. Der Professor hat mich noch informiert, dass auch der Rektor des Medizinischen Kollegs unter den Zuhörern gewesen sei, aber im Moment mir gegenüber nicht in Erscheinung treten will, falls ein Konflikt mit der Religionsbehörde entstehen sollte. In einem solchen Falle würde er den Emir einschalten, zu dem er freundschaftlichen Zugang habe.
… Natürlich ist Faris bei meinem Vortrag dabei gewesen. Er ist bis zum Schluss geblieben und hat sich die Diskussion angehört. Am nächsten Tag waren unsere Frauen unter den Ersten, die sich den Vortrag im Internet angesehen haben, auch Faris, sein Sohn und ich waren zugegen. Für meine Frau und meine Tocchter war er nicht so spektakulär, natürlich, sie kannten viele, in welchen ich konkreter zur Sache ging, aber Aisha und Baran sind sehr beeindruckt gewesen.
… „Wenn ich gewusst hätte, wie du das machst“, hat Aisha gesagt, „dann hätten wir früher einen deiner Vorträge besucht. Du beschreibst total gut, wie eine moderne Ehe im 21. Jahrhundert funktionieren soll. Es liegt auf der Hand, dass das unserer Religionsbehörde nicht schmecken wird.“ Sie lacht dabei. „Und vermutlich wird es noch einige Jahrzehnte dauern, bis wir in Ras al-Khaimah reif dafür sind. Aber ich glaube, es ist ein guter Anfang, Marco.“
… Zu Aishas erstem Satz darf ich anmerken, dass ich sie und Faris mehrfach zu meinen Vorträgen eingeladen habe, wenn sie in Europa weilten. Sogar einmal in Nordamerika wäre ihre Teilnahme möglich gewesen. Aber immer haben sie dankend abgelehnt mit der Begründung, dass sie anderweitige Termine hätten. Vermutlich jedoch standen sie unter der Beobachtung gewisser Behörden und wollten nichts riskieren.
… „So haben wir uns das auch gedacht“, habe ich geantwortet, „als wir vor einem halben Jahr entschieden haben, dass ich hier bei euch auftrete. Es ist ein Türöffner, nichts weiter, aber wie ihr selbst mitverfolgen habt können, das Interesse war phänomenal. Noch nie bei meinen Vorträgen hat die anschließende Diskussion derart lang gedauert.“
… „Eines möchte ich noch sagen“, hat Faris schließlich noch eingeworfen, „alles, was Marco in seinem Vortrag gebracht hat, ist vollkommen richtig, wenn man eine Ehe mit einer intelligenten, modernen Frau führen will und diese Ehe alle Sinne ansprechen soll. Dann kann es nur Augenhöhe geben, wie Marco das nennt, und völlige Gleichberechtigung. Und das versuchen wir zu leben, soweit es irgend geht, nicht wahr, meine Liebste?“ Fragend hat er seine Frau angesehen.
… „Ja, Faris, das versuchen wir nicht nur, wir leben das tatsächlich.“ Aisha hat in fehlerlosem Deutsch geantwortet, obwohl Faris die englische Sprache gewählt hatte. „Marco hat uns mit seinem Vortrag eine Gesprächsgrundlage gegeben, aber eigentlich verhalten wir uns in unserer Ehe genau so, wie seine Ehefaktoren das vorgeben. Ich liebe dich sehr dafür.“
… Dann hat sie ihren Sohn angesehen: „Baran, mein Liebling, dir ist doch klargeworden, wie du mit deiner zukünftigen Frau umgehen musst. Vergiss’ alles, was du im Religionsunterricht über die Ehe gelernt hast. Marco hat ein besseres Rezept dazu.“
… Valentina hat sich nun zu Wort gemeldet: „Ich kenne die Ehefaktoren, die mein Váter in seinen Vorträgen darstellt, in- und auswendig, seit längerem schon. Für mich sind sie sehr wichtig. Baran war ja schon zwei Studienjahre bei uns. Als wir begonnen haben, uns zu lieben, haben wir darüber diskutiert. Baran hat schon damals gesagt, dass er sich seine künftige eheliche Beziehung so vorstellt. Ich bin sicher, dass Sie unbesorgt sein können, Ma’m, Baran und ich werden unsere Ehe so führen, wie mein Váter das empfiehlt.“
… Ich habe noch versucht, zu erklären, dass das nicht meine Ehefaktoren sind, sondern die der unvergessenen Clara Millstedt, aber dafür hat es kein Ohr mehr gegeben. Aisha hat sich an ihren Mann geschmiegt und Sandra an mich. Baran ist aufgestanden und wollte offensichtlich zu Valentina. Kurz bevor er bei ihr war, hat er sich zu seinem Váter umgedreht.
… Dessen Blick ist kurz zu den Türen gehuscht, dann hat er genickt: „Eine Minute, mein Sohn.“
… Ein Strahlen ist über Barans Gesicht gegangen, dann hat er sich vor Valentinas Stuhl hingekniet und sie und Marlene mit seinen Armen umfangen. Ihr Kuss hat dann ungefähr die vorgegebene Minute gedauert. Dann stand er auf, wünschte uns eine gute Nacht und verschwand. Wir haben schmunzelnd seinen Gruß erwidert und ihm nachgeblickt, Valentina voller Sehnsucht im Gesicht.
… „Marlene ist ein süßes Mädchen“, hat Aisha dann noch gesagt, bevor wir schlafen gegangen sind, „was meinst du, mein Liebling? Soll Baran nach der Hochzeit das Kijnd adoptieren?“
… „Selbstverständlich, was für eine Frage“, hat Faris geantwortet, „Unser Sohn hat Valentinas Kiind akzeptiert. Also muss er auch Marlenes Váter werden. Natürlich nur, wenn das für euch okay ist.“
… „Für uns ganz sicher“, habe ich sofort reagiert und Sandras zustimmendes Nicken registriert, „aber das wird Valentinas Entscheidung sein.“
… Gedankenverloren hat Valentina aufgeblickt, als ihr Name fiel. Vermutlich war sie mit all ihren Gedanken noch bei Barans Kuss. Wir alle haben das mit Schmunzeln registriert und nicht mehr auf ihre Antwort gewartet.
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Damals (August 2006)
Fortsetzung, autobiographischer Inhalt
… Marco saß im ehelichen Schlafzimmer in einem bequemen Lehnstuhl, den er wenige Wochen zuvor auf Geheiß seiner Frau in einem Diskontladen für Möbel gekauft hatte. Sandra hatte ihm nicht gesagt, wofür der sein würde, aber nun wusste er es. Vor vier Tagen, zu Beginn der Sommerferien, waren die Robertsons wie geplant bei ihnen eingetroffen, mit Yannik, Natalie und Dominic und einem weiteren Kiind, das gerade in Pennys Bauch heranwuchs. Das hatte riesige Freude ausgelöst und jetzt war sie im dritten Monat.
… Marco liebte die sichtbaren Zeichen einer Schwangerschaft und er erinnerte sich gut an Pennys ersten Bábybauch, für den er verantwortlich gewesen war und der erst drei Jahre zurücklag.
… Jetzt hatte er von seinem Sitzplatz eine wunderbare Sicht auf sie und ihr sich bereits deutlich abzeichnendes Bäuchlein. Sie kniete gerade in Hündchenstellung auf seinem Ehebett und hatte begonnen, den bereits vollständig ausgefahrenen Schwanz ihres Mannes mit ihrem Mund zu liebkosen.
… Seine besten Freunde beim ehelichen Sexspiel zu beobachten, blieb auf Marco nicht ohne Wirkung. Sein Pimmel fing an zu wachsen. Aber seine Frau hatte ihm nicht gestattet, mitzumachen oder sein bestes Stück zu berühren.
… ‚Schon merkwürdig‘, dachte er nun bei sich, ‚wie einfach es für unsere Frauen ist, David und mich dazu zu bringen, uns unterzuordnen.‘ Aber er musste sich eingestehen, dass er nach wie vor auf solche Spiele stand. Für David allerdings war das noch relativ neu, Penny hatte erst im Jahr davor angefangen, sich im Sex so richtig freizuschwimmen. Während der Weihnachtsferien, als sie wieder begonnen hatten, es zu viert miteinander zu treiben, war Pennys neues Verhalten auch für Marco zum Vorschein gekommen und die beiden Männer waren sich einig gewesen, dass sie das stark anmachte. Bei der letzten Skypesitzung vor den Sommerferien hatten die Frauen ihre Männer weggeschickt und dann offenbar die Marschroute für die drei Wochen festgelegt, die sie nun zusammen verbrachten.
… Nachdem die beiden Paare die ersten Nächte der gemeinsamen Ferien streng monogam verbracht hatten, sollte an diesem Abend nun etwas mehr drinnen sein. Ganz fair hatten sie gelost, wer von den Männern bei einem Dreier mitmachen durfte. David war der Glückliche gewesen und Marco hatte die Zuschauerkarte gezogen. So konnte er nur zusehen, wie sein Freund David von zwei außerordentlich attraktiven Frauen immer heißer gemacht wurde.
… Seine eigene Frau lag unter ihrer Freundin. Im Abstand von dreißig Zentimetern konnte sie zusehen, wie Penny den schönen schwarzen Schwanz verwöhnte. Mit einer Hand kraulte Sandra Davids Hodensack, mit der anderen hatte sie die Wurzel von Davids Pimmel umfasst.
… Es war ein einmaliges Schauspiel, das Marco nun verfolgen konnte. Schon immer hatte ihn der Farbkontrast der einzelnen Körper fasziniert und als nun Penny das Glied ihres Mannes freigab und es zu Sandras Mund bog, war er fast wieder versucht, seinen Pimmel in die Hand zu nehmen. Fast berauscht beobachtete Marco nun, wie der schwarze Penis an ihrer Nase vorbei den Mund seiner Frau fickte. Ihr Kopf lag dazu in der richtigen Höhe, nämlich auf einer Nackenrolle. Sandra stöhnte dabei, mit ihrer rechten Hand bearbeitete sie ihren Kitzler.
… Dann kam es ihr und sie musste husten, woraufhin David sein Glied aus ihrem Mund zog. Er riss das Kommando jetzt an sich und befahl seiner Frau, sich umzudrehen, sodass sie ihm nun ihr Hinterteil präsentierte. Schnell war er bis zum Anschlag in ihr und penetrierte sie mit langen Stößen, bis sie ihren Höhepunkt hinauskeuchte.
… Kurze Zeit später war auch er so weit. Penny schien das an ihrem Scheideneingang zu spüren und rief: „Yeah, my dear, … aaaah …come in your pregnant wifey cunt … hhhmmmm …“
… Trotz seiner großen Erregung war Marco über Pennys freizügige Aussagen erstaunt, aber irgendwie gefielen sie ihm. Deutlich konnte er sehen, wie sein Freund nun zu ejakulieren begann. David grunzte, während er sich in die Fotze seiner Frau entlud, dann zog er seinen Schwanz zurück und die letzten Schübe trafen den Eingang von Pennys Fickkanal. Die weißen Schlieren vereinigten sich mit denen, die aus Pennys Scheide tropften und alles zusammen floss in Sandras Mund, den sie weit geöffnet hatte.
… Mit einigen Wichsbewegungen sorgte David dafür, dass auch die letzten Reste aus seinem Pimmel tropften, dann ließen sich Penny und David ziemlich fertig auf das Laken sinken.
… Sandra erhob sich, kam zu ihrem Mann und setzte sich auf seinen Schoß. Willig ließ er es geschehen, dass sie mit ihren Fingern seinen Mund öffnete und nun Davids Sperma dort hineinlaufen ließ. Dann sagte sie: „Schluck‘ alles runter, du wirst Proteine brauchen.“
… Als Marco das wie von ihr gefordert getan hatte, strahlte seine geliebte Frau ihn an: „Für die restliche Nacht gehörst du nämlich mir, mein Liebling. Wir beide sind noch nicht auf unsere Kosten gekommen, du durftest nicht und ich hab’s mir nur selbst besorgt. Aber das werden wir jetzt ändern.“ Sie nahm ihn an der Hand und führte ihn zur Tür. Aus den Augenwinkeln sah er ihre besten Freunde, wie sie sich zum Einschlafen zusammenkuschelten.
… Wieder wurden es nahezu perfekte drei Wochen. Es war zwar eng im Haus, enger als zwei Jahre zuvor, denn die Kjinder waren älter geworden und mit Dominic und Sophia gab es zwei mehr. Auch Jonathan Waldenfels, er war mittlerweile dreieinhalb, wollte bei seinem Freund Alexander und seinen Altersgenossen Yannik und Natalie sein, und somit waren es sieben Kiinder, die mittlerweile zur Großfamilie gehörten.
… Paula stieß ebenfalls öfters dazu, denn Hildegard war im ‚Institut‘ unabkömmlich. Gemeinsam unternahmen sie Wanderungen, zumindest solche, die mit dem Kjinderwagen zu bewältigen waren, und Besuche in Schwimmbädern. Valentina und Alexander hingen an Pennys und Davids Rockzipfel, wie nicht anders zu erwarten gewesen war, und waren glücklich, wenn die beiden mit ihnen auch mal allein unterwegs waren.
… Abends, wenn die Kiinder schliefen und Paula nach Hause gefahren war, saßen sie im Wohnzimmer bei einer Flasche Wein, die sie sich schmecken ließen, ausgenommen natürlich Penny. Sie hatten sich angewöhnt, manchmal ihre Partner zu tauschen, und so war es gekommen, dass die beiden Männer zwischen Schlafzimmer und Gästezimmer hin- und herpendelten.
… Dazwischen war auch Marco bei einem Dreier mit den beiden Frauen auf seine Kosten gekommen und auch zwei Vierer hatten sie hinter sich gebracht, bei welchen die beiden Frauen in der 69er-Stellung mit ihren Mündern sich gegenseitig liebkosten, während sie von den Männern rangenommen wurden.
… Am Ende der zweiten Woche ließen sich Penny und Sandra etwas Neues einfallen. Sie saßen wieder im Wohnzimmer und zunächst sprachen sie wie jeden Abend über ihr Leben, das vergangene halbe Jahr, über ihre beruflichen Entwicklungen und alles, was ihnen sonst noch so einfiel. Seit Weihnachten hatten sie die Frequenz ihrer Skype-Videokonferenzen auf einmal im Monat reduziert, aus Zeitgründen war es für beide Seiten nicht mehr anders möglich gewesen. Trotzdem hatten sie einander über alles Wesentliche informiert und ihre Gedanken und Meinungen gegenseitig ausgetauscht.
… Besonders interessant waren die Betreuungsgespräche, die sie im Februar mit der Psychotherapeutin Clara Millstedt geführt hatten. Ihr gemeinsamer Sex zu viert war dabei im Vordergrund gestanden und Clara hatte sowohl den Robertsons als auch den Berlinghoffs ihren Segen dazu gegeben. Sie hatte aber beide Ehepaare ermahnt, vorsichtig damit umzugehen, und sie wiederholte nochmals die Gefahr, dass die Überkreuzlieben zu stark werden könnten.
… „Und denkt bitte auch daran, die Regeln für euren Sex klar festzulegen“, hatte sie noch hinzugefügt, „und dann müssen wir die Vereinbarung zur ‚Ehe 2.0‘ ergänzen. Es wird für euch eine Version zwei geben.“
… Ausgiebig unterhielten sie sich auch über die Zukunft des ‚Instituts für Sexualtherapie‘. Mailin hatte Anfang April vom Ehepaar Müller die Gesamtleitung übernommen. Das war bereits für Anfang des Jahres geplant gewesen, hatte sich aber aufgrund juristischer Themen verzögert. Doktor Olaf Müller führte den medizinischen Bereich noch weiter, unterstützt von seiner Assistentin Anna und von Hildegard, die alle zwei Wochen zwischen dem ‚Institut‘ und der Villa Waldenfels pendelte, mit Ausnahme bestimmter Spitzenzeiten, wie eben jetzt während der Sommerferien.
… Mittlerweile stand auch fest, dass sich Agnes und Olaf Müller ungefähr Ende 2008 komplett zurückziehen würden. Zu diesem Zeitpunkt würde Mailin Eigentümerin werden. Damit war der Zeitrahmen abgesteckt, in welchem ein neues Konzept zu entwickeln war. Während der Pfingstferien waren Sandra und Marco mit ihren drei Kjndern für vier Tage hingefahren, wohnten aber in einem anderen Wellnesshotel, denn das ‚Institut‘ war ausgebucht und in der Anlage ging es viel zu freizügig zu, als dass man Kjinder dort herumlaufen lassen konnte.
… Während Sandra sich um ihre drei Lieblinge kümmerte, hatte Marco eine Reihe von Besprechungen mit Mailin und ihren Mitarbeitern gehabt. Das war nur immer wieder stundenweise zwischendurch möglich gewesen, denn alle hatten vollauf zu tun. Aber sie kamen zu einem Vorgehensplan und waren sich einig, dass es nicht ohne Hinzuziehung externer Fachleute gehen würde.
… Die beiden Ehepaare sprachen auch über den Familienzuwachs bei Marcos Schwester. Ingrid war ja schwanger gewesen, als sie über Weihnachten in Deutschland war. Ende Juni war Henrik zur Welt gekommen, sehr zur Freude seiner Eltern. Sandra war für eine Woche nach Sandnes gekommen, um zu helfen, da Ingrids Schwiegermutter erkrankt war und ausfiel. Danach war sie von Marcos Mutter Hannelore abgelöst worden, die aus England eingeflogen war. Während Sandras Abwesenheit hatte sich das Au-pair-Mädchen um Alexander und Valentina gekümmert, während Sandras Mutter Gerda Sophias Betreuung übernommen hatte.
… „Genug herumgequatscht“, ließ sich nun Sandra vernehmen, „jetzt wollen wir endlich vögeln.“
… Penny nickte bestätigend und grinste. Belustigt sahen David und Marco einander an, offenbar hatten ihre Eheweibchen sich wieder etwas ausgedacht. „Wie dürfen wir euch denn ficken?“, war Marcos Frage.
… „Zunächst gar nicht.“ Sandra lachte. „Ihr seid von unserer Wanderung immer noch verschwitzt. Also zuerst geht’s unter die Dusche.“
… „Wie wär’s und wir duschen zu zweit“, schlug David vor, aber schon nach wenigen Minuten würde er das bereuen.
… „Aber natürlich“, antwortete Penny, „natürlich zu zweit. Das wird ein gelungenes Vorspiel.“
… Die vier marschierten die Treppe hoch und lauschten zunächst an den Türen, aber von ihren Kiindern war nichts zu hören. Voller Erwartung betrat David hinter den beiden Frauen das Badezimmer: „Mit welcher von euch darf ich denn in die Kabine?“
… Sandra lachte daraufhin glucksend: „Mit keiner. Wir machen es heute so: Zuerst sind Penny und ich dran und dann Marco und du. Und ihr werdet alles nachahmen, was wir euch vormachen.“
… „Sei ihr noch bei Trost? Nie und nimmer werden wir das tun!“ David sah seine beste Freundin irritiert an.
… „Ach, mein lieber David“, flötete diese, „du willst doch nachher vögeln oder nicht? Das geht nur, wenn ihr genau das tut, was wir euch sagen.“
… David sah seinen Freund ratlos an und Marco klopfte ihm auf die Schulter: „Lass’ den Frauen ihren dominanten Spaß. Ich weiß aus Erfahrung, dass es zumindest auszuhalten ist.“ Doch wenn er gewusst hätte, was gleich von ihnen verlangt werden würde, wäre er sich da nicht mehr so sicher gewesen.
… Penny und Sandra hatten sich nackt ausgezogen und die Männer hatten es ihnen gleichgetan. Als die heiße Dusche lief, ging Sandra hinein und zog Penny nach. Sie drehten das Wasser ab und begannen, einander einzuseifen. Besonders gründlich widmeten sie sich den erogenen Zonen.
… Zuerst konnten die Männer durch die Milchglasscheibe nur Schemen erkennen, aber dann kam einer von ihnen auf die Idee, die Kabinentür einen Spalt zu öffnen und durchzulugen. Zusammen sahen sie nun, wie sich ihre Frauen gegenseitig stimulierten, bis sie schließlich die Seife abwuschen und mit einem Lachen die Dusche verließen.
… „Genau so macht ihr beide das jetzt auch“, grinste Sandra ihre beiden Männer an. „Ihr könnt bei den Pimmeln sicher richtig zupacken.“ Beide Frauen lachten schallend, während Sandra ihren und Pennys Mann nun in die Kabine schubste.
… Unschlüssig starrten die beiden einander an. Noch nie hatten sie einen anderen Mann intensiv bei den Genitalien berührt.
… „Was ist?“ Penny lachte ihre Männer an. „Wollt ihr uns anschließend ficken oder nicht?“
… „Naja, schon“, meinte David, aber er rührte sich nicht.
… „Machen wir unseren Frauen die Freude“, meinte Marco schließlich, „schließlich beherrschen sie uns heute.“ Er drehte das Wasser auf und ließ es auf ihre Körper prasseln.
… Nach einer Minute stellte er es wieder ab und fing an, Davids Körper einzuseifen. Als er bei dessen Unterkörper angekommen war, kniete er sich nieder, um Davids Beine und Füße zu erreichen. Aus den Augenwinkeln sah er, dass sich die beiden Frauen so wie sie selbst vorhin durch einen geöffneten Spalt der Kabinentür nichts entgehen ließen.
… Marco tat jedoch so, als bemerke er das nicht, und irgendwie begann es ihm Spaß zu machen, Penny und Sandra ein Schauspiel zu bieten. Er fasste um David herum und seifte dessen Hintern ein, wobei er die Pobacken knetete.
… Als David sich vernehmlich räusperte und Marco zu ihm hochblickte, sah er dessen verwirrten Ausdruck im Gesicht, und von der Kabinentür her hörte er die beiden Frauen kichern. „Weiter, Marco, mach weiter“, wurde er von Penny angestachelt, „mein Mann wird das mögen.“
… Dadurch eine Spur ermutigt, tastete sich Marco nun in Davids Pospalte und fuhr darin mit der Seife auf und ab. Dabei drückten seine Finger im Vorbeigleiten auf dessen Anus. Dann übernahm seine rechte Hand die Seife, er fuhr mit ihr von vorne zwischen Davids Beine und massierte mit der Seife dessen Schritt. Seine Linke kam von oben, kraulte Davids Schambehaarung, streifte kurz dessen Pimmel und übernahm von der Rechten den eingeseiften Hodensack, den er mit sanften Kontraktionsbewegungen stimulierte.
… Marco sah hautnah vor sich, wie sich der Penis seines Freundes aufzurichten begann, die Behandlung schien David zu gefallen und offensichtlich hatte er verdrängt, dass ein Mann ihm diesen Genuss bereitete. Zart ließ Marco die Seife über die Haut des schönen schwarzen Stücks gleiten, das glatt und lang direkt vor seinem Gesicht hing. Er zog Davids Vorhaut zurück und seifte die Eichel ebenfalls ein, was David ein Röcheln entlockte.
… Kurz blickte Marco nach rechts und stellte fest, dass nicht nur das Kichern verstummt war, sondern das die beiden Frauen Kulleraugen bekommen hatten. Fasziniert starrten sie auf das Schauspiel, vermutlich hatten sie sich nicht vorstellen können, wie weit Marco gehen würde.
… Der beschloss, noch eine kleíne Schau abzuziehen, nachdem er erkannt hatte, dass David sich nicht verweigern würde. Davids Teile waren nun fertig eingeseift und Marco fing an, mit seiner rechten Hand Davids Schaft intensiv zu massieren. David stöhnte mit offenem Mund und schließlich fand Marco, dass es nun soweit war. Er nahm Davids Eichel in den Mund und streifte mit seinen Lippen die Seife ab, die er sofort ausspuckte. Zweimal wiederholte er das, dann war die Eichel frei und er begann, an ihr zu saugen.
… In Windeseile wurde Davids Schwanz beinhart, er röchelte mit geschlossenen Augen und der Sabber lief ihm aus dem Mund, wie Marco beim Hochsehen erkannte. Stöhngeräusche kamen jetzt auch von rechts, die Frauen rieben ihre Kitzler um die Wette, während sie die geile Szene in der Dusche verfolgten.
… Doch schließlich raffte Penny sich auf: „Schluss, Marco“, rief sie in die Dusche, „er kann’s kaum noch halten und er soll mich doch ficken.“
… Marco erwachte aus der Trance, in die er beim Blasen des schwarzen Schwanzes gefallen war, und ließ Davids Latte aus seinem Mund gleiten. Der stieß einen Seufzer der Enttäuschung aus, denn vermutlich hatte er sich gerade auf seinen herannahenden Orgasmus konzentrieren wollen.
… Marcos Glied stand steif ab, die ganze Prozedur war sehr erregend gewesen. Doch nun gehorchte er Penny und ließ ab von seinem besten Freund. Schnell seifte er sich selbst ein, dann drehte er das Wasser auf und führte den Duschkopf über ihre beiden Körper.
… Schließlich verließen sie hintereinander die Duschkabine und wurden von ihren Frauen in Empfang genommen. Penny und Sandra waren von ihrer Erregung nur wenig heruntergekommen, sie hüllten ihre Männer in Badetücher, rubbelten sie notdürftig trocken und führten sie schließlich ins Bett, und zwar ins jeweils eheliche.
… Am nächsten Morgen erzählten sie einander mit viel Freude, wie sich ihre aufgestaute Erregung in intensiven und sehr befriedigenden Geschlechtsakten entladen hatte.

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