Erotische Sex Geschichten

Ehepaar auf Abwegen, 34. Teil

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Ehepaar auf Abwegen, 34. Teil
Fortsetzung, autobiographischer Inhalt
… In der dritten Novemberwoche des Jahres 2004 erlebte Marco einen ziemlichen Schock. Seine Sekretärin, Andrea Körber, hatte um ein wichtiges und sehr vertrauliches Gespräch gebeten. Da der Tag dicht gedrängt mit Terminen gewesen war, hatte Marco erst kurz vor sieben Uhr Zeit für Sie gefunden. Sie hatte so lange im Büro ausgeharrt, es schien ihr sehr wichtig zu sein.
… Marco hatte daraufhin seine Frau angerufen und ihr mitgeteilt, dass es später würde als vorgesehen. „Meine Sekretärin scheint ein Problem zu haben, sie möchte unbedingt mit mir reden.“
… Sandra hatte das sofort eingesehen. Marco liebte sie auch dafür, wie empathisch und hilfsbereit sie war. Aber sie hatte ein wenig gelacht, als sie anzüglich hinzugefügt hatte: „Und denk’ dran, mein Geliebter, nicht alle Probleme kannst du als Chef lösen. Es gibt auch welche, für die der Ehemann zuständig ist.“ Damit hatte sie kichernd aufgelegt.
… Jetzt saß Andrea vor ihm, an seinem Besprechungstisch. Sie hatte sich ein Glas Wasser organisiert und ihrem Chef auch eines gebracht.
… „Nun, Andrea, was haben Sie auf dem Herzen?“
… Sie druckste herum, sichtlich fiel ihr das Sprechen schwer. Plötzlich fing sie zu weinen an und die Tränen kullerten ihre Wangen herunter.
… Bestürzt sah Marco sie an: „Um Himmels willen, was ist denn los, Andrea?“
… Sie zuckte die Achseln, offenbar konnte sie im Moment nicht sprechen. Er langte über den Tisch und fasste ihre Hände. Die waren, wie sollte es auch anders zu erwarten sein, genau in dem Zustand, den er liebte. Sie waren sehr gepflegt und die Nägel nicht zu lang, hübsch gerundet und in einem dezenten Rot glänzend. Wahrscheinlich wussten so langsam alle Mitarbeiterinnen des Hauses über Marcos Faible Bescheid.
… „Kommen Sie, Andrea, bitte beruhigen Sie sich. Ich kann Ihnen nur helfen, wenn Sie mir Ihr Problem erzählen.“
… Andrea zog eine Packung Taschentücher hervor, nahm eines heraus, trocknete damit ihre Tränen und schniefte hinein. Nach einer Minute hatte sie sich dann soweit gefasst, dass sie sich wieder vernünftig artikulieren konnte. „Wissen Sie, Herr Berlinghoff, ich wende mich an Sie, weil Sie etwas Ähnliches erlebt haben, aber in den letzten Monaten alles so wunderbar auflösen konnten.“
… Marco verstand zunächst nichts davon, was seine Sekretärin ihm sagen wollte, doch plötzlich dämmerte es ihm: „Sie haben ein Eheproblem, stimmt’s? Ist einer von Ihnen beiden fremdgegangen?“
… Andrea schluchzte erneut auf, als sie stockend antwortete: „Ich … Herr Berlinghoff …ich … äh, wie soll ich sagen, ich … habe meinen Mann … betrogen.“ Ihr Blick war verloren, als sie ihn ansah. „Ich weiß nicht, was ich tun soll“, flüsterte sie.
… „Nur ruhig, Andrea, atmen Sie ganz langsam durch.“ Marco ließ sie zehn tiefe Atemzüge machen. „Warum kommen Sie denn damit zu mir?“
… Andrea sah ihren Chef groß an: „Weil ich sicher bin, dass Sie genau wissen, was zu tun ist. Sie haben in Ihrer Ehe alles in Ordnung gebracht.“
… „Wie meinen Sie das denn? Und woher glauben Sie das zu wissen?“
… Andrea lächelte jetzt: „Aber Herr Berlinghoff, in der ganzen Firma hat sich die Geschichte Ihrer Ehe herumgesprochen. Sie wissen doch, der Firmentratsch ist überall und es gibt Kolleginnen mit guten Beziehungen zur Chefvilla und dort weiß man so ziemlich alles über die Entwicklung Ihrer Ehe und Ihrer Trennungszeit.“
… „Wirklich, Andrea? Soviel Tratsch über unsere Personen? Aber Sie haben meine Fragen noch nicht beantwortet.“
… „Seit fünf Monaten sind Sie und Ihre Frau nun wieder ein Herz und eine Seele. Ihnen ist doch bekannt, dass darüber viele Gerüchte im Umlauf sind, und alle sind positiv. Nicht wenige Leute wissen, was Sie und Sandra manchmal in ihrem Büro machen.“
… „Offenbar haben Sie etwas zuviel geplaudert, meine Liebe.“
… Andrea wurde rot und antwortete: „Nun ja, da und dort. Aber die Kolleginnen Ihrer Frau haben es selbst herausgefunden, an der gelösten Art, mit der sie aus Ihrem Büro, Herr Berlinghoff, zurückkam. Ich muss gestehen, ein wenig beneidet habe ich sie schon. Und um Ihnen eine konkrete Antwort zu geben, in nur wenigen Wochen sind Sie wieder ein verliebtes Paar geworden. Vom Fuhrpark weiß ich, dass Sie bei einer Therapeutin waren und vermutlich immer noch sind. Sie haben es selbst erlebt, also wissen Sie, was zu tun ist.“
… Marco hatte das Bedürfnis, zu lachen, aber er beherrschte sich, das wäre angesichts Andreas Gemütslage nicht passend gewesen: „Ja, Sandra und ich haben es erlebt. Die Therapeutin ist Spitzenklasse. Sie hat genau gewusst, was zu tun ist, nicht ich. Sandra und ich haben bloß mitgemacht, was sie uns angeschafft hat. Frau Doktor Millstedt hat auch gesagt, dass man nicht verallgemeinern dürfe, jeder Fall liege anders. Wollen Sie mir aber jetzt nicht sagen, was geschehen ist, Andrea?“
… „Äh … ja“, gab sie zur Antwort, „es ist mir nur so wahnsinnig peinlich. Es war Anfang September, es war ziemlich warm und ich war nur leicht bekleidet. Im Nachhinein besehen vielleicht zu leicht für die Produktionshalle. Es war schon nach sechs und nur die reduzierte Abendschicht war noch da. Ich sollte Ihr vertrauliches Schriftstück zur Umstrukturierung, Herr Berlinghoff, persönlich zum Produktionschef bringen, vielleicht erinnern Sie sich daran. Auf dem Rückweg bin ich schnell in die Damentoilette, ich musste nämlich mal.“
——————–
… Während Andrea ihre Hände wusch, war plötzlich ein Mann hinter ihr gestanden. Später hatte sie festgestellt, dass es einer der Vorarbeiter war und seinen Namen hatte sie auch in Erfahrung gebracht.
… Sie drehte sich, an das Waschbecken gelehnt, zu ihm um. Er war ein großer Mann und erstaunlicherweise wusste er viel über sie. „Sie arbeiten für Herrn Berlinghoff“, sagte er zu ihr, „das ist sicher ein guter Job, denn der Mann weiß, was wir in der Produktion brauchen.“
… „Ja.“ Sie wusste, dass das ein Bonus war. Die gesamte Firma schätzte ihren Chef außerordentlich, vielleicht abgesehen von ein paar Gestrigen, denen die Umstrukturierung nicht gefiel.
… Der große Mann blieb sehr höflich: „Und Sie, meine Liebe, haben viel zu tun. Sie kommen spät nach Hause und dann läuft nicht mehr viel mit ihrem Mann, habe ich Recht?“
… „Ähm“, machte Andrea. Eigentlich war es anders, denn wenn ihr Mann zu Hause war, war ihr Sex voll in Ordnung, aber gerade war er wieder auf einer dreiwöchigen Dienstreise und sie vermisste ihn schrecklich. Konstantins Job als Logistiker zwang ihn, mehr Nächte in Hotelzimmern zu verbringen als bei ihr im Ehebett.
… Mit Sehnsucht dachte Andrea daran, dass Konstantin erst in einer Woche wieder zurückkommen würde. Es fiel ihr zunehmend schwer, so lange auf ihn zu verzichten, zumal sie sich entschieden hatten, an ihrem Nacchwuchs zu arbeiten.
… Aber jetzt musste sie den Mann loswerden, der unerlaubterweise in die Damentoilette gekommen war, denn ihr Problem ging ihn eigentlich nichts an. Plötzlich jedoch streckte er einen Arm aus und strich sehr zärtlich mit seinen Fingernägeln über ihre rechte Schulter. Kurz schoss ihr durch den Kopf, dass ihr leichtes Kleid offensichtlich zu viel nackte Haut zeigte und sie wollte gerade eine entsprechend empörte Bemerkung vom Stapel lassen, aber ihr Körper reagierte ungewollt mit einer Gänsehaut und sie erschauerte. Irgendwie war sie fasziniert und das verschloss ihr den Mund.
… „Sie brauchen nicht zu antworten“, lachte der Mann, „ich sehe es in Ihren Augen, Sie sind komplett ausgehungert.“ Ganz sachte fasste er sie nun mit beiden Händen an ihren Schultern und zog sie an sich. Dann küsste er sie sanft und ließ seine Zunge über ihre Lippen lecken.
… Sie seufzte auf. Wie sehr sie Konstantins Zärtlichkeiten vermisste! Aber alles schrie in ihr, diese Szene sofort zu beenden, aber wieder konnte sie sich der Situation nicht entziehen. Im Gegenteil, das, was der Mann tat, begann sie zu erregen.
… Der packte sie nun im Nacken und umfasste ihren Hintern. Auf diese Weise hatte er sie im Griff, während er sie fest an sich drückte und intensiver küsste.
… „Ich habe dich schon öfter in unserer Halle gesehen und vom ersten Moment an wollte ich dich haben“, sagte er, nachdem er den Kuss beendet hatte, und seine Stimme klang jetzt heiser.
… Andrea spürte seine Härte durch seine Hose und ihr Kleid. Ihre Erregung wuchs und sie wusste nicht, wie sie sich verhalten sollte.
… Der Mann nahm ihr die Entscheidung ab. Er drehte sie um und drückte ihren Oberkörper nach vorn. „Halt‘ dich am Waschbecken fest“, befahl er.
… Automatisch gehorchte sie. Das alles war so irreal und nie hätte sie sich vorstellen können, sich in die Hände eines fremden Mannes zu begeben, ohne sich zu wehren. Und zu ihrer großen Überraschung spürte sie, wie feucht sie im Schritt war.
… Andrea merkte, wie der Mann dicht hinter sie trat und ihr Sommerkleid auf den Rücken hochschlug. Mit einem Schwung zog er ihr Höschen auf halbmast herunter und befühlte kurz ihre Muschi.
… „Da kann es jemand ja kaum noch erwarten“, hörte sie ihn schmunzeln, „möchtest du meinen Schwanz haben?“
… „Bitte“, kam es flehentlich aus ihrem Mund, „hast du ein Kondom dabei? Ich verhüte im Moment nicht.“
… „Okay, ja, habe ich. Ich will dir ja nichts Böses. Aber du musst auch etwas für mich tun. Du ziehst dich nackt aus und dann ziehst du mir das Kondom mit deinem Mund über.“
… „Aber das habe ich noch nie gemacht, ich weiß nicht, wie das geht.“
… „Das schaffst du schon. Ich helfe dir.“
… „Und wenn jemand hereinkommt?“
… „Das ist dein Risiko“, lachte der Mann, „aber in der heutigen Abendschicht sind keine Frauen eingeteilt. Nur die Putzfrauen sind da. Und wenn eine pinkeln muss, wird sie sicher interessiert zusehen wollen.“
… Was sollte Andrea tun? Sie war schon viel zu weit gegangen, um noch einen Rückzieher machen zu können. Also richtete sie sich wieder auf, öffnete den Reißverschluss ihres Kleids und lies es fallen. Dann war der BH dran. Nackt schließlich kniete sie sich vor den Mann, dessen Latte mittlerweile aus dem Hosenschlitz ragte, und versuchte mit ihren Lippen das Kondom festzuhalten, dass er vor die Spitze seines Pimmels hielt. Als ihr das nicht gleich gelingen wollte, half er mit, bis das Kondom fest auf der Eichel saß und sie es mit ihren Lippen auf seinem Schaft abrollen konnte. Dazu musste sie den Schwanz weit in den Mund nehmen, bis das Kondom zu zwei Dritteln den Schaft abdeckte.
… Andrea war völlig hin- und hergerissen, zwischen Faszination und Erregung einerseits und andererseits dem Bewusstsein, dass sie jetzt dabei war, zum ersten Mal ihren Mann zu betrügen. Während sie sich wieder umdrehte und erneut auf dem Waschbecken abstützte, wurde ihr bewusst, wie sie einem fremden Mann in schamloser Weise ihren Hintern darbot und wie schmerzvoll das für Konstantin sein würde, wenn er je davon erfuhr.
… Dieser Gedanke brachte sie für einen Moment zur Besinnung. Sie wollte sich dem Griff des Mannes entwinden, aber in demselben Moment schob er seine Eichel durch ihr schlüpfriges Portal.
… „Aaaahh“, rief sie und es war um sie geschehen. Ihr gerade gefasster Vorsatz zerstob, als sie nun seine starken Stöße empfing. Intuitiv schien er zu spüren, wie sie es brauchte und wie sehr sie sich danach gesehnt hatte. Ihr Stöhnen wurde schnell lauter und dann überschwemmte sie bereits der erste Höhepunkt.
… Er hörte nicht auf, sondern steigerte sein Tempo. „Grghhh … arrrr … rrrrrgggg“, gurgelte sie vernehmlich, als er sie zum nächsten Orgasmus brachte. Dann nach einer Weile, nachdem sie zum dritten Mal gekommen war und dabei mit weichen Knien fast umgefallen wäre, hätte er sie nicht festgehalten, ergoss er sich, wie ein Hirsch röhrend, in sein Kondom.
… Er drehte Andrea wieder um und drückte sie vor sich auf den Boden. „Ich habe deinem Wunsch entsprochen, ins Kondom zu schießen“, sagte er zu ihr, nachdem er wieder zu Atem gekommen war. „Du weißt, was deine Aufgabe jetzt ist.“
… Sie nickte und gehorchte. Sie war auch von ihren drei Orgasmen viel zu fertig, um sich verweigern zu können. Außerdem empfand sie so etwas wie Dankbarkeit, dass er sich an seine Zusage gehalten und nicht in ihre Muschi abgesahnt hatte. Also zog sie das Kondom mit ihren Händen ab und begann, seinen Schwanz mit ihrem Mund zu säubern. Zum ersten Mal in ihrem Leben schmeckte sie ein Sperma, das nicht von Konstantin stammte, und sie fand, dass es sich nicht sehr von dem ihres Mannes unterschied.
… Als sie beide wieder fertig angekleidet waren, legte er nochmals den Arm um sie und küsste sie zärtlich: „Danke, meine Süße, du warst super. Wenn du das wiederholen willst, findest du mich meist im Vorarbeiterbüro. Oder besser, du rufst vorher an.“
… Andrea war vollkommen befriedigt worden, sodass sie die knapp zehn Tage bis zur Rückkehr ihres Ehemanns gut durchhalten konnte. Aber es hatte sich etwas verändert. Ihr schlechtes Gewissen trieb sie dazu, ihren Sex für Konstantin besonders schön zu gestalten. Alles machte sie, so wie er es mochte und darüber hinaus. Und sie nahm sich vor, ihren Mann niemals wieder zu betrügen.
… Aber ‚das Fleisch ist schwach‘, wie es heißt. Anfang Oktober, Konstantin war wieder zwei Wochen nicht zu Hause gewesen, rief Andrea den Vorarbeiter an. Sie schämte sich schrecklich und fand sich selbst zum Erbrechen, aber sie hatte keine Kontrolle über sich. Diesmal hatte der Mann eine neue Variante für sie. Sie sollte ihn in ihrer Wohnung treffen. In seiner wäre das wegen seiner Frau und seiner Kinnder nicht möglich.
… Also ließ sich Andrea von ihm in ihrem ehelichen Schlafzimmer ficken, mit viel Bauchweh und großen Gewissenskonflikten. Aber wieder war sie nachher ausgeglichen und ihre Libido war im Griff. Als Konstantin dann zurückkam, blieb er den restlichen Oktober über zu Hause. Einerseits war Andrea glücklich, denn ihr ehelicher Sex wurde nochmals abwechslungsreicher und für beide befriedigender, aber zum anderen fühlte Andrea sich einfach schlecht, als sie erkannte, wie ihr Mann sich zwar darüber wunderte, aber sich auch sehr freute, und ihr laufend sagte, wie sehr er sie liebte und um wieviel geiler er ihren gemeinsamen Sex fand als früher.
… Als Konstantin dann in der letzten Oktoberwoche für viereinhalb Wochen in den Fernen Osten musste, glaubte Andrea, diese Zeit durchstehen zu können, aber es schien, als würde ihr ein Teufelchen auf der Schulter sitzen und ihr sagen, dass es da ja einen Mann gebe, der ihre Libido versorgen könne.
… Drei Wochen hielt sie durch, dann rief sie ‚ihren‘ Vorarbeiter an.
… „Komm‘ übermorgen zu mir ins Büro“, sagte er zu ihr am Telefon.
… Als sie bei ihm auftauchte, war er nicht allein. Er hatte zwei andere Männer bei sich, die sie entfernt vom Sehen kannte.
… „Schön, dich zu sehen, meine Süße. Ich glaube, du kannst es kaum erwarten. Du bist sicher schon ganz nass, so wie beim letzten Mal. Aber heute erweitern wir deinen Horizont. Das sind zwei Kollegen“, erläuterte der Mann. „Wir werden dich heute zu dritt ficken. Das wird dir ganz bestimmt gefallen.“
… Andrea sah den Mann an, als wenn er vom Mond käme. „Bist du völlig verrückt? Nie und nimmer mache ich bei so etwas mit.“
… „Ach, mein Häschen“, meinte der Vorarbeiter gönnerhaft, „du brauchst es doch, ich sehe es dir an. Was ist schon dabei, statt einem gleich drei Männer zu beglücken? Das schaffst du doch ohne Probleme und du wirst den dreifachen Genuss haben.“
… Dieses Ansinnen holte Andrea endlich auf den Boden zurück und ließ ihre Erwartung platzen: „Ja, du hast Recht, ich brauche es. Aber nicht so. Ich ficke nicht mit drei Männern, keine Chance. Ich bin doch keine Nutte.“
… Sie sah, wie es im Vorarbeiter arbeitete. Dann sagte er begütigend: „Natürlich bist du keine Nutte, denn du bekommst ja kein Geld. Du hast bisher alles freiwillig gemacht, kann das nicht so bleiben?“
… „Nein, ich war darauf vorbereitet, mit dir zu ficken, nicht mit deinen Kollegen. Das muss ganz klar sein.“
… Während sich der Vorarbeiter verlegen am Kopf kratzte, meldete sich einer der beiden anderen: „Du kleíne Schlampe, was bildest du dir überhaupt ein? Wenn dir gesagt wird, mit wem du zu ficken hast, wirst du einfach nur gehorchen. Oder sollen wir deinem Mann erzählen, was du so treibst?“
… „Nicht, hör‘ auf damit.“ Der Vorarbeiter reagierte ungehalten und dankbar registrierte Andrea das.
… Doch der Kollege ließ sich nicht beirren: „Ist doch wahr. Was erwartet sich dieses , verdorbene Luder eigentlich, außer, dass sie gefickt wird, von wem wir wollen? “
… Das war genug für Andrea. Jetzt überwog ihr Ekel. „Jetzt passen Sie mal auf. Ich sage ganz klar ‚Nein‘. Und wenn Sie nicht sofort aufhören, mich zu beschimpfen, werde ich Sie melden.“
… Die beiden Kollegen begannen schallend zu lachen: „Nur zu, du dummes Fickstück. Dein Ehemann wird begeistert sein, wenn er von uns hört.“
… Doch Andrea machte das einzig Richtige: „Ihr könnt mich mal kreuzweise. Ich gehe jetzt.“ Ganz schnell war sie bei der Tür und bevor die Männer reagieren konnten, war sie verschwunden.
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… Andreas Erzählung war sehr ausführlich gewesen und hatte fast eine Stunde gedauert. Marco war ziemlich betroffen und er überlegte angestrengt.
… Seine Sekretärin beobachtete ihn dabei. Die Zeit schien sich endlos zu dehnen. „Herr Berlinghoff, Sie sind so schweigsam.“
… „Naja, Andrea, ich muss das erst verdauen. Das ist schon starker Tobak, wie man zu sagen pflegt. Haben Sie Ihrem Mann irgendetwas gesagt?“
… „Nein, Herr Berlinghoff, um Himmelswillen, ich weiß nicht, was er dann macht. Unsere Ehe ist doch so harmonisch.“
… „Nein, Andrea, das ist sie nicht, zumindest nicht mehr. Sie hängt, ehrlich gesagt, am seidenen Faden. Aber ich bin nicht der Fachmann dafür, das habe ich Ihnen bereits gesagt. Alles, was ich weiß, habe ich von Frau Doktor Millstedt gelernt.“
… „Aber aus dem, was Sie gelernt haben, Herr Berlinghoff, was würden Sie sagen, was ich machen soll?“
… „Zunächst einmal, Andrea, ein großes Kompliment. Sie haben sich nicht einschüchtern oder erpressen lassen, sondern das Abenteuer beendet. Das spricht doch schon mal für Sie. Sie können sich ja vorstellen, um wieviel schwieriger alles geworden wäre, wenn Sie mit den drei Männern mitgemacht hätten.“
… Beim Gedanken daran zuckte Andrea zusammen. „Ich will mir das gar nicht vorstellen.“
… „Und zu Ihrer Frage: Alles, was Sie unternehmen wollen, soll helfen, Ihre Ehe nicht scheitern zu lassen, ist das richtig, Andrea?“
… Andrea sah ihren Chef verstört an: „Ja, das ist das Einzige, das für mich zählt. Ich könnte es nicht ertragen, wenn Konstantin mich verlässt. Ich liebe ihn doch so sehr. Er ist alles für mich.“
… „Nein, Andrea, das war er zumindest in der letzten Zeit nicht. Die Ficks mit diesem Vorarbeiter waren Ihnen wichtiger als Ihr Mann. So ehrlich müssen Sie zu sich selbst schon sein. Mehr will ich dazu nicht sagen, es ist nicht mein Fachgebiet. Deshalb empfehle ich unbedingt, einen professionellen Rat einzuholen. Das wird für Sie extrem schwierig, aber da werden Sie durch müssen.“
… „Ihre Psychotherapeutin hat Sie doch wieder zusammengebracht, Herr Berlinghoff. Könnten Sie ein gutes Wort einlegen, dass ich mit ihr reden kann?“
… „Naja, sie ist ziemlich überlastet. Aber das sind eigentlich auch alle ihre Kollegen, wie ich gehört habe. Also ja, ich werde mit ihr sprechen. Was wir aber sofort regeln, und das gehört zu meinem Fachgebiet, ist der Umgang der Firma mit diesem Vorarbeiter und seinen Kollegen. Soll ich mal vorsorglich unseren Werkschutz informieren, eventuell eine Anzeige wegen sexueller Belästigung oder Nötigung?“
… „Nein, nein“, wehrte Andrea ab, „es war nichts dergleichen. Ich habe freiwillig mitgemacht, bitte, Herr Berlinghoff. Es war schön mit dem Mann, ich weiß, es ist ziemlich pervers, wenn ich so etwas sage, aber ich möchte eigentlich nicht, dass er zu Schaden kommt. Und er hat meinem Wunsch entsprochen und verhütet, wodurch mein Problem nicht noch größer geworden ist.“
… Jetzt lächelte Marco leicht: „Das ist überhaupt nicht pervers, Andrea. Sie sind ein wenig verliebt in diesen Mann. Keine Angst, das muss kein Problem für Ihre Ehe werden, auch das habe ich gelernt. Aber das wird die Aufgabe der Therapeutin. Andererseits jedoch hat er den schweren Fehler begangen, zwei Kollegen zuzuziehen, ohne Sie, Andrea, zu fragen. Das geht gar nicht. Damit ist er mitverantwortlich dafür, wie die anderen mit Ihnen umgegangen sind. Und da hilft es nicht, das muss aufgearbeitet werden.“
… Es war spät geworden, als Marco seine Sekretärin nun nach Hause schickte. Sie hatte Hoffnung geschöpft, obwohl ihr nicht klar war, wie ihre verworrene Situation zu lösen sein würde. Marco konnte das gut nachvollziehen, so ähnlich war es ihm vor nicht allzu langer Zeit auch gegangen.
… Aber er handelte konsequent in dem Bereich, in dem er sich auskannte. Nachdem er spät nach Hause gekommen war, wollte seine Ehefrau noch alles wissen. Er lag in seinem Ehebett, Sandra ganz eng an ihn gepresst, auf der anderen Seite seine Tocchter Valentina, während Alexander neben seiner Mutter lag.
… Es gab für ihn kaum etwas Schöneres in seinem Familienleben, als auf diese Weise mit seinen Liebsten zu kuscheln. Leise erzählte er seiner Frau alles, was er von seiner Sekretärin erfahren hatte. Sandra war voller Verständnis für Andrea. Und das verwunderte Marco nicht.
… Sie legten noch in derselben Nacht fest, wie sie gemeinsam weiter vorgehen würden. Sandra hatte darauf hingewiesen, dass schnelles Handeln angesagt war, weil jederzeit die Gefahr bestand, dass Andreas Ehemann von diesen Idioten informiert werden konnte, wie sie sich ausdrückte.
… Daher rief er bereits am nächsten Morgen zuerst in Claras Praxis an. Sie war jedoch in einer Therapiesitzung und als sie sich eine Stunde später meldete und erfuhr, worum es ging, war sie nicht sehr erbaut. „Alles gerne für Sie, Marco. Aber glauben Sie mir, mein Terminkalender ist brechend voll.“
… „Können wir nicht unseren nächsten Termin dafür hernehmen?“, machte Marco einen Vorschlag, „Andreas Mann kommt in einer Woche zurück und sie braucht dringend einen Rat, wie sie sich verhalten soll. Sie hat Angst um ihre Ehe.“
… „Das ist mir schon klar!“ Clara sog scharf die Luft ein. „So ist es immer. Ohne nachzudenken gefährden sie ihre Beziehung, statt mit dem Partner vorher zu reden, was sie bei ihm vermissen. Und immer mehr Frauen machen das so.“ Sie hörte sich sehr ungehalten an und dann fügte sie noch hinzu: „Und in diesem ganzen Schlamassel soll man als Psychologin Wunder vollbringen.“
… „Was Sie auch tagtäglich tun, Clara“, schmeichelte Marco etwas und das brachte die Therapeutin zum Lachen. Aber dann stimmte sie doch zu, den Termin, den Sandra und er bei ihr haben sollten, für seine Sekretärin herzunehmen.
… Das Zweite, was Marco unternahm, war, durch Andrea, die sich über Nacht wieder einigermaßen gefasst hatte, den Produktionschef, den Leiter des Werkschutzes und Sandra in sein Büro bitten zu lassen. Er erläuterte den beiden Kollegen, worum es ging, und erntete Erstaunen und Entsetzen. Dann holte er seine Sekretärin und ließ sie über seinen Festnetzapparat ‚ihren‘ Vorarbeiter anrufen, wobei sie per Knopfdruck auf ihre Leitung umstellte.
… „Hallo, mein Goldstück“, sagte der Vorarbeiter, nachdem er erkannt hatte, wer ihn anrief. Er merkte nicht, dass sie den Lautsprecher eingeschaltet hatte. „Hast du Sehnsucht nach mir, kleiines Fickstück? Wir machen’s auch ohne meine Kollegen, versprochen. Dafür gehen wir wieder in dein Ehebett, da kannst du euer Hochzeitsfoto anschauen, während ich dich ficke.“
Andrea schwieg und einige Tränen bahnten sich den Weg ihre Wangen hinunter. Sandra war schon aufgesprungen und nahm sie ganz fest in ihren Arm, während Marco seinen Zeigefinger an den Mund legte.
… „Hallo, Mäuschen, hallo, bist du noch dran?“, dröhnte es aus dem Lautsprecher.
… Wie vorher vereinbart, meldete sich der Produktionschef: „Wir sitzen hier im Büro von Herrn Berlinghoff. Los, bewegen Sie Ihren Arsch hierher.“
… „Ups … äh …“ Der Vorarbeiter machte eine längere Pause, er war vermutlich reichlich erschrocken. „Äh, ich bin gerade dabei, ins Vormontagemeeting zu gehen.“
… Jetzt meldete sich Marco. Sehr scharf sagte er: „Hier ist Berlinghoff, ich nehme an, Sie kennen mich?“
… Der Vorarbeiter räusperte sich. „Äh … ja“, antwortete er mit belegter Stimme.
… „Sehr gut“, setzte Marco nach, „Sie haben genau zwei Minuten, hier in meinem Büro zu erscheinen. Sonst können Sie gleich beim Personalbüro vorbeigehen, wo Sie Ihre Papier erhalten.“
… Der Vorarbeiter gab ein unartikuliertes Geräusch von sich: „Ich bin gleich da, Herr Berlinghoff“, beeilte er sich dann zu sagen.
… Die zwei Minuten waren noch nicht um, als ein großer Mann schnaufend in Marcos Büro kam. Er zuckte zusammen, als er die Runde am Besprechungstisch sah, und zu Andrea sagte er: „Es hat dir doch gefallen, Andrea, du warst doch die, die mich angerufen hat. Sag‘ ihnen das doch bitte. Und das mit den beiden Kollegen tut mir wirklich leid.“
… „Eigentlich bin ich fast froh, dass deine beiden Kollegen in deinem Büro waren“, sagte nun Andrea, „das hat mich nämlich zur Besinnung gebracht. Ich hätte sonst meinen Mann vielleicht immer weiter betrogen, denn ja, es hat mir mit dir gefallen, und das verfluche ich.“
… „Das ist jetzt der Punkt, über den wir reden müssen“, sagte der Sicherheitschef, „so einen Fall haben wir noch nicht gehabt, zumindest ist uns bisher keiner zur Kenntnis gelangt. Wir haben festzustellen, ob wir Anzeige erstatten müssen.“
… Entsetzt sah der Vorarbeiter ihn an: „Wieso Anzeige?“, stammelte er, „ich habe doch nichts Strafbares getan.“
… „Genau das werden wir jetzt besprechen. Eine Vergewaltigung können wir wohl ausschließen. Frau Körber, können Sie uns im Detail schildern, was beim ersten Mal vorgefallen ist, in der Damentoilette?“
… Der Leiter des Werkschutzes war sehr geschickt dabei, Informationen aus Personen herauszuholen. Er war früher bei der Kriminalpolizei und Paula und Marco hatten ihn ein halbes Jahr zuvor gemeinsam eingestellt, wie so viele andere. Er gehörte zu der neuen Generation von jungen Führungskräften, die die Altherrenriege beerbten, die zuvor zurückgetreten war.
… „So, wie Frau Körber das erzählt, sehe ich keine strafrechtliche Relevanz, meine Herren“, sagte der Sicherheitschef schließlich.
… „Auch nicht sexuelle Nötigung?“, fragte Marco nach.
… „Nein, Marco, ich glaube nicht. Frau Körber stand unter einem gewissen Druck und war der Dominanz des Mannes ausgeliefert, aber sie sagt selbst, dass sie jederzeit hätte abbrechen können, und sie wollte den Geschlechtsverkehr selbst. Und Gewalt scheint gar nicht im Spiel gewesen zu sein.“
… „Da haben Sie nochmal Glück gehabt“, wandte sich Marco nun an den Vorarbeiter, der sich ziemlich kleínlaut in seinem Sessel vergraben hatte, „aber es bleiben einige Punkte, die uns als Ihr Arbeitgeber interessieren. Zunächst hatten sie auf der Damentoilette nichts verloren.“
… „Ja, das ist mir klar. Ich werde das nie mehr tun, versprochen.“ Ganz zaghaft verhielt sich der große Mann.
… „Egal, wie man persönlich dazu steht, aus Sicht der Firma geht das nicht.“ Der Produktionschef meldete sich jetzt zum ersten Mal in der Diskussion. Er schien sichtlich erleichtert, dass die Schuld seines Vorarbeiters offensichtlich nicht sehr gravierend war. Marco wusste natürlich, dass der Vorarbeiter im Betrieb ausgezeichnete Arbeit leistete und sehr geschätzt war.
… „Ich habe schon noch eine Frage an Sie“, fuhr Marco fort, „Sie haben den Sex mit meiner Sekretärin genossen?“
… „Ja, Herr Berlinghoff“, antwortete der Vorarbeiter verlegen, „Andrea ist schon eine tolle Frau.“
… „Und warum, um Himmelswillen, haben Sie dann ihr beiden Kollegen hinzugezogen? Warum wollten Sie Andrea mit denen teilen?“
… Der Vorarbeiter wurde noch verlegener, sofern das überhaupt möglich war: „Wir waren einige Tage davor ein Bier trinken, nein, ehrlich gesagt, es waren mehrere. Da hab‘ ich Trottel ihnen von Andrea erzählt. Dann ergab ein Wort das nächste und dann kam ich aus der Sache nicht mehr raus.“
… „Was Sie sagen, ist völliger Quatsch“, widersprach Marco scharf, „natürlich hätten Sie jederzeit raus können. Man muss nur den Mut haben zu widerstehen, wenn man etwas unter Alkohol vereinbart hat, und zwar ohne völlig falsch verstandenes Ehrgefühl.“ Dann wandte er sich an den Produktionschef: „Es liegt an dir, was du mit ihm machen willst.“
… Der sagte zu seinem Vorarbeiter: „Sie behalten Ihren Job, ich glaube, Sie werden Ihr Lehrgeld daraus zahlen. Aber ich verwarne Sie mündlich, weil Sie unerlaubterweise die Damentoilette aufgesucht haben und indirekt verantwortlich sind für die Beleidigungen, die Frau Körber durch Ihre beiden Kollegen erleiden musste. Und jetzt nennen Sie uns deren Namen.“
… Sehr erleichtert beeilte sich der Vorarbeiter, dieser Aufforderung nachzukommen. Er meinte, mit einem blauen Auge davongekommen zu sein, aber Marco meldete sich jetzt noch einmal: „Sie haben Glück, so wie das hier für Sie gelaufen ist. Ich sehe die Angelegenheit jedoch aus der moralischen Brille, und da haben Sie sich beschissen verhalten.“
… Verwirrt sah der Vorarbeiter ihn an: „Wie meinen Sie das, Herr Berlinghoff?“
… „Naja, Sie haben Andrea in eine nahezu unhaltbare Lage gebracht“, sagte Marco sehr deutlich, „auch wenn Ihnen das nicht klar zu sein scheint. Andrea hat einen Ehebruch begangen, zu dem Sie sie verleitet haben. Schon klar, dass sie mitgemacht hat, aber die Initiative ging von Ihnen aus. Denken Sie an Andreas Ehemann. Wie würden denn Sie reagieren, wenn Sie etwas Derartiges von Ihrer Frau erführen?“
… Jetzt machte er große Augen. „Darüber habe ich nie nachgedacht“, gab er zu.
… „‚Was du nicht willst, das man dir tu‘, das füg’ auch keinem andern zu.‘ Das Sprichwort hat doch seine Berechtigung, meinen Sie nicht auch?“
… Der Vorarbeiter schwieg. Was sollte er dazu auch sagen?
‚… Aber Marco war mit seiner Moralpredigt noch nicht fertig: „Andrea steht jetzt vor der Situation, ihrem Ehemann alles zu gestehen. Es wird ihr nichts anderes übrigbleiben, denn Sie selbst haben dafür gesorgt, dass weitere Personen davon erfahren haben. Und Ihre netten Kollegen haben Andrea sogar gedroht, alles ihrem Mann zu erzählen. Was glauben Sie, wird mit Andreas Ehe passieren, wenn ihr Mann von Dritten von ihrem Sex erfährt? Sie mögen Andrea doch. Wünschen Sie ihr, dass ihre Ehe zerbricht?“
… „Nein, nein, um Himmelswillen, das will ich nicht.“
… „Dann hoffe ich, dass Ihnen meine Vorwürfe einleuchten. Und damit diese in Ihren Kopf eingebrannt werden, habe ich eine Aufgabe für Sie: Sie werden Ihrer Frau alles haarkleín beichten.“
… Überrascht sahen die Besprechungsteilnehmer Marco an. Er erblickte Andreas große Augen und wie seine eigene Frau ihm zulächelte und er wusste, wie sehr sie mit ihm im Einklang war. Sie hätte mit Sicherheit genauso entschieden.
… „Sie sollen sich genauso fühlen wie Andrea“, fügte Marco hinzu, „wenn sie jetzt bald vor der Aufgabe steht, ihrem Mann die Wahrheit zu sagen.“
… Der Vorarbeiter war aus allen Wolken gefallen: „Aber was ist, wenn meine Frau sich dann von mir trennt? Ich liebe sie und meine beiden Kiinder.“
… „Das wäre natürlich sehr bitter“, replizierte Marco, aber es ist dieselbe Situation, in die Sie letzten Endes Andrea gebracht haben. Also müssen Sie sich etwas einfallen lassen, und zwar je schneller, desto besser. Denn Sie haben genau eine Woche Zeit für Ihre Beichte. Wenn Sie das nicht tun, wird zweierlei geschehen. Zum einen werde ich selbst Ihre Frau anrufen, zum anderen werden Sie im Personalbüro Ihre Papiere abholen dürfen.“
… Damit schickte Marco den Vorarbeiter zurück an seine Arbeit und der verließ völlig verdattert das Büro.
… „Puh, das war hart“, meinte nun der Produktionschef, „daran wird er zu kauen haben. Du hast ihm noch ordentlich eingeschenkt, Marco.“
… Marco schmunzelte daraufhin. Er blickte zu seiner Frau, die dicht neben seiner Sekretärin saß und auf sie achtgab. Manchmal beneidete er sie, wie gut sie die Gefühle anderer Menschen erkennen und richtig darauf reagieren konnte. Und er wusste, wie sehr sie einander in dieser Hinsicht ergänzten, er mit seiner messerscharfen Logik und sie mit ihrer Empathie. Und er konnte nicht anders, er sah sie mit einem liebevollen Blick an, den seine Frau sofort bemerkte und erwiderte.
… Dann nahmen sie sich noch die beiden anderen Männer vor. Die hatten sich unmöglich benommen, Beleidigungen, Beschimpfungen und versuchte Erpressung sowie sexuelle Nötigung waren die Vorwürfe. Der Sicherheitschef verhielt sich souverän und ließ keinen Widerspruch aufkommen.
… Der Produktionschef tat daraufhin das einzig Mögliche. Er sprach die fristlose Kündigung für die beiden aus. Diese hatten es mit allerlei Ausreden probiert, es sei nur Männergeschwätz gewesen, was durchaus üblich sei und dergleichen. Man ließ sich jedoch nicht beirren.
… Marco legte noch eins drauf: „Sie haben Frau Körber angedroht, ihr Fremdgehen ihrem Mann zu erzählen, wenn sie Ihnen nicht zu Willen ist. Unabhängig davon, wie verwerflich das moralisch ist, erfüllt das mindestens zwei Straftatbestände. Dafür könnten Sie einiges ausfassen, deshalb rate ich Ihnen, Ihre Füße stillzuhalten. Sie behalten alles, was Sie wissen, für sich, und erzählen niemandem auch nur ein Sterbenswörtchen. Wenn wir je davon erfahren sollten, dass Sie das nicht einhalten, wenn Sie irgendjemandem von Frau Körber erzählen, werden wir Strafanzeige erstatten.“
… Damit hatten sie diese schwierige Sitzung zu Ende gebracht, aber für Andrea würde es jetzt erst richtig losgehen, denn vier Tage später, am Dienstag, dem 23. November, fand ihr Gespräch mit der Therapeutin statt, das Marco für sie eingefädelt hatte. Andrea hatte Marco gebeten, sie zu begleiten, aber dieser hatte seine Frau damit beauftragt. Also waren Sandra und Andrea gemeinsam zu Frau Doktor Millstedt gefahren. Die hatte klargestellt, dass sie Sandras Anwesenheit nur so lange akzeptieren könne, wie Andrea noch nicht ihre Patientin sei.
… Abends berichtete Sandra ihrem Mann, während sie bequem auf ihrer Fernsehliege halb saßen, halb lagen und aus einem gemeinsamen Glas ihren Rotwein tranken. „Ich wollte daraufhin eigentlich das Zimmer verlassen“, erzählte sie, „aber Andrea bestand darauf, dass ich bleibe. Dann musste sie alles im Detail erzählen und Clara hat ihr dann eigentlich genau das gesagt, was für uns im Prinzip schon klar war, nämlich ihrem Mann alles zu beichten. Es wäre die einzige Möglichkeit, zu verhindern, dass er es irgendwann von dritter Seite hören würde, und mit ihrem eigenen Gewissen Frieden zu schließen.“
… „Und wenn Konstantin mich verlässt?“, hatte Andrea unsicher gefragt.
… „Diese Gefahr besteht natürlich“, hatte die Therapeutin eingeräumt, „aber wenn Sie es ihm verheimlichen, steigt dieses Risiko mit jedem Monat an. Das Vergebenspotenzial in einer liebenden Beziehung ist zu Beginn erstaunlich hoch, nimmt aber ab, je länger Sie es Ihrem Mann nicht erzählen. Das ist statistisch belegt. Es tut mir leid, aber das einzig Sinnvolle ist Aufrichtigkeit. Wenn Ihr Mann am Donnerstag heimkommt, verhalten Sie sich wie gewohnt. Also begrüßen Sie ihn mit einem guten Abendessen und bereiten Sie ihm eine schöne Nacht mit ehelichem Sex. Aber übertreiben Sie nicht, er soll nicht das Gefühl bekommen, dass Sie etwas verbergen oder ein schlechtes Gewissen haben. Am nächsten Tag lassen Sie ihn dann erst richtig zuhause ankommen und später, vielleicht am Nachmittag, setzen Sie sich gemütlich in Ihr Wohnzimmer und dann ist Ehrlichkeit angesagt. Machen Sie nicht den Fehler, auf die Tränendrüse zu drücken oder gar zu weinen, das verfängt in einer solchen Situation nicht. Schildern Sie ihm ganz genau, wie der Sex abgelaufen ist und was sie dabei gefühlt haben, offen und ehrlich. Erklären Sie ihm, wie untervögelt und welch leichte Beute Sie deshalb waren, das soll er ruhig wissen. Machen Sie ihm aber keinerlei Vorwürfe, nach dem Motto ‚was bleibst du auch so lange weg‘. Das wäre kontraproduktiv. Sagen Sie ihm vielmehr, dass das ein blöder Ausrutscher war und bereits beendet ist, aber dass sie ihm die Entscheidung überlassen, wie es weitergehen soll, denn den Mist hätten ja Sie gebaut. Und wenn er nicht mehr mit ihr leben wolle, würden Sie das akzeptieren, schweren Herzens, aber doch.“
… Daraufhin war Andrea zusammengezuckt, wie Sandra ihrem Mann weiter berichtete. Verstört hatte sie gefragt, was denn wäre, wenn ihr Mann sich wirklich trennen wolle.
… „Dann können Sie sowieso nichts dagegen tun“, hatte die Therapeutin gemeint, „aber geben Sie ihm einfach beliebig Zeit, über die Situation nachzudenken. Und fallen Sie ihm in den Tagen darauf nicht auf die Nerven, lassen Sie ihn einfach in Ruhe. Vielleicht investieren Sie mehr Zeit als bisher in Ihren Job, das wird Sie ablenken. Zeigen Sie aber Ihrem Mann, dass sich an Ihrer Liebe nichts geändert hat, aber nicht intensiver als früher, sonst kommt das nicht ehrlich rüber. Und wenn er reden will, bleiben Sie unbedingt bei der Wahrheit, das heißt, Sie müssen ihm gestehen, dass Sie den Fremdsex genossen haben und dass das zweite Mal von Ihnen ausging. Er muss das Gefühl haben, dass Sie absolut ehrlich sind. Und wenn sich die Gelegenheit ergibt, dann schlagen Sie ihm ein Gespräch bei mir vor.“
… Auf der Heimfahrt dann hatten Andrea und Sandra noch ausgiebig über Claras Ratschläge gesprochen. Dabei hatten sie begonnen, einander zu duzen. Andrea hatte Sandra gestanden, wie sehr sie sie um ihr Sexleben beneidete. „Du bist mit deinem Mann immer zusammen und wenn er auf Dienstreise muss, fährst du mit. Das würde ich auch so gern“, hatte sie sehnsuchtsvoll hinzugefügt.
… Schließlich beendete Sandra ihren Bericht: „Andrea hat noch gemeint, dass es schwierig sei, sich an alles zu erinnern, was Clara Millstedt ihr an Ratschlägen gegeben hatte. Daraufhin habe ich ihr empfohlen, alles niederzuschreiben, sodass sie immer nachlesen könne, und von Claras Assistentin eine Kopie des Films anzufordern. Ich habe ihr nämlich erzählt, dass Clara alle Sitzungen aufzeichnet. Das hat Andrea dankbar angenommen.“
… „Was soll ich dazu sagen“, meinte Marco nun und küsste seine Frau, „es ist schon fantastisch, wie du auf die Gefühle deiner Umgebung zugehst und mit deinen Ideen echte Hilfe gibst. Ich bin so glücklich, dich als Ehefrau zu haben. Ich habe mich schon öfter gefragt, was geworden wäre, wenn du damals vor siebzehn Jahren auf meinen Kuss nicht reagiert hättest. Wären wir jemals zusammengekommen?“
… Glockenhell klang Sandras Lachen: „Du meinst sicher jenen Abend, an dem du später im Bett nicht richtig konntest, weil du nicht wusstest, wie du es anstellen solltest.“
… „Du bist eine böse Hexe“, antwortete Marco, „immer wieder erinnerst du mich an diese unrühmliche Situation.“ Aber er schmunzelte dabei, das war ja alles Schnee von vor hundert Jahren.
… „Es gefällt mir einfach, dich aufzuziehen.“ Sandra lächelte nun, „aber um dich zu beruhigen: Ich hatte überhaupt keinen Gedanken, deinen Kuss nicht zu erwidern. Ich hab’ doch sehnsüchtig darauf gewartet, dass du endlich etwas forscher wirst. Heutzutage hätte ich dich einfach geschnappt, heute sind die Frauen ja aktiver und sagen, was sie wollen.“
… „Das ist zwar schön, wie du das sagst“, sagte Marco, wobei er sie anlächelte, „aber ich bleibe dabei, dass du eine böse Hexe bist.“
… „Wenn du meinst“, antwortete Sandra, „dann werde ich mich jetzt auch so benehmen. Und die böse Hexe sagt dir, dass sie jetzt von dir vernascht werden will, und zwar ohne Ausreden.“
… Marco beugte sich vor und stellte das mittlerweile leere Weinglas auf den Wohnzimmertisch. Dann widmete er sich ganz seiner Frau. Sie halfen einander beim Entkleiden und dann befummelte Marco seine Frau ausgiebig. Er stellte fest, dass sie sehr schnell feucht geworden war und er dachte an die Worte ihrer Psychotherapeutin, dass Sandra leicht erregbar und eine leidenschaftliche Sexliebhaberin war.
… ‚Und genau das ist es, was ich auch will‘, dachte Marco. Er konnte dem Schicksal nicht genug danken, das ihm diese Frau in seine Arme geführt und nach ihrer Trennung wiedergegeben hatte.
… Nackt räkelte sich Sandra in seinem Arm. Sie machte einen ausgesprochen glücklichen Eindruck, als sie nun von ihrem Mann massiert wurde. Ganz still blieb sie, ihr Redefluss war versiegt, sie genoss seine Hände auf ihrem Körper und die waren überall. Sie mochte es, sich ihrem Mann auszuliefern und zuzulassen, was immer er mit ihr machen wollte. Sie freute sich, wenn nicht nur ihr, sondern auch ihm etwas Neues einfiel.
… Marco drehte sie nun auf den Rücken und spreizte ihre Beine weit auseinander. Die Schönheit ihres Geschlechts verfehlte seine Wirkung nicht. Ihre schwarze Landebahn, die über den Schamhügel direkt zu ihrer Lustöffnung führte, gefiel ihm immer wieder aufs Neue. Unterhalb der Landebahn, zwischen dem Punkt, an dem sich die äußeren Schamlippen nach unten öffneten, und demjenigen, wo das die inneren taten, war Sandras Klitoris zu erkennen. Relativ dunkle braune Hautschenkel umschlossen eine in zartrosa gehaltene Eichel. Marco war fasziniert davon gewesen, wie er vor Jahren erfahren hatte, dass der Kitzler erigieren konnte wie ein Penis, ja, dass er sogar das weibliche Gegenstück dazu war. Und er war, das wusste er seit Beginn ihrer Beziehung, jenes Organ, das Sandra ziemlich schnell in einen Erregungszustand versetzen konnte.
… Sandras Kitzler reagierte auch diesmal extrem empfindlich und das nutzte er nun. Er beugte sich über den Unterleib seiner Frau und begann, ihren Kitzler mit seiner Zunge zu bearbeiten. Sandra seufzte auf, dann schnurrte sie wie eine Katze, bis sie schließlich anfing, heftig auszuatmen.
… Marco fühlte sich zufrieden und glücklich, wenn er seiner Frau sexuellen Genuss bereiten konnte. Intensiv leckte er ihre Eichel, indem er seine Zunge von unten her einsetzte und damit ganz genau ihre empfindlichste Stelle traf. Relativ schnell kam sie zu ihrem Orgasmus, es war ein eher ‚kleíner‘, aber der sorgte für ihr erstes Wohlbefinden.
… Marco kannte seine Ehefrau in- und auswendig. Er wusste, dass sie mit einem solchen klitoralen Höhepunkt durchaus ‚leben‘ konnte, aber für eine ordentliche Befriedigung vaginale brauchte. Zunächst delektierte er sich an ihrer Vulva, die er genau betrachtete. Durch den gerade erlebten Höhepunkt zeigte sich ihr Scheideneingang nass, rechts und links davon ihre rosabraun schimmernden inneren Schamlippen ebenso. Diese waren eher kleiin und im trockenen Zustand nicht zu sehen, anders als bei Paula Waldenfels, deren große innere Schamlippen deutlich aus der Vulva herausragten und auch, wenn sie nicht erregt war, einen interessanten Anblick boten.
… Aber Marco schüttelte den Gedanken an Paula gleich wieder ab und konzentrierte sich auf das Wunderwerk der Natur, das offen vor ihm lag.
… Kurz dachte er an seine Sekretärin, um die sich Sandra so gut gekümmert hatte. Er wünschte ihr wirklich, dass es ihr gelänge, ihre Ehe aufrechtzuerhalten. Ihr Ausrutscher, wenn man ihren Fremdsex so nennen wollte, war ja winzig im Vergleich zu dem, was seiner Sandra drei Jahre zuvor passiert war.
… Ganz zart fing Marco nun an, mit seinen Fingerkuppen an den Innenseiten ihrer Schamlippen entlangzustreichen, ganz sachte auf und ab, während er mit zwei Fingern seiner anderen Hand die Eichel ihres Kitzlers von oben durch die Haut ihrer großen Labien knubbelte.
… Sandra seufzte erneut auf. Mit einem wohligen Gefühl wand sie ihren Unterleib in den Händen ihres Mannes. Dessen Finger wurden nun forscher und begannen, die Innenseite ihres Eingangs zu streicheln. Ganz zart taten sie das, aber Sandra spürte deren Bewegungen deutlich und ihr Atem wurde lauter. Sie drängte ihre Vulva seiner Hand entgegen. „Tiefer, fester, … ah … Marco … bitte“, stammelte sie zu ihm hinunter.
… Marco hatte die Scham seiner Frau etwa zwanzig Zentimeter vor seinen Augen und beobachtete, wie ihr Unterleib unkontrolliert zuckte. Ihre Muschi war geöffnet, glänzte nass, es war wie eine Einladung.
… „Ahmmm … fick mich endlich“, sprudelte es aus Sandra heraus, offenbar war sie schon etwas überreizt.
… Marco blickte zu ihr hoch und lächelte: „Du böse und jetzt auch geile Hexe, also gut, ich werde dich erlösen.“
… Gerade als er sich über seine geliebte Frau schwingen wollte, ertönte von der Treppe her eine verschlafene Kijnderstimme: „Was macht ihr denn da, Pápa?“
… Marco reagierte blitzschnell. Er riss die zusammengefaltete Decke, die immer neben ihrer Fernsehliege lag, an sich, breitete sie aus und warf sie über Sandra und sich selbst.
… Es war Alexander, der nun zu ihnen getrottet kam, sich schlaftrunken die Augen reibend und seinen Teddy in der Hand haltend. „Ich hab‘ doch gesehen, dass ihr nichts anhabt. Warum seid ihr denn nackt?“
… Sandra und Marco sahen einander kurz an. Sandras Erregung war mit einem Schlag verschwunden und Bedauern lag in ihrem Blick.
… „Weiß du, Alexander“, sagte sein Váter nun zu ihm, „deine Máma und ich müssen manchmal allein sein, damit sie schmusen können. Und damit uns das richtig gefällt, sind wir dabei nackt. Du erinnerst dich doch an Clara, die nette Dame, die uns hilft? Die hat gesagt, dass wir das ab und zu brauchen.“
… Alexander nickte: „Ja schon, aber warum seid ihr denn nicht im Schlafzimmer?“
… „Weil wir gerade noch unseren Wein ausgetrunken haben, verstehst du? Aber jetzt werden wir ins Bett gehen.“
… „Ich will zu euch ins Bett!“
… „Glaubst du? Du bist doch schon ein großer Schuljunge.“
… „Aber ich habe schlecht geträumt, bitte Pápa. Máma, darf ich?“ Er ging ans Kopfende der Fernsehliege, wo Sandras Gesicht aus der Decke lugte, und er beugte sich über seine Mutter.
… Sandra schmolz sofort dahin, befreite ihre Arme aus der Decke und legte sie um den Nacken ihres Sohnes. „Mein Liebling“, sagte sie zu Alexander, „natürlich darfst du zu uns ins Bett. Wir gehen jetzt gemeinsam hoch.“ Sie richtete sich auf, schlang die Decke wie einen Mantel um sich und marschierte mit ihrem Sohn die Treppe hoch. Ihren Mann ließ sie nackt zurück.
… Marco seufzte. Damit war alles klar. Der eheliche Sex konnte für diese Nacht gestrichen werden. Er bewunderte Sandra, wie sie so einfach umschalten konnte. Sie war ja deutlich die Erregtere von ihnen beiden gewesen, sie wollte unbedingt gefickt werden, weil sie es nicht mehr aushielt, aber von einer Millisekunde auf die andere war sie nur noch Muttertier.
… Kopfschüttelnd folgte er seinen beiden Lieblingen, es war ihm nie ganz klar geworden, wie Sandra das schaffte. Offenbar gab es ein spezielles ‚Muttergen‘, das sie dazu befähigte. Als er oben ankam, hatte Sandra schon ein Nachthemd angezogen und warf ihm seinen Pyjama zu.
——————–
… Einige Tage später, es war der 29. November, ein Montag, wurde Marco, als er ins Büro kam, von einer Andrea begrüßt, die rotgeränderte Augen hatte.
… „Andrea, was ist denn passiert?“ Marco schwante nichts Gutes.
… „Ich bin genauso vorgegangen, wie Frau Doktor Millstedt empfohlen hat, aber irgendwie hat es mit meiner Beichte nicht geklappt. Es war entsetzlich, mein Mann hat richtig zu heulen begonnen. Noch nie habe ich ihn weinen gesehen. Wie hätte ich da nicht auch weinen sollen, was mir die Therapeutin eigentlich verboten hat. Nach einer Weile hat Konstantin sich gefasst, aber er redet seither nicht mit mir. Am Freitagabend ist er weg und erst um vier völlig besoffen heimgekommen. Und am Samstag hat er gesagt, dass ihn ein Freund zu den Nutten mitnimmt, denn was ich könne, könne er auch. Das ganze Wochenende war er für mich nicht ansprechbar. Was soll ich nur tun? Er geht offenbar zu anderen Frauen.“
… „Jetzt passen Sie mal auf, Andrea“, erwiderte Marco, „Sandra hat mir erzählt, wie es bei Clara Millstedt letzte Woche gelaufen ist. Deshalb kann ich jetzt ein wenig dazu sagen. Immerhin ist Ihr Mann vorerst nicht ausgezogen. Sie haben doch gehört, dass Sie ihn einfach in Ruhe lassen sollen. Dass er geweint und sich angesoffen hat, zeigt doch, wie verzweifelt er ist. Und warum ist er das? Weil er Sie wirklich liebt. Und so, wie ich Clara verstanden habe, wird die Liebe irgendwann wieder an die Oberfläche kommen. Vertrauen Sie der Zeit. Und eifersüchtig sollten Sie jetzt nicht sein. Vielleicht fickt er mit Nutten, um intuitiv die Augenhöhe in seiner Ehe wiederherzustellen. Lassen Sie sich von Clara das mit der Augenhöhe erklären.“
… Marco war über sich selbst ganz erstaunt, dass er diese Rede fast so gehalten hatte, wie es die Psychologin getan hätte. Er hatte viel dazugelernt über das, was die menschliche Seele und ihre Gefühle ausmachte. Noch anderthalb Jahre zuvor hätte er als streng logisch denkender Mathematiker die Psychologie als Pseudowissenschaft und die Psychotherapeuten als Scharlatane abgetan. Aber dann hatten die Brüder Waldenfels dafür gesorgt, dass eine gewisse Doktor Clara Millstedt seinen besten Freunden, Penny und David, half, und das hatte seine Überzeugung ins Wanken gebracht. Und nachdem er jetzt am eigenen Leib, also in seiner eigenen Ehe, erfahren hatte, was eine gute Psychologin zu leisten imstande war, hatte er seine Meinung vollkommen geändert.
… Und diese Rede bewirkte jetzt zweierlei: Zum einen schien Andrea etwas beruhigter zu sein. Sie wischte sich nochmals über ihre Augen und war dann in der Lage, ihr Tagwerk zu beginnen. Marco sagte noch zu ihr, dass sie über die von ihr geschilderten Ereignisse unbedingt mit der Psychotherapeutin sprechen sollte, vielleicht zusammen mit Sandra, der sie ja nähergekommen war.
… Zum anderen aber, und das war richtungsweisend für Marcos weiteren Lebenslauf, erkannte er, dass er, ausgehend von dem, was er gelernt hatte, anderen Menschen Ratschläge für deren weiteres Verhalten in Notsituationen geben konnte, und das faszinierte ihn. Das war der zweite Stoß, den ihn das Schicksal in Richtung seiner künftigen beruflichen Ausrichtung stupste. Den ersten hatte er einige Monate zuvor in Claras Praxis erhalten, als sie erzählte, dass es viel zu wenige Psychotherapeuten für die bestehenden Probleme in Paarbeziehungen gebe.
… Allein in seinem Büro an seinem Schreibtisch sitzend, dachte Marco nun angestrengt nach. Ein Gedanke war in seinem Gehirn schemenhaft aufgetaucht, war zunächst von seinem Bewusstsein weggedrückt worden, hatte sich aber danach mit Macht seinen Weg in sein Denkzentrum gebahnt.
… Was wäre, wenn er versuchen würde, junge Menschen dafür zu interessieren, den Beruf eines Psychotherapeuten zu ergreifen? Vielleicht müsste er zu ihnen in die Universitäten gehen und für diesen Beruf werben. Er müsste darstellen können, wie wichtig für Gesellschaft und Arbeitswelt gut funktionierende Beziehungen waren und wie hilflos die Menschen oft ihren Beziehungskrisen gegenüberstanden, wenn sie keine professionelle Hilfe hatten. Und er müsste klarmachen können, wie schnell und unverschuldet eine Beziehung in eine Krise schliddern konnte, am besten anhand von Beispielen, wie das seiner Sekretärin oder nicht zuletzt das seiner eigenen Frau.
… Dramatisch müsste er schildern, welchen Schaden entgleiste Beziehungen verursachten, in den Familien selbst und in der Gesellschaft. Aber dazu würde er recherchieren müssen, Analysen ausarbeiten, Interviews durchführen. In Vorträgen müsste er seine Zielgruppe mit entsprechendem Material konfrontieren, möglichst dramatisch, denn nur Schockwirkungen würden den erforderlichen Effekt erzeugen.
… Unbewusst hatte Marco durch diese Gedanken schon sehr viel vorweggenommen, was später tatsächlich seine Vorgangsweise werden würde. Und um weiter nachdenken zu können, ließ er Andrea seine beiden Vormittagstermine kurzfristig absagen, etwas, das er noch nie getan hatte. Er war über sich selbst überrascht, aber daran erkannte er, wie sehr ihn dieses Thema gepackt hatte.
… Während er nun verschiedene Details überlegte, war ihm natürlich eines klar. Für die Verwirklichung würde er Zeit brauchen, viel Zeit. Zeit, die er eigentlich nicht hatte. Immerhin waren Sandra und er sich einig, möglichst viel Zeit mit der Familie zu verbringen, und ihr drittes Kjnd, an dem sie mit Hingabe ‚arbeiteten‘, würde natürlich weitere Zeit benötigen.
… Dazu kam, dass sein Job bei Waldenfels bei Weitem noch nicht getan war, im Gegenteil, er war ein halbes Jahr zuvor mit der Umsetzung seiner Konzepte erst so richtig losgegangen. Die Veränderungen in der Produktpalette, in der Struktur, in der Arbeitsorganisation, in Marketing und Vertrieb, dann beim öffentlichen Auftritt des Unternehmens und nicht zuletzt die Neuordnung der IT, waren voll im Gange, derzeit ‚nur‘ am Hauptstandort, aber bereits in wenigen Monaten würden auch entsprechende Maßnahmen in den anderen Werken und im Ausland gesetzt werden.
… Die Anzahl der gleichzeitigen Baustellen war enorm. Öfter hatte Marco deshalb Diskussionen mit Alfred und Heinrich Waldenfels, die darüber besorgt waren, aber im Aufsichtsrat ihm und ihrer Tóchter zuliebe ihre Füße still hielten. Der Vorstand und viele Bereichsleitungen waren neu besetzt und es gab im Hause nur noch wenig Widerstand. Paula hatte gelernt, den Vater ihres Sohnes sehr zu bewundern. Er hatte fast immer ein glückliches Händchen bei der Besetzung offener Führungspositionen, aber natürlich gab es nach dem Platzen der Internetblase und der schlechten Beschäftigungspolitik der damaligen Regierung genügend brachliegendes Potenzial auf dem Personalmarkt. Marco zögerte nicht, auch mal ‚auf Vorrat‘ einstellen zu lassen, wenn sich gute Leute bewarben. Er wusste, dass das Unternehmen diese bei stetigem Wachstum in der Zukunft dringend benötigen würde. Und er hatte damit auch die Chance, schwierige Mitarbeiter, die sich nicht ins neue Konzept einordnen ließen, nach Haus zu schicken.
… Das hatte zu einem gewissen Konflikt mit Paulas Vätern geführt, weil sich das mit deren sozialer Einstellung nicht zu vertragen schien.
… „Das sehe ich anders“, hatte Marco den beiden ziemlich deutlich erklärt, „schaut mal, euer Unternehmen ernährt Tausende von Familien und das soll doch in zwanzig Jahren auch noch so sein. Es ist also für alle Mitarbeiter ausgesprochen sozial, Personen zu entfernen, die unser Konzept torpedieren.“
… Der neue Vorstand arbeitete harmonisch zusammen, sehr zu Paulas Freude, die sich zu einer überzeugenden und sicher auftretenden Unternehmenslenkerin entwickelt hatte. In gewisser Weise war das auch Marcos Verdienst und das wussten die Brüder Waldenfels ganz genau, denn die hatten seine diesbezüglichen Fähigkeiten schon einige Jahre zuvor erkannt.
… Marcos Gedanken waren jetzt abgeschweift. Er dachte mit Rührung und auch Liebe an seine ehemalige Geliebte, deren erster und bisher einziger Mann er gewesen war. Er war dafür verantwortlich, dass Paula und die attraktive Hildegard sich nähergekommen waren, und es machte ihn glücklich, dass sie einander während der Weihnachtsferien länger treffen wollten. Er gönnte ihr das von Herzen und hoffte, dass sich daraus etwas Ernsteres entwickeln würde.
… Paula versuchte, wo immer es ihr möglich war, bei den entscheidenden Sitzungen dabei zu sein, wenn die nächsten Arbeitsschritte des Projekts besprochen wurden. Längst hatte sie bei diesen Meetings erkannt, wie eingeschworen das große Team war, das Marco geformt hatte. Und immer wieder hatte sie festgestellt, wie er in seinen Ansprachen Hunderte Mitarbeiter motivieren konnte und wie geschätzt seine fachlichen Kenntnisse und seine Führungsqualitäten waren im gesamten Unternehmen waren.
In seinem vorigen Unternehmen, das natürlich viel kleiner war, war er dank seiner Fähigkeiten und seiner Persönlichkeit nach dem Eigentümer die unbestrittene, informelle Nummer zwei gewesen. Als Paula darum geworben hatte, ihn zu Waldenfels zu bringen, hatte sie ihm prophezeit, dass er das auch in ihrem Unternehmen werden könne, und im Prinzip hatte er das nach knapp anderthalb Jahren bereits erreicht.
… Marco konnte außerordentlich fordernd und konsequent sein, er schonte sein Team nicht, sowenig wie sich selbst, aber er besaß Handschlagqualität, bei ihm galt, was vereinbart war. Und bei ihm durfte man etwas wagen und auch Fehler machen.
… Mehrfach hatte Paula versucht, ihm einen Vorstandsposten schmackhaft zu machen. Sie hätte gerne seine Position im Unternehmen entsprechend formal gestaltet, aber Marco hatte das nicht gewollt, zumindest so lange er am Umstrukturierungsprojekt arbeitete.
… „Sieh‘ mal, Paula“, hatte er zu ihr gesagt, „ich arbeite mit meinem Team besser, wenn wir außerhalb der regulären Organisation stehen. Ich brauche für die Durchsetzung der Maßnahmen nicht das Vorstandsmänntelchen.“
… Natürlich hatte er damit Recht gehabt. Er war hinter Paula unbestritten die Nummer zwei im Konzern, auch die Vorstände taten alles, so wie er es vorgab, schließlich waren sie von Paula und ihm ausgewählt worden, bevor sie rein formal vom Aufsichtsrat bestätigt worden waren.
… Deshalb war eines für ihn vollkommen klar: Er würde den Konzern nicht im Stich lassen, um seinen neuen Ideen zu frönen, wegen der vielen Mitarbeiter, denen er im Wort war, dann wegen Paula natürlich und nicht zuletzt wegen ihres gemeinsamen Sohnes, Jonathan, der irgendwann ein prosperierendes Unternehmen erben sollte. Und er könnte ohnedies nicht einfach seinen Job aufgeben. Er bekam schließlich bei Waldenfels ein nicht geringes Gehalt, das ihm erlaubte, einige finanzielle Rücklagen zu bilden, denn viel Vermögen hatten Sandra und er davor nicht auf der Seite gehabt. Also würde er seine Idee zunächst für sich behalten und erst zu einem späteren Zeitpunkt ansprechen, zuerst natürlich nur mit Sandra, später auch mit Paula und Clara Millstedt.

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