Ehepaar auf Abwegen, 20. Teil

Kommentar   16

Ehepaar auf Abwegen, 20. Teil
Fortsetzung, autobiographischer Inhalt
… Es war Mittwoch nach Ostern, der dritte April 2002. Marco hatte bei der Arbeit etwas früher Schluss gemacht und Karl, der Cheffahrer der Firma Waldenfels, hatte ihn abgeholt und zu einem Restaurant in der großen Nachbarstadt gefahren, in welcher die Firma ihren Hauptsitz hatte. Dort sollte er sich wieder mit Alfred und Heinrich Waldenfels zum Abendessen treffen.
… Als er eintraf, waren die beiden älteren Herren schon da. Sie unterhielten sich zuerst über Alltägliches, dann, nach der Vorspeise, wurde Sandra zu ihrem Hauptthema. Marco musste den beiden zugestehen, dass sie sich wirklich um seine von ihm getrennt lebende Frau gut kümmerten. Sie ließen Sandra, ohne dass sie das merkte, überwachen, was zwar rechtlich nicht ganz einwandfrei, für Marco aber wichtig war.
… „Sandra ist mittlerweile recht stabil“, meinte Heinrich, als sie die Suppe löffelten, „in ihre Arbeit hat sie sich schnell eingefunden, ihr Abteilungsleiter ist sehr zufrieden. Wir glauben, dass wir sie nicht mehr überwachen müssen, um sie vor sich selbst zu schützen, sie wird keine Dummheiten oder Kurzschlusshandlugen machen.“
… „Ja, das glaube ich auch“, pflichtete Marco bei, „sie hält alle vereinbarten Kiinderbetreuungszeiten ein und sie hat ihre Mutterrolle im Griff. Sie schaukelt auch wieder den Haushalt und unsere Haushaltshilfen.“
… Das war nun auch etwas leichter, denn Alexander, dessen vierten Geburtstag sie im März gemeinsam gefeiert hatten, hatte mittlerweile einen Ganztagesplatz im Kiindergarten bekommen.
… „Und Sandra ist nicht mehr so angespannt wie vorher.“ Alfred sah man an, wie zufrieden er mit dieser Entwicklung war. „Seit Zita sie unter ihre Fittiche genommen hat, ist sie auch wieder zu der attraktiven jungen Frau geworden, die sie vorher gewesen ist. Deshalb sollten wir unseren Sicherheitsdienst auch weiter auf sie aufpassen lassen, nicht dass irgendein Möchtegern übergriffig wird.“
… „Ihr mögt Sandra wirklich sehr, nicht wahr?“ Marco schaute die Brüder Waldenfels an.
… „Ja, tun wir“, antwortete Heinrich, „und dich auch, Marco. Ihr seid uns seit dem letzten Sommer beide ans Herz gewachsen. Natürlich kommen wir dabei auch auf unsere Kosten.“ Er kicherte leise.
… „Naja, das ist nur fair“, meinte Marco, „obwohl ich zugeben muss, dass es mir am Anfang schon schwer fiel, euch beim Ficken mit Sandra zuzusehen. Aber ihr habt schon Recht gehabt, besser sie ist eure Geliebte, als dass sie sich auf irgendwelche Blödmänner einlässt, die sie irgendwo aufreißt. Und auf jeden Fall muss ich meine Kijnder davor bewahren, dass fremde Männer im Haus auftauchen und über Nacht bleiben.“
… Es hatte sich eingependelt, dass Sandra einmal in der Woche zur Villa Waldenfels gebracht wurde und dort die Kurtisane der beiden Brüder spielte, zu deren Freude mit wachsendem Vergnügen. In den ersten Wochen hatte Marco noch einige Male heimlich zugeschaut, aber damit hatte er aufgehört.
… „Ich bin froh, dass ihr zu eurem Wort steht, ihr beiden“, setzte Marco fort, „ihr überfordert sie nicht und macht keine allzu großen Schweinereien mit ihr. Sie ist wirklich aufgeblüht, seit sie wieder regelmäßig Sex hat. Ich bin sehr neugierig, wann sie mir diesbezüglich reinen Wein einschenken wird.“
… „Sie bespricht das mit uns fast jedes Mal“, berichtete Alfred, „sie plagt ein wenig das schlechte Gewissen, auch wenn wir ihr das auszureden versuchen. Aber andererseits hat sie gefragt, ob sie uns nicht öfter treffen kann, es würde ihr großen Spaß machen. Ehrlich gesagt, so etwas rutscht uns Alten wie Honig hinunter.“
… Sie lachten über diesen kleinen Scherz und Marco fragte: „Und, werdet ihr?“
… „Da sind wir nicht ganz sicher. Wir haben es nicht nötig und eigentlich zu wenig Zeit dafür. Und Sandra braucht es auch nicht wirklich. Aber wir haben vor, sie zu Abendveranstaltungen und Einladungen mitzunehmen. Kurtisanen tun so etwas.“
… Wieder mussten sie lachen. Dann erzählte Heinrich noch, was ihnen Zita, ihre Hausdame, mitgeteilt hatte. Gemeinsam hätten sie und Sandra einen Teil von Sandras Garderobe erneuert und sich um ein attraktiveres Outfit gekümmert. Sandra hätte einen exquisiten Geschmack, hatte Zita festgestellt, sie hätte das gut auch alleine machen können, es wäre nur ein Antrieb nötig gewesen. Mittlerweile käme sie jedoch gut selbst zurecht.
… Das klang alles sehr erfreulich und sie hoben zum Abschluss noch zwei von dem Armagnac, für den das Restaurant berühmt war. Vergnügt schlüpften sie in ihre Jacken und traten auf die Straße, wo Karl mit der Limousine wartete.
… „Wir bringen zuerst Herrn Berlinghoff nach Hause, Karl, wir müssen mit ihm noch über Paula sprechen“, sagte Alfred zu ihm.
… Karl sah ihn fragend an und Alfred nickte ihm zu.
… „Paula“, schnaubte Karl daraufhin, „ihr hättet eure Paula besser erziehen sollen. Sie krempelt euren ganzen Laden um.“
… Alfred und Heinrich sahen einander an und schmunzelten. „Wieso, was hat sie denn schon wieder angestellt, Karl?“, fragte Heinrich.
… „Na was schon?“ Aufgebracht blickte Karl ihn an. „Stellt euch vor, sie hat die Leitung des Fuhrparks neu besetzt. Und wisst ihr, mit wem? Mit meiner Tóchter! Mit Nicole! Eine Frau als Fuhrparkchefin! Geht’s noch? Und jetzt ist sie sogar meine Vorgesetzte! Ich glaube, ich gehe in Rente.“
… Die Brüder Waldenfels lachten daraufhin schallend. „Nichts wirst du, Karl.“ Alfred klopfte ihm auf die Schulter. „Du gehst erst, wenn auch wir abtreten, das weißt du doch. Und nimm‘ es gelassen. Die Zeichen der Zeit stehen nun mal auf Frauenpower.“
… Während Karl ihnen grummelnd die Wagentür aufhielt, ließ Alfred ihren Gast einsteigen. Die Limousine war sehr geräumig, man saß einander gegenüber mit viel Beinfreiheit und man konnte bei Bedarf einen Tisch in der Mitte herausklappen.
… Das tat Alfred und servierte einen Cognac. „Ich sehe, Marco, dass du einige Fragezeichen in deinem Gesicht hast“, sagte er dann, „Karl und wir sind alte Freunde, von kleín auf, denn die Chauffeursfamilie wohnt seit alters her in der Villa. Karl weiß, bei welcher Gelegenheit er wie mit uns reden darf. Bei dir war er zunächst unsicher, deshalb unser Augenkontakt. Jetzt weiß er, dass er sich in deiner Gegenwart nicht zurücknehmen muss. Seine beiden Kijnder arbeiten auch bei uns. Sein Sohn ist Paulas Fahrer und seine Tóchter ist offensichtlich befördert worden. Mit beiden ist Paula befreundet, seit sie kleín waren. Normalerweise würde Karl über sie nichts sagen. Er ist eben noch ein alter männlicher Haudegen.“
… Daraufhin mussten sie wieder lachen und ließen sich den Cognac schmecken. Sie sprachen noch eine Zeitlang über Paula. Marco informierte Alfred und Heinrich darüber, dass er zwei Tage später, am Freitag sein erstes Treffen mit ihr haben würde. Paula hatte am Nachmittag in ihrem Werk in seiner Stadt zu tun und er hatte sie zum Abendessen in jenes gutbürgerliche Lokal eingeladen, das die Brüder Waldenfels im letzten September kennengelernt hatten.
… Dann sprachen sie noch über Penny Robertson. Eine Sorgenfalte huschte über Alfreds Gesicht, als er Marco informierte, dass Paula ihnen gesagt habe, Penny habe private Probleme.
… „Was wisst ihr denn konkret darüber?“, hakte Marco nach.
… „Sonst eigentlich nichts weiter“, meinte Heinrich, „aber wir machen uns Sorgen, schon als verantwortungsbewusste Unternehmer. Penny leistet hervorragende Arbeit, sie hat die Reisestelle unglaublich schnell auf neue, effiziente Beine gestellt. Und zu ihren persönlichen Eigenschaften brauche ich dir nichts zu sagen.“
… Marco nickte: „Penny ist einfach großartig, aber ihr Mann auch. Sie haben Sandra und mir sehr geholfen und jetzt kümmert sie sich intensiv um Sandra, obwohl sie selbst viel zu tun und ja, privat echte Probleme hat. Mehr darf ich euch leider nicht sagen, das könnte nur sie selbst.“
… „Das verstehen wir natürlich“, erwiderte Alfred, „gibt es irgendetwas, das wir tun können?“
… „Ich glaube nicht, es ist eine sehr persönliche Angelegenheit.“
… Was Marco nicht sagen durfte, war die gesamte Misere um Pennys und Davids Kijnderwunsch, wobei David mittlerweile die treibende Kraft geworden war. Im März hatte es erneut einen ernüchternden Fehlschlag gegeben. Pennys hatte den Embryo verloren, der ihr sechs Wochen zuvor eingepflanzt worden war. Sie hatte sich im Job nichts anmerken lassen, ihre Beherrschung war fast übermenschlich. Aber zu Hause war sie danach für einige Zeit das heulende Elend. Und kaum hatte sie sich etwas erfangen, wollte David eine Wiederholung. Er löcherte seine Frau so lange, bis sie schließlich einverstanden war, obwohl sich ihre innere Stimme massiv dagegen aussprach. Sie hatten Streitgespräche, in denen sie einander Vorwürfe machten, über Dinge, die weit in die Vergangenheit zurückreichten und eigentlich längst vergeben und vergessen sein sollten.
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… Freitagabend saß Marco in dem ländlichen Lokal, in das er Paula Waldenfels eingeladen hatte. Am Telefon war sie recht schnippisch gewesen. „Sie sind also der Gigolo, den mein Vatér und mein Onkel für mich ausgesucht haben“, hatte sie ins Mikrofon geblökt, „glauben Sie, dass Sie der Aufgabe gewachsen sind? Ich habe gehört, dass Ihre Frau Sie verlassen hat. Das spricht nicht für Sie.“
… Marco war auf eine solche Argumentation nicht vorbereitet gewesen. „Das … äh … ist so nicht richtig …“, wollte er seine Entgegnung starten, aber Paula war ihm schon zuvorgekommen: „Egal, was Sie sagen, ich habe versprochen, Sie mir anzuschauen und das werde ich tun. Also, wann und wo?“
… Völlig aus seinem Konzept gebracht, war er gerade noch in der Lage, ihr das Lokal zu nennen, dann legte sie auf.
… Als Marco jetzt an ihr Telefongespräch dachte, war ihm durchaus klar, dass der Abend völlig daneben gehen konnte. Allerdings hätte er dann nicht gewusst, wie er den Brüdern Waldenfels beibringen sollte, dass er gescheitert war.
… Aber es kam ganz anders. Es wurde ein gelungener, unterhaltsamer Abend. Er begann damit, dass er gleich Gefallen an Paula fand, als sie die Gaststube betrat. Sie wurde zu Marcos Tisch gewiesen, während einige Männer sich nach ihr umsahen und durch die Zähne pfiffen.
… Marco hatte sich erhoben und war ihr einige Schritte entgegengeeilt. „Frau Doktor Waldenfels“, sagte er, „ich freue mich, Sie kennenzulernen.“
… „Papperlapapp“, antwortete sie, „bitte nennen Sie mich Paula. Und ich werde Marco zu Ihnen sagen, falls sie nichts dagegen haben.
… Marco beeilte sich, zuzustimmen, während er ihr einen Stuhl zurechtrückte und sie sich darauf niederließ. Dann betrachtete er sie. Sie war schlank und einen halben Kopf kleiner als er. Ihre blonden Haare waren im Nacken geschnitten, sozusagen ein wenig nach Pagenkopf-Manier, allerdings waren sie in der Mitte gescheitelt. Sie war geschäftsmäßig gekleidet, ihr Kostüm war knielang und zeigte nur wenig von ihrer Figur. Mit ihren braunen Augen und ihren etwas hervorstehenden Backenknochen wirkte sie apart, aber den Vergleich mit Sandra hielt sie nicht aus, fand er. Für diesen Gedanken schalt er sich selbst, denn es ging nicht um eine Schönheitskonkurrenz, sondern er hatte schließlich einen Auftrag zu erfüllen.
… Der Wirt selbst eilte zur Aufnahme der Bestellungen herbei. Marco hatte ihm natürlich vorher eingeschärft. um welchen Gast es sich handelte.
… „Frau Doktor Waldenfels, ich bin geehrt, Sie hier bei mir begrüßen zu dürfen“, schleimte er, „darf ich Ihnen einen Aperitif bringen?“
… Paula wählte einen Kir Royal und Marco bestelle ein einfaches Bier. Danach forderte sie ihn auf, für sie das Essen auszuwählen.
… Er konnte sich nicht zurückhalten und fragte nach: „Wirklich, Paula? Sie wurden mir als emanzipiert und sehr selbständig beschrieben. Sie sind doch eine Powerfrau.“
… Ihr Lachen wirkte ansteckend und irgendwie leuchtete dabei ihr Gesicht, fand Marco.
… „Von wem haben Sie denn das? Von meinem Váter?“
… „Nein, nein“, erwiderte er, „ich habe das schon selbst herausgefunden.“
… „Und einiges hat Ihnen sicher Ihre Freundin, Frau Robertson, erzählt.“
… Das stimmte, aber er konnte Penny natürlich gegenüber ihrer obersten Chefin nicht in die Pfanne hauen. Also hob er nur seine Schultern.
… „Sie brauchen das nicht auszusprechen, Marco, ich weiß es auch so. Sie hat mir erzählt, dass Sie ganz enge Freunde sind, und dass sie sich jetzt besonders um Ihre Frau kümmert. Übrigens, was ich über Ihre Frau am Telefon sagte, meinte ich nicht so. Es tut mir leid und ich entschuldige mich. Mir ist nur plötzlich bewusst geworden, wie unwirklich die ganze Situation ist. Mein Váter beauftragt einen Mann, mich zu schwängern, weil ich selber zu blöd bin!“
… „Nein, Paula, so war es ganz und gar nicht. Alfred und Heinrich haben lediglich den Wunsch geäußert, dass ich mich um Sie bemühen soll, und ich habe zugestimmt. Und Sie brauchen sich nicht zu entschuldigen, ich verstehe das vollkommen. Aber meine Frau hat mich nicht verlassen, das muss ich schon richtigstellen.“
… Erneut lachte Paula: „Gekränkte Männlichkeit, Marco? Dann erzählen Sie mir doch, wie es sich zugetragen hat, sodass Sie jetzt frei wären für mich.“
… „Das mache ich natürlich gerne, Paula, obwohl ich annehme, dass Sie das meiste schon wissen. Aber vorher noch eine Frage: Wollen Sie wirklich Mutter werden oder ist das nur der Druck Ihres Váters?“
… Paula sah ihn etwas verblüfft an. Mit dieser konkreten Frage schien sie nicht gerechnet zu haben. Sie dachte kurz nach und antwortete dann: „Ich will es selbst, Marco, und zwar möglichst bald, denn ich werde dreiunddreißig und meine biologische Uhr beginnt zu ticken. Du liebe Zeit, wie ich diesen Spruch hasse.“
… „Ich freue mich“, schmunzelte Marco, „dass es mir gelungen ist, Sie ein wenig aus dem Konzept zu bringen. Und ich nehme an, nur dem Druck Ihres Vaters hätten Sie nicht nachgegeben, so wie ich Sie einschätze.“ Die Unterhaltung mit dieser Frau fing Marco an, Spaß zu machen.
… „Da haben Sie verdammt noch mal Recht“, lächelte sie, „ich bin eben eine Powerfrau, die sich nichts so leicht aufzwingen lässt.“
… Jetzt lachten beide. Vergnügt fragte Marco: „Also soll ich jetzt wirklich für Sie bestellen?“
… Aufgekratzt antwortete sie: „Heute spiele ich mal ‚Weibchen‘. Glauben Sie, dass Sie damit klarkommen?“
… „Aber sicher doch“, entgegnete Marco, „irgendetwas, das Sie nicht mögen?“
… „Kein Schweinefleisch bitte, sonst geht alles. Und bitte kein Dessert.“
… „Alles klar.“ Marco stellte ein Menü zusammen und gab es dem Wirt in Auftrag. Der rief die Bestellung in die Küche, den Wein brachte er sofort und schenkte auch gleich ein.
… Marco beobachtete, wie Paula einen großen Schluck nahm, und stellte nochmals eine Frage: „Etwas ist mir noch nicht klar, Paula. Wofür brauchen Sie mich überhaupt? Sie könnten sich doch einen perfekten Samenspender auswählen und sich künstlich befruchten lassen. Schließlich sind Sie doch … äh …“ Marco brach ab, denn er wollte nicht unhöflich erscheinen.
… „Lesbisch, meinen Sie?“ Paula lachte erneut. „Sie können das ruhig aussprechen, sogar die Zeitungen haben darüber schon berichtet. Und zu Ihrer Frage: Ich habe mich beraten lassen. Der natürliche Zeugungsweg hat eine deutlich höhere Erfolgswahrscheinlichkeit und ich habe nicht beliebig viel Zeit. Und es ist eine Frage des Stils. Ich will eine ordentliche Zeugung und einen echten Váter für mein Kiind, einen, den es später anfassen kann. Alfred und Heinrich haben mir zu verstehen gegeben, dass Sie so einer wären, Marco. Ein Vater zum Anfassen, meine ich, der auch für sein Kiind da sein wird.“
… Marco nickte ihr zu: „Darauf können Sie sich hundertprozentig verlassen.“
… Paula schwieg kurze Zeit und musterte ihn. Dann befahl sie plötzlich: „Los, Marco, stehen Sie bitte mal auf.“ Als er zögerte, ergänzte sie: „Na, machen Sie schon und drehen Sie sich um Ihre Achse. Ich muss doch wissen, worauf ich mich einlassen soll.“
… Also tat er ihr den Gefallen. Dann, als er sich wieder setzen durfte, fragte er: „Sind Sie zufrieden, Paula?“
… Wieder lachte sie ihn an: „Naja, ein Adonis sind Sie nicht gerade. Aber für meine Zwecke wird es reichen.“
… Da musste auch er wieder lachen und in bester Laune tranken sie die erste Flasche leer, kurz bevor der Wirt die Vorspeise servierte und gleich danach die nächste Flasche brachte.
… Marco beobachtete, wie sie den gemischten Vorspeisenteller mit großem Appetit vertilgte. Dann begann sie ihn auszufragen, über seine Ausbildung, seinen beruflichen Werdegang und schließlich über seine Ehe und Familie. Obwohl er nicht sehr empathisch war, konnte er erkennen, dass sie wirkliches Interesse an seinen Antworten entwickelte. Deshalb versuchte er, ehrlich zu sein. Jede Art von Lüge fiel ihm ohnedies schwer.
… Währenddessen vernichteten sie die zweite Flasche Wein und der Wirt brachte unaufgefordert die nächste. Kalbsragout mit Gemüse war ihre Hauptspeise, die von Paula sehr gelobt wurde, und nachdem sie aufgegessen war, kam auch Marcos Geschichte zu ihrem Ende. Er hatte viel erzählt, aber noch mehr ausgelassen, und war meist an der Oberfläche geblieben. Aber er hatte durchaus ihren wunderbaren ehelichen Sex geschildert und einige ihrer gemeinsamen sexuellen Eskapaden zum Besten gegeben, den Gangbang zum Beispiel, das eine oder das andere ihrer Rollenspiele oder das, was sie bei ihren Waldläufen erlebt hatten, als sie im „Institut für Sexualtherapie“ zu Gast gewesen waren. Ihre Trennung hatte er nur kurz erwähnt und Paula war taktvoll genug gewesen, nicht weiter nachzufragen. Er hätte seine Frau ohnehin nicht bloßstellen wollen.
… „Ich weiß eigentlich nicht, warum ich Ihnen das so ausführlich erzählt habe, Paula“, sagte er zum Schluss.
… Paula schien ziemlich beeindruckt von dem, was sie gerade erfahren hatte. „Ich glaube, meine Väter hatten Recht, Sie auszuwählen, Marco.“ Sie hatte schon eine ziemlich schwere Zunge.
… „Väter?“, echote dieser verblüfft.
… „Ups! Das ist mir so rausgerutscht. Kann ich Ihnen das beim nächsten Mal erzählen? Am Sonntag zum Beispiel? Bei uns in der Villa?“
… Marco dachte kurz nach, was ihm aufgrund des Alkohols nicht mehr ganz leichtfiel. Als er schließlich nickte, ließ Paula noch zwei Gläser Wodka kommen.
… „Den benötigen wir, um zum ‚Du‘ zu kommen.“ Der Alkohol sorgte dafür, dass ihre Stimme breiig klang. Mit dem Wodka stießen sie dann an, sie küssten einander und von da an waren sie per ‚Du‘.
… Unmittelbar darauf wollte Paula aufbrechen. Das Dienstfahrzeug stand bereits vor dem Haus.
… „Das ist Gerhard, mein Fahrer“, sagte sie zu Marco. Gerhard stand neben Paulas BMW und hielt ihr die hintere Tür auf.
… „Sehr erfreut!“ Marco trat zu Gerhard und schüttelte ihm die Hand.
… Und das ist Marco, äh … Herr Berlinghoff. Den werden wir jetzt öfter sehen.“ Es war ihr nicht ganz gelungen, den Satz zusammenhängend herauszubringen. Sie wandte sich wieder Marco zu: „Sollen wir dich nach Hause bringen?“ Sie schwankte leicht in der kühlen Nachtluft und drückte sich ziemlich eng an ihn und irgendwie gefiel ihm das.
… „Nein danke, Paula. Lass‘ mich zu Fuß gehen. Ich habe nur eine Viertelstunde und das lüftet durch.“
… „Naja, wie du meinst. Wir sehen uns dann am Sonntag. Ich lasse dich abholen. Gute Nacht!“
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… Zwei Tage später führte die Hausdame Zita Paulas Gast in den Speisesaal der Villa Waldenfels. Der riesige Tisch, der wohl mindestens fünfzehn Personen Platz bieten konnte, war leer bis auf zwei einsame Gedecke, die am oberen Ende lagen. Marco setzte sich auf den Platz, auf den Zita gezeigt hatte. Er war eine halbe Stunde vorher von Gerhard, Paulas Fahrer, abgeholt worden und hatte die Fahrzeit für ein angenehmes Gespräch mit ihm genutzt. Im Gegensatz zu seinem Vatér schien Gerhard kein Problem damit zu haben, dass seine Schwester Nicole jetzt auch seine Chefin war.
… Nach einigen Minuten erschien Paula und er erhob sich wieder. Er war ‚overdressed‘, wie er schnell feststellte, denn er hatte einen dunkelblauen Abendanzug mit passender Krawatte gewählt und sie stand ihm in einem sehr kurzen und deutlich ausgeschnittenen Hauskleid gegenüber. Er reichte ihr zur Begrüßung die Hand und sagte dann geistesgegenwärtig: „Los, Paula, zeig‘ dich mir, dreh‘ dich mal schön.“
… Zuerst sah Paula ihn überrascht an, doch dann gehorchte sie. Marco sah interessiert zu und wohlgefällig schweifte sein Blick über ihre Figur, die er jetzt zum ersten Mal registrieren konnte.
… Als Paula das sah, beendete sie ihre Vorstellung und trat zu ihm. Sie umarmte ihn leicht und küsste ihn auf die Wange, dann bat sie, dass er Platz nehmen solle.
… „Ich mag es, wenn ein Mann auch mal den Ton angibt“, sagte sie, „ich erlebe im täglichen Umgang zu viele Schleimer und Weicheier.“
… Marco lachte und erwiderte: „Zu dieser Sorte gehöre ich bestimmt nicht.“
… Paula lachte auch: „Wenn es so wäre, würden wir ganz sicher nicht hier sitzen.“ Während sie Wein einschenkte, kam eine wohlbeleibte Frau herein, Ende fünfzig, schätzte Marco. Sie stellte eine Platte mit kalten Vorspeisen auf den Tisch.
… „Das ist Berta“, stellte Paula sie vor, „sie ist eine großartige Köchin.“
… „Nanana“, meinte diese daraufhin, „nicht zuviel der Blumen. Übrigens gibt’s heute etwas leichtes Italienisches. Amore geht nur ohne schweren Magen.“ Sie schnalzte mit der Zunge und sah Marco an: „Und wehe, Herr Berlinghoff, Sie achten nicht auf mein kleínes Mäuschen hier. Ich schlage Sie sonst mit meiner Pfanne bei der Tür hinaus, das können Sie mir ruhig glauben.“
… Marco hätte fast geschmunzelt, aber er konnte es gerade noch verbergen: „Ich glaube Ihnen jedes Wort, Berta, aber ich versichere Ihnen, ich werde mit Frau Doktor Waldenfels ganz behutsam umgehen. Es wird ihr an nichts fehlen.“
… „Das will ich Ihnen auch geraten haben“, sagte sie mit erhobenem Finger, dann verschwand sie.
… Als sie weg war, hielt Marco sich nicht mehr zurück. Er lachte lauthals auf und sagte: „Jedesmal, wenn ich jemanden von eurem Personal treffe, ist es irgendwie witzig.“
… „Was ist denn so witzig?“
… „Nun ja, wie Berta mit mir umgesprungen ist, obwohl ich hier Gast bin. Und es schien, als ob sie wüsste, was wir vorhaben. Oder Karl neulich, wie er bei deinem Váter über dich geschimpft hat.“
… Paula lachte laut heraus. Während sie mit Genuss aßen, die Vorspeisen waren wirklich exzellent, erläuterte sie ihm, wie die Villa als Großindustriellenhaushalt funktionierte. Für Marco war das neu, denn er hatte bisher nur Familienhaushalte erlebt.
… „Die Familie, derzeit nur Alfred, Heinrich und ich, und das Personal leben, man könnte fast sagen, auf Gedeih und Verderb zusammen. Es ist immer noch so wie vor hundert Jahren. Ein Teil der Angestellten wohnt sogar in der Villa. Sie werden behandelt wie Familienmitglieder und finanziell wird für sie großzügig gesorgt. Viele von ihnen bleiben ihr ganzes Leben bei uns und die meisten kennen mich seit meiner Geburt. Auf diese Weise entsteht eine besondere Beziehung. Du darfst es Berta nicht übelnehmen, aber sie will mich nur beschützen. Meine Mutter starb, als ich war, und Berta und die anderen, auch Karl, haben mich durch diese Zeit getragen. Ich liebe sie alle und sie lieben mich. Und Berta sieht in mir immer noch das kleíne Mädchen, dem sie heimlich Kuchenstücke zugesteckt hat.“
… „Ich nehme Berta ganz sicher nichts übel, im Gegenteil, ich bin enorm beeindruckt. Das ist für mich eine ganz neue Welt.“
… „Das glaube ich dir, Marco.“ Paula lächelte: „Und natürlich weiß Berta, was wir vorhaben. Ein Haushalt wie der unsere ist für das Personal ein riesengroßer Umschlagplatz für Klatsch und Tratsch. Das ist ein Nachteil, den eine Familie wie wir in Kauf zu nehmen hat. Das muss auch dir klar sein. Sie wissen über dich Bescheid und sie wissen, dass es deine Frau ist, die wöchentlich von Karl hergebracht wird und sich von meinem Váter und meinem Onkel vögeln lässt.“ Als sie sah, wie Marco zusammenzuckte, legte sie eine Hand auf seine. „Wenn dir das etwas ausmacht, müssen wir aufhören. Ich kann den Tratsch leider nicht verhindern. Was glaubst du erst, was in unserem Haus los war, als unsere Angestellten mitbekamen, dass ich lesbisch bin? Dass ihr Traum von einer sozusagen ‚ordentlichen‘ Familie der nächsten Generation geplatzt ist?“
… Marco betrachtete ihre Hand ganz genau. „Gib’ mir mal auch deine andere.“ Paula tat, wie ihr geheißen, und Marco streichelte ihre beiden Hände leicht.
… „Schön sind sie und gut gepflegt. So wie ich es mag.“ Marco lächelte sie an. „Und übrigens, es war mir schon klar, dass man über Sandra und mich reden würde, als ich Alfred und Heinrich meine Zustimmung gab.“
…“Was“, hakte Paula nach, ziemlich verblüfft, wie es schien, „das hast du gemacht? Aber warum denn?“
… Marco lächelte erneut und erklärte ihr die dahinterliegenden Gedanken. „Es ist für alle besser so“, sagte er zum Schluss, „Sandra kommt immer hierher in eure Villa, ich weiß, wo sie ist, und meine Kjinder werden nicht durch immer neue Fickbekanntschaften belästigt, die über Nacht in meinem Haus bleiben.“
… Paula dachte eine Weile nach, dann sagte sie: „Unglaublich, darauf wäre ich nie gekommen, aber es klingt ausgesprochen logisch. Ich werde diese Information im Personal streuen. Die Leute sollen erkennen, was dahinter steckt.“
… „Weil sie mich dann nicht mehr so sehr für einen Waschlappen halten, der zusieht, wie seine Frau fremd geht, und dennoch nichts unternimmt?“ Marco hielt ihre Hände immer noch fest.
… „Ähm, ja“, druckste Paula ein wenig herum, „nun, einige denken das, stimmt. Aber ich werde ihnen sagen, dass du meine Wahl bist und genau der richtige Vater für mein Kiind sein wirst. Und alle werden sich mit mir freuen, du wirst sehen.“
… „Na, da bin ich aber beruhigt“, schmunzelte Marco, „aber noch eins: Warum hat Karl über dich hergezogen? Das war letzte Woche beim Abendessen mit Alfred und Heinrich.“
… Bevor Paula antworten konnte, erschien Berta erneut und servierte die Teller ab. „Ist es recht, den Hauptgang zu bringen? Es gibt Fischfiletstückchen in Weißweinsauce und Kartoffeln.“
… „Natürlich, Berta, wir sind schon ganz gespannt.“
… Nachdem Berta wieder davongeschlurft war, antwortete Paula auf Marcos Frage: „Karl ist in unserer Familie seit seiner Geburt. Sein Váter war der Cheffahrer meines Großvaters und er hat mit Alfred und Heinrich schon im Sandkasten gespielt. Es war logisch, dass er auch Cheffahrer wurde. Und Gerhard, sein Sohn, ist mein Fahrer, wie du ja schon weißt. Karl liebt mich schon, seit ich ein kleínes Mädchen war und mit seiner Tóchter gemeinsam zur Schule ging. Er ist jetzt ein alter Mann und kann sich verschiedene neue Managementmethoden nicht vorstellen. Für ihn gehören Frauen nicht in Führungspositionen, sondern haben sich um Haus und Kiinder zu kümmern.“
… „Aber was hält er dann davon, dass du als Frau die gesamte Firmengruppe leitest?“
… „In den Augen von Leuten wie Karl werde ich in dieser Funktion nicht als Frau, sondern als Mitglied der Eigentümerfamilie wahrgenommen. Mit mir als Chefin hat er deshalb keine Probleme, wohl aber mit seiner Tóchter. Und mit einer Reihe von Entscheidungen, die ich treffe.“
… Marco musste lachen: „Genau diesen Eindruck habe ich gewonnen. Aber er ist ganz schön mit dir ins Gericht gegangen. Er hat gemeint, dass dein Váter dich falsch erzogen hätte und du den Laden umkrempeln würdest.“
… „Natürlich kremple ich den Laden um. Ich organisiere einiges komplett neu, moderner, effizienter, der Zeit angepasst. Und ich versuche, mehr Frauen in qualifizierte Positionen zu bringen und entsprechende Anreize zu schaffen. Das passt natürlich vielen älteren Herren nicht. Übrigens ist das auch ein wesentlicher Antrieb für mich gewesen, Frau Robertson in ihre Position zu bringen. Das war übrigens eine meiner besten Entscheidungen bisher.“
… „Das glaube ich sofort“, sagte Marco, „Penny ist einfach großartig.“
… „Wir haben ein sehr gutes Verhältnis und ich diskutiere öfters Entscheidungen mit ihr, bevor ich sie veröffentliche, auch wenn diese mit ihrer Abteilung gar nichts zu tun haben. Ich schätze ihren gesunden Menschenverstand sehr. Danke, Marco, dass du sie letztes Jahr an meinen Onkel vermittelt hast.“
… Marco lächelte sie an: „Das war mir damals wirklich ein Anliegen. Sie hatte so viele privaten Probleme und ich wusste nicht, wie Heinrich reagieren würde. Ich war später sehr erleichtert, als ihr sie eingestellt habt.“
… Berta hatte längst den Hauptgang gebracht und sie hatten fertiggegessen. Nun sahen sie zu, wie Berta abräumte und vergaßen nicht, sie für ihre Kochkünste gebührend zu loben.
… Als Berta mit dem schmutzigen Geschirr verschwunden war, wollte Paula eine zweite Flasche öffnen.
… Marco wehrte ab: „Möchtest du heute Abend noch etwas von mir? Ich meine, in punkto Nachwúchs?“
… Paula sah ihn an: „Selbstverständlich. Ist dir das nicht klargewesen?“
… „Nicht so wirklich. Aber natürlich gerne, nur für mich dann bitte keinen Wein mehr.“
… „Echt jetzt?“
… „Ja, es ist nun mal so. Alkohol und Potenz passen bei vielen Männern nicht zusammen.“
… Paula nickte und füllte stattdessen Mineralwasser nach. Dann nahm sie den Faden wieder auf und sagte: „Es ist Pennys unerfüllter Kijnderwunsch, der ihr zu schaffen macht, stimmt’s?“
… Marco war überrascht: „Hat sie dir das erzählt?“
… „Nur in groben Zügen, aber ja, ich weiß Bescheid.“
… Marco sagte daraufhin: „Es ist bei Penny nicht ganz das, was du annimmst. Sie selbst hat damit abgeschlossen. Es ist ihr Mann, der nicht aufgeben will, und damit die Probleme schafft. Sandra und ich haben mehrfach versucht, mit ihm darüber zu sprechen, aber er blockt sofort ab. Im Moment können wir nur genau hinschauen, was die beiden machen, und aufpassen, dass sie sich nicht völlig verrennen.“
… „Weißt du, Marco, ich plane, ein Team aufzubauen, welches zusammen mit mir an der Neuausrichtung des Konzerns arbeitet. Für mich allein wird das zuviel, ich bin zeitlich an der Grenze. Außerdem macht mir der Vorstand, lauter alte Herren, das Leben schwer. Und wenn ich Mutter werden sollte, wird das noch viel schwieriger. In dieses Team möchte ich Penny gerne berufen, aber das wird sie nicht schaffen, solange sie diese privaten Schwierigkeiten hat.“
… „Grundsätzlich bin ich auch überzeugt“, versetzte Marco, „dass du Leute brauchst, denn du wirst das nicht alleine schaffen können. Du kannst nicht auf Dauer die ‚rasende Paula’ spielen, die von Standort zu Standort und Abteilung zu Abteilung hetzt. Diesen Spitznamen habe ich bereits gehört. Und solange du die Leute nicht beisammen hast, musst du die Geschwindigkeit reduzieren. Sonst wirst du dich irgendwann kaputtmachen. Und ich bin auch sicher, dass du Penny damit im Moment nicht kommen darfst.“
… „Das alles weiß ich, Marco. Und ich suche fieberhaft gute Leute. Wie wäre es, könntest du dir vorstellen, für mich zu arbeiten?“
… „Hm“, machte Marco. Er musste vorsichtig sein, denn er wollte sie nicht vergraulen. „Danke für das Angebot, aber du kennst mich doch erst seit einigen Tagen. Stellen wir das bitte zurück, bis wir einander besser kennen. Und ich muss das gründlich überdenken, denn ich habe in meiner Firma einen sehr guten Stand.“
… „Das haben wir recherchiert. Du bist inoffiziell sogar so etwas wie ein zweiter Chef, den alle mögen. Aber das kannst du bei uns auch sein. Also bitte, überleg’s dir.“
… Während Marco nickte, kam sie zu ihm und stellte sich vor seinem Stuhl auf. Marco erhob sich ebenfalls. „Du bist eine ganz besondere Frau“, sagte er zu ihr, „wohin möchtest du jetzt gehen?“
… „In mein Schlafzimmer“, antwortete sie sehr bestimmt, „komm‘ mit, ich zeige dir den Weg.“ Sie nahm ihn bei der Hand und er ließ sich führen, durch einen Korridor, dann zwei Treppen hoch, dann nochmals ums Eck.
… „Das ist mein Reich“, erläuterte sie. Mehrere Zimmer, sehr modern eingerichtet, waren vom Gang aus zu erkennen. Paula führte Marco zielstrebig in einen Raum, in dem ein großes Doppelbett stand.
… „Hier schlafe ich, derzeit immer allein. Ich fühle mich oft einsam.“
… Marco sah sie eine Zeitlang an. Dann fasste er sich ein Herz, legte seine Arme um sie und zog sie an sich. Er dirigierte sie zu ihrem Bett, hieß sie, sich draufzulegen, breitete sich neben ihr aus und drückte sie erneut an sich.
… Nachdem sie eine Weile einfach so dagelegen hatten, beugte er sich zu ihr und küsste sie auf den Mund, sehr zärtlich und noch ohne Zunge, denn er wollte sie nicht abschrecken.
… „Hast du kein Problem mit … mit …“, begann sie nun und er spürte ihre Unsicherheit. Die Powerfrau war wie weggeblasen.
… „Womit denn?“ Marco ahnte, was sie sagen wollte, aber sie sollte es aussprechen.
… „Nun ja“, meinte sie geradeheraus, „mit meiner Orientierung. Du liegst hier, hältst mich im Arm, küsst mich, nicht dass ich das nicht möchte, es gefällt mir sogar, aber es ändert nichts daran, dass ich lesbisch bin.“
… „Nein Paula, ganz ehrlich, ich habe damit überhaupt kein Problem. Du bist so, wie du bist, und ich respektiere das.“
… „Ja, aber ich habe noch nie etwas mit einem Mann gehabt, ich habe auch noch nie einen nackt gesehen, außer in entsprechenden Filmen, und es hat mich auch nie interessiert. Ich weiß, seit ich siebzehn war, dass ich so veranlagt bin. Die Jungs, die ich kannte, waren mir sexuell komplett egal. Ich stand ganz einfach auf Mädchen und die Erste, die ich im Bett hatte, noch während wir zur Schule gingen, war Nicole, die Tóchter von Karl, dem Fahrer.“
… „Und“, fragte Marco nach, „war das für irgendjemand ein Problem?“
… Paula dachte kurz nach: „Nein, eigentlich nicht. Karl hat ein wenig gemeckert, aber Alfred und Heinrich waren voller Verständnis. Aber es ist in unserer Gesellschaft immer noch schwierig, eine solche Orientierung öffentlich zu leben. Also habe ich gelernt, meine Beziehungen heimlich zu führen.“
… „Wieviele hattest du denn? Und warum ist Nicole nicht bei dir geblieben?“
… „Vier, vielleicht fünf, wenn ich eine kurze mitzähle. Aber alle haben nicht verkraftet, dass ich als Unternehmenserbin im öffentlichen Rampenlicht stehe. Und die letzte wollte meine Arbeitszeiten nicht akzeptieren. Was sollte ich machen, ich war gerade ganz frisch ins Unternehmen eingestiegen. Und Nicole hat erkannt, dass sie eigentlich nicht so veranlagt ist. Heute ist sie verheiratet und hat zwei Kiinder. Aber wir sind immer noch sehr gute Freundinnen.“
… Paula lag jetzt einfach da. Irgendwie schien sie sich in Marcos Arm nicht unwohl zu fühlen. Ein wenig Aufmunterung würde ihr guttun, dachte er. Er richtete sich auf und zog sie in eine sitzende Position. „Pass‘ mal auf, meine Liebe. Ich möchte dich jetzt nackt sehen, also gehst du in dein Bad und kommst ausgezogen zurück.“
… Paula gehorchte und es dauerte nicht einmal eine halbe Minute, dann war sie wieder da. Sie stellte sich vor Marco hin und er spürte ihre Unsicherheit. Sie sah gut aus, alle Formen waren am richtigen Fleck. Sie hatte eher mittelgroße Brüste mit kleínen, braunen Warzen, aber ausgeprägten Nippeln, die sich schon aufgerichtet hatten. Ihr Bauch war flach und ihre Schenkel vielleicht ein klein wenig zu stämmig, sie erinnerten Marco an Doris vom „Institut für Sexualtherapie“. In der Mitte prangte ein ausgeprägter Haarbusch, naturblond zwar, aber wild wuchernd, also nicht gestutzt, sodass ein Bikini bei Weitem nicht alles überdecken würde.
… Marco bedeutete Paula, näher heranzukommen. Sachte strich er von unten ihre Oberschenkel entlang bis zu ihrem Schamhaar, das er nun zu streicheln begann. Seine andere Hand wanderte von ihrem Hals abwärts, umkoste ihre Brustwarzen und mit zwei Fingern fuhr er ihren Bauch hinunter, bis er ihre Schamlippen erreichte. Doch er ließ diese aus und seine Hände wiederholten stattdessen einige Male dieselben Wege.
… Still hatte Paula ihn gewähren lassen. Leicht seufzte sie bei manchen Berührungen auf, die Augen hatte sie geschlossen. Schließlich fing Marco an, mit dem Daumen seiner linken Hand ganz zart ihren Kitzler zu massieren, immer von unten nach oben, während die Finger seiner rechten Hand ihren bereits ein wenig schlüpfrigen Scheideneingang untersuchten.
… Paula atmete nun hörbar aus, sie schien ziemlich ausgehungert nach solchen Zärtlichkeiten. Er unterbrach seine Aktivitäten, stand auf, fasste sie am Kinn und küsste sie erneut, diesmal indem er ihre Unterlippe zwischen seine leicht geöffneten Lippen nahm und an ihr saugte.
… „Komm‘, Paula, leg’ dich aufs Bett“, sagte er leise und wieder gehorchte sie. Wenn sie später darüber nachdachte, würde sie sich über sich selbst wundern, wie sehr sie sich einem Mann unterzuordnen begonnen hatte. Marco zog sich schnell aus, ohne ihr die Gelegenheit zu geben, viel von seinem Körper zu sehen. Neben ihr auf der Seite liegend, streichelte er sie und stimulierte erneut Kitzler und Muschi. Als er spürte, wie ihre Erregung wuchs, vergewisserte er sich, dass ihre Fotze bereits feucht war und drang in sie ein.
… Während er sie mit intensiven Stößen fickte, merkte er, wie sein Samen hochstieg. Das fühlte sich großartig an, seit einem halben Jahr hatte er keine Frau mehr gehabt und nur einige ‚Selfmadejobs‘ gemacht. Seine Hoden schrien förmlich danach, ihren Inhalt loszuwerden, und da er annahm, dass es Paula nicht darum ging, beim Geschlechtsverkehr mit einem Mann zum Höhepunkt zu kommen, sondern nur darum, geschwängert zu werden, hielt er sich nicht zurück und pumpte alles, was er hatte, in ihren Fickkanal.
… Seine Annahme war ein Riesenirrtum, wie sich unmittelbar danach herausstellte. Als er sich von Paula hinuntergerollt hatte, merkte er, wie sie ihn ganz merkwürdig ansah. Sie ließ ihre Finger prüfend durch ihre Pussy fahren und betrachtete das schleimige Ergebnis.
… „Du hast eine ziemliche Menge abgeladen“, stellte sie fest.
… Marco erwiderte ihren Blick: „Möglichst viel, wie bestellt. Warum guckst du denn so?“
… „Bist du immer so schnell beim Spritzen“, fragte sie nun, „und ohne dass deine Partnerin viel davon hat?“
… Jetzt begann Marco zu verstehen: „Du bist enttäuscht, stimmt’s? Hast du mehr erwartet?“
… Paula sah ihn unsicher an: „Eigentlich schon. Heinrich hat mir vorgeschwärmt, was für ein guter Ficker du wärst. Aber das jetzt war nicht so, wie ich es mir vorgestellt habe.“
… „Das tut mir wirklich leid!“ Er schalt sich selbst für seine Dummheit. „Ich habe angenommen, dass du es so schnell wie möglich hinter dich bringen willst.“
… „Ja aber warum denn?“
… „Ich war der Meinung, dass du dir aus einem Fick mit einem Schwanz nichts machst, und es dir nur darauf ankommt, den Samen in deine Muschi zu bekommen.“
… Jetzt musste Paula ein wenig lächeln. Sie reagierte so, wie man es von einer Klassefrau erwarten würde. Ohne jeden Vorwurf erwiderte sie: „Eigentlich möchte ich schon erfahren, was eine Frau empfinden kann, wenn ich mich schon dazu überwinde, mit einem Mann ins Bett zu gehen. Glaubst du, dass du das hinkriegst?“
… „Das lässt sich einrichten“, schmunzelte Marco, „wenn du es unbedingt willst. Das machen wir heute noch. Gib‘ meinem Pimmel eine Stunde zum Verschnaufen.“
… Er drückte sie nun ganz dicht an sich und fing an, sich zärtlich mit ihrem Körper zu beschäftigen. Soweit sein Arm reichte, berührten seine Fingerspitzen ihre Haut. Dabei ließ er sie von ihren lesbischen Beziehungen erzählen.
… „Du Lustmolch“, sagte sie anfangs noch, „du willst dich nur aufgeilen.“
… „Natürlich, meine Liebe. Und je besser du das schaffst, desto schneller ist mein Pimmel wieder einsatzfähig, das leuchtet dir doch ein, oder?“
… Als Antwort lachte Paula und gab ihm einen Kuss. Marco registrierte genau, dass sie dies das erste Mal von sich aus tat.
… Während sie einiges erzählte, wurden die Berührungen, die er ihr zuteilwerden ließ, intensiver. Schließlich öffnete er sanft ihre Beine und kniete sich dazwischen. Er war über ihr, stützte sich mit einer Hand ab und fing an, seine Zunge und seine Lippen einzusetzen. Fordernd leckte er ihre Burstwarzen und saugte an ihren Nippeln. Seine zweite Hand beschäftigte sich mit ihren Ohren und ihrem Gesicht. Sein Daumen spaltete sanft ihre Lippen, tastete an ihren Zähnen und erkundete ihre Zunge.
… Die Stimulation schien ihr zu gefallen, also wanderte er nun ihren Körper abwärts, bis seine saugenden Lippen an ihrer Klitoris angekommen waren. Hörbar waren jetzt die Atemgeräusche, die sie ausstieß. Während seine rechte Hand weiterhin ihre Brüste liebkosten, löste der Daumen der linken Hand seine Zunge ab, die ihren Einsatz nun weiter nach unten verlagerte. Er schmeckte seinen Samen, der aufgrund seiner Überfülle immer noch heraustropfte, und erinnerte sich kurz und wehmütig an seine Samenspiele mit Sandra.
… Tief hinein, soweit es ihm möglich war, fuhr seine Zunge in ihr glitschiges Loch und leckte an den Wänden seines Eingangs und ihre Erregung stieg Schritt für Schritt an. Noch einmal änderte er sein Vorgehen. Mit drei Fingern fickte er nun Paulas Fotze härter und schneller, während er die Spitze seiner Zunge unter die Vorhaut ihres Kitzlers schob und dort zum Einsatz brachte.
… Sie stöhnte und seufzte nun laut und dann kam sie, ein Zucken durchlief ihren Körper, sie bäumte sich auf und wippte auf und ab. Dann ließ sie sich aufs Bett zurückfallen.
… Marcos Latte war nun wieder einsatzfähig und er ließ ihr keine Pause. Während sie, auf dem Rücken liegend, das Geschehene verdaute, setzte er seinen Pimmel an ihrer Pforte an und schob ihn hinein. Ein quatschendes Geräusch war die Folge, als er seinen eigenen Schlamm auf die Seite schob.
… Er vögelte sie nun anders als vorhin beim ersten Mal. Gleichmäßige, lange Stöße brachten Paula wieder in einen Zustand starker Erregung. „Wir brauchen deine Mithilfe.“ Marco war schon etwas angestrengt. „Mach’s mit der Hand an deinem Kitzler.“
… Wieder gehorchte Paula ohne Widerrede, zu einer solchen war sie auch schon zu weggetreten. Sie fing an, es sich selbst zu machen, wie sie es gewohnt war. Parallel dazu stieß Marco nun schneller und härter. Dann rutschte er ein paar Zentimeter höher, wodurch der Winkel steiler und die Reibung größer wurde. Sie war nun total erregt und rubbelte wie wild an ihrem Kitzler. Dann wurde sie von ihrem Orgasmus überschwemmt, der in Wellen durch ihren Körper ließ. Marco musste sie fest im Griff halten, sonst hätte sie ihn und seinen Pimmel abgeschüttelt.
… Als sie wieder ruhig geworden war, sah sie ihn mit großen Augen und leicht geöffnetem Mund an. Ihr Gesicht wirkte angestrengt, aber er gönnte ihr noch keine Ruhe. Er hatte sie während ihres Höhepunkts weiter penetriert, sanft und zärtlich, aber jetzt legte er wieder einen Zahn zu. Der gesamte Fick machte ihm großen Spaß, endlich konnte er wieder einer Frau seine Fähigkeiten zeigen. Obwohl er etwas aus der Übung war, seine Ausdauer war gut wie eh und je, denn er hatte seinen Konditionssport akribisch weiter betrieben. Intensive Bewegung hatte ihm auch immer wieder geholfen, seine negativen Gefühle zu kompensieren.
… Er wollte Paula vermitteln, wie schön der Sex mit einem Mann sein konnte, und das schien aufzugehen. Kurz bevor sie erneut kam, wurde er langsamer und seine Stöße länger, ganz tief hinein, wobei er zusätzlich drückte, und fast ganz heraus, sodass seine Eichel eine enorme Reibung an ihrem Eingang verursachte. Das war so stimulierend, dass sie gleichzeitig kamen. Marco spritzte nochmals eine ziemliche Menge in die Tiefe ihrer Fotze, während Paula ihren vaginalen Höhepunkt ganz vorne spürte, wie sie Marco später erzählen würde.
… „Na, mein Liebling“, lächelte Marco, der immer noch in ihr steckte, „besser als vorhin?“
… Als Paula wieder in die Wirklichkeit zurück und zu Atem gekommen war, strahlte sie ihn an: „Wow, das war viel besser, es war wirklich super. Im Moment weiß ich gar nicht, was ich sagen soll.“
… Jetzt war es wieder Marco, der sich über sie beugte und ihr einen Kuss gab. „Halten wir mal fest, meine Süße. Also erstens, es waren männliche Finger, die dich streichelten, keine weiblichen. War das okay?“
… „Aber ja“, meinte Paula.
… „Dann, zweitens, ein männlicher Mund hat dich stimuliert.“
… „Ich weiß schon, worauf du hinauswillst.“ Paula lachte glucksend. „Du willst mir Heterosex schmackhaft machen.“
… Marco lachte auch: „Nein, nicht unbedingt. Ich will dich nicht umkrempeln. Aber ich darf hinweisen, dass ein männlicher Pimmel dich zum Höhepunkt gebracht hat.“
… „Naja, das stimmt“, musste sie zugeben, „aber der hat keine Konkurrenz, weibliche gibt’s ja nicht.“ Ihr Lachen wurde zum Kichern.
… „Können wir uns darauf einigen, dass männliche und weibliche Organe ihre Berechtigung haben?“ Marco gefiel es sehr, wie sie dieses Gespräch führten.
… „Also ausnahmsweise“, antwortete sie darauf, „denn ich will’s mir nicht mit dir verderben. Ich brauche dich schließlich noch.“
… „Wofür denn?“, tat Marco unschuldig.
… „Natürlich nur, um meinen Erben zu zeugen“, erwiderte sie in gespieltem Ernst.
… „Und kein bisschen, weil du mich magst und den Sex mit mir geil gefunden hast?“
… „Leider nein, kein bisschen.“
… „Gut, dann gehe ich jetzt.“ Marco spielte mit. Er machte Anstalten, aufzustehen.
… Paula umarmte ihn sofort und ließ ihn nicht vom Fleck kommen. „Ich muss aufpassen, dass ich mich nicht in dich verliebe“, flüsterte sie in sein Ohr, „du weißt genau, wie super unser Sex für mich war. Ich bin zufrieden und richtig glücklich und ich muss nachdenken, wie sich das damit verträgt, lesbisch zu sein. Aber ich will unbedingt weiter mit dir schlafen.“
… „Wie stellst du dir das konkret vor?“
… „Naja, so zweimal die Woche wäre doch schön. Aber zunächst müssen wir den Schwängerungsvorgang starten.“
… „Wieso? Haben wir das nicht gerade heute getan?“
… Erneut lachte sie: „Nein, mein Lieber, haben wir nicht. Meine fruchtbaren Tage beginnen erst in einer Woche. Das heute war ein Probegalopp. Ich wollte dich testen.“
… Marco war ziemlich überrascht: „Du bist ganz schön durchtrieben. Und ich strenge mich an und gebe mein Bestes. Ist der Test wenigstens zufriedenstellend verlaufen?“
… „Naja, es geht.“ Jetzt kicherte sie: „Kann man gerade so lassen.“ Dann zog sie seinen Kopf an sich und jetzt war wieder sie es, die ihm einen langen und innigen Kuss verpasste.

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16 Kommentare
  1. Hitsch

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