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Weihnachten zu dritt Teil 2

Wenig später stand sie auf und saß noch einen Moment auf der Bettkante. Dabei kam ihr der Gedanke, dass sie sich noch schminken sollte. Immerhin trug sie normalerweise kaum etwas, denn sie empfand immer, dass sie diese nicht brauchte. Höchstens einen leichten Lippenstift und etwa Liedschatten. Doch sie glaubte, dass es zu diesem Outfit dazugehörte. Also setzt sie sich, wie sie war, an den Schminktisch im Schlafzimmer. Eine Lampe darüber wurde angeschaltet und sie konnte ihr Gesicht, im kleineren Spiegel des Tisches, betrachten. Was sie sah, war für sie genug und stimmte sie zufrieden, doch es ließ sich noch steigern.
Also begann sie sich, auch hier zu verwandeln. Entsprechende Sachen hatte sie genug, auch wenn sie diese selten benutzte. Sie kaufte es für irgendwann, benutzte es aber selten. Warum sie das tat, wusste sie nicht. Aber vielleicht das gleiche Syndrom wie, wenn Männer Nägel oder Schrauben kaufen, die sie in diesem Moment nicht benötigen. Angela konnte sich an diverse dieser Dinge, bei Thomas erinnern.
Während sie sich jetzt darüber innerlich amüsierte, trug sie auf, was ihr in die Finger kam und wischte es wieder ab. Ob knallroter Lippenstift oder dunkelblauer Liedschatten. Es gab keine Farbvariante, die sie unbeachtet ließ.
So vergingen Stunde um Stunde ohne das sie es merkte. Draußen war es inzwischen dunkel geworden, obwohl es einem nicht so vorkam, denn es hatte weiter geschneit und die weiße Oberfläche des Schnees, reflektierte das Licht der Straßenbeleuchtung. Von daher war es nicht wirklich dunkel draußen.
Irgendwann hatte Angela ihren Style gefunden und betrachtete die leicht nuttig wirkende Farbwahl. Kräftige Farben waren zum Tragen gekommen und stachen stark hervor, gaben ihr ein leicht maskenhaftes Aussehen. Aber das sollte gerade so sein, denn Thomas sollte bekommen, was er zuvor noch niemals gesehen hatte.
Zum Schluss steckte Angela noch ihre üppigen Haare hoch und brachte sie in die nach ihrer Auffassung richtige Form. Dann war sie endlich fertig und betrachtete sich erneut im großen Spiegel.
Vor ihr stand ein anderer Mensch, und wenn sie es nicht anders gewusst hätte, dann wäre sie davon ausgegangen, dass vor ihr die nicht bekannte, verruchte Zwillingsschwester stand. Es gefiel ihr auf eine bestimmte Art und Weise, was sie sah. Es kam ihr ein wenig befremdlich, aber zugleich angenehm vor. Sie war in eine andere Rolle geschlüpft, eine Maskerade, die sie zu etwas anderem machte, als sie war.
So wie sie war, ging sie ins Wohnzimmer und machte Musik an, was sie selten tat. Dann stellte sie sich vor einen anderen großen Spiegel, der an einer Wand hing.
Sie hatte Musik ausgewählt, zu der man gut tanzen konnte. Nicht zu schnell, denn das hätte den Gesamteindruck zerstört, besonders als sie jetzt begann, sich aufreizend vor dem Spiegel zu bewegen. Sie schwang in der Hüfte hin und her und ging langsam weit herunter in die Knie. Dann kam sie wieder herauf und drehte sich um sich herum. Kam zwischendurch ein starker Bass aus den großen Lautsprechern, schnellte ihr Unterleib hervor und machte ruckartige Bewegungen nach vorne, die nur auf eines schließen ließen.
So ging es eine ganze Zeit und Angela geriet in eine Art Taumel, der ihre Bewegungen noch verführerischer werden ließ. Dabei nahm sie wieder körperlich die Blicke wahr, die man ihr sicher entgegen gebracht hätte, wenn ein Publikum anwesend gewesen wäre.
Sie sonnte sich in der erdachten Aufmerksamkeit und bekam nicht mehr mit, was um sie herum geschah. So hörte sie nicht, wie etwas gegen die Eingangstür prallte, ebenso nicht, als sich ein Schlüssel im Schloss drehte. Sie hatte nicht damit gerechnet, dass Thomas so früh nach Hause kommen würde. Sonst kam er frühestens am Morgen wieder, aber niemals zuvor, war er noch am gleichen Tag erschienen.
Der Tag hatte aber noch eine Stunde, von daher war es ungewöhnlich.
Auch als das Licht im Flur anging, bekam sie es nicht mit, erst als die Tür zum Wohnzimmer mit einem Mal aufgerissen wurde, schrak sie zusammen und sah in die Richtung.
Thomas stand in der Tür und sie konnte sogleich erkennen, dass er zu viel getrunken hatte. So stand er weniger in der Tür, sondern hing mehr im Rahmen und starrte sie aus blutunterlaufenen Augen an. Überhaupt sah er aus, wie er noch niemals ausgesehen hatte. Die Haare unordentlich und sein Anzug an einem Ärmel eingerissen. Dazu hatte seine Nase geblutet, denn sie war leicht bläulich und ein Rest von getrocknetem Blut, hing unter einem Nasenloch.
Nur einen Moment stand er da, dann sagte er laut und deutlich, fast schreiend: „Schlampe!“, und starrte sie weiterhin an.
Angela wusste nicht, wie sie reagieren sollte. Immerhin hatte er sie jetzt schon vorzeitig so gesehen, wie sie ihn überraschen wollte. So bezog sie seinen Ausspruch auf ihr Aussehen.
Doch das änderte sich schnell, als er sich aus dem Türrahmen löste, auf sie zugewankt kam und ihr eine Ohrfeige verpasste, die sie ungebremst gegen eine Wand schleuderte.
Nur mit größter Not konnte sie sich noch auf den Beinen halten und wich Thomas aus, der ihr jetzt nachsetzte. Dabei konnte sie den Schmerz fühlen, der sich jetzt auf der getroffenen Gesichtshälfte breitmachte, ihre Wange glühen ließ.
Sie war wegen der Überraschung nicht schnell genug und konnte dem nächsten Schlag kaum ausweichen. Wieder knallte seine flache Hand gegen ihre Wange und verstärkte den Schmerz. Sie schrie auf und begann zu wimmern, während sie versuchte, sich vor ihm zu schützen. Sie hob ihre Hände und wehrte den nächsten Schlag ab.
„Schlampe!“, schrie er ihr jetzt ein weiteres Mal entgegen. „Das sieht dir recht. Hast wohl in dem Aufzug auf Tom gewartet. Wie oft hast du ihn rangelassen he? Wie ich hörte schon oft. Hat er mir selber gesagt. Er liegt deswegen jetzt sicher im Krankenhaus und soll ich dir mal was verraten? Du wirst ihm Gesellschaft leisten, wenn ich mit dir fertig bin!“
Angela verstand nicht, was Thomas da sagte. Sie kannte Tom. Ein Arbeitskollege von Thomas, den sie nicht sonderlich mochte. Er hatte sie immer angestarrt, als wenn er sie mit Blicken auszog. Niemals hätte sie etwas mit ihm angefangen, dazu liebte sie Thomas viel zu sehr und mochte Tom zu wenig. Besser gesagt, wäre Tom der Letzte gewesen, der ihr in den Sinn kam. Das hatte sie ihm mehrfach zu verstehen gegeben und eigentlich hätte er es kapieren müssen. Warum erzählte er also so etwas.
All das schoss ihr blitzschnell durch den Kopf, während sie vor Thomas Schutz suchte, der ihr körperlich überlegen war.
Vielleicht hatte er Thomas angelogen, um an sie heranzukommen.
Zum Glück war Thomas so betrunken, dass er seine Körper nur teilweise unter Kontrolle hatte. So konnte Angela an der einen Wand entlang flüchten und war wenig später, an der Tür zum Flur. Da sie diese nicht schnell genug öffnen konnte, bekam Thomas ihre Haare zu fassen und zog sie zu sich zurück. In Panik schaffte Angela es aber, im gleichen Augenblick die Tür zu öffnen und stürzte in den Flur. Ein Büschel Haare war das Einzige, was Thomas in den Händen hielt, als er sie zu sich heranziehen wollten. Doch da war sie bereits auf dem Flur, griff wie aus Reflex in die Garderobe und zog eine Jacke heraus. Dann rannte sie so schnell es auf den High Heels ging zur Wohnzimmertür, riss diese auf und stand wenig später im Treppenhaus.
Dann zog sie die Tür hinter sich zu, schlüpfte so schnell es ging aus den Schuhen und rannte, diese in den Händen haltend, die Treppe herunter.
Weiter oben riss Thomas die Tür auf und schrie ihr hinterher: „Lass dich niemals wieder hier blicken. Ich will dich nicht mehr sehen. Verrecke von mir aus auf dem Gehsteig. Von mir kannst du nichts mehr erwarten. Denke nicht einmal daran im Treppenhaus zu bleiben. Wenn ich dich dort erwische, ist es das dein Ende. Verpiss dich!“
Dann hörte sie die Tür zuschlagen und wusste innerlich, dass er das Letzte ernst gemeint hatte. Doch wohin sollte sie so schnell. Sie hatte alles zurückgelassen, was sie jetzt gebrauchen konnte.
Doch das war zweitrangig. Sie musste aus dem Haus. So weit es nur ging, von Thomas weg. Raus aus seinem Einzugsgebiet.
Während sie jetzt aus der Haustür stolperte, rann ihr Blut in den Nacken, der von den ausgerissenen Haaren herrührte.
Kaum stand sie draußen, traf sie das Wetter mit voller Wucht. Das Wetter hatte sich zu einem richtigen Schneesturm ausgeweitet und hatte bereits mittlere Schneewehen gebildet.
Auch wenn es das unpassendste Schuhwerk war, was man sich anziehen konnte, blieb Angela nichts anders übrig, als ihre High Heels anzuziehen und irgendwo Schutz zu suchen. Doch wo fand man in einer Wohngegend um diese Zeit Schutz. Sie wusste es nicht und suchte erst einmal eine Möglichkeit sich vor dem Schnee zu schützen. Dann würde sie weiter überlegen, was zu tun war. Doch es gab nichts. Die einzige Kneipe in der Nähe machte in der Woche bereits um zehn Uhr zu und bei dem Wetter, machten sie sicher keine Überstunden. Genauso sah es mit dem Griechen um die Ecke aus. Zum Schluss fand sie erst einmal eine Bushaltestelle, die ihr zumindest Schutz vor dem Schnee bot.
Sie kämpfte sich bis dort hin durch und dachte erst jetzt an die Jacke, die sie gegriffen hatte.
Zu ihrem Entsetzen hatte sie sich nicht die Winterjacke gegriffen, sondern eher das, was man ein Jäckchen nannte. Diese war nicht zum Wärmen gedacht, sondern dafür vom Auto in ein Haus oder umgekehrt zu gehen. Im Sommer mehr, aber jetzt vollkommen ungeeignet. Trotzdem zog sie diese über, war es doch besser als nichts.
Zitternd und erschöpft saß sie wenig später in der Bushaltestelle und wusste nicht, wie ihr geschehen war. Eins wusste sie genau. Was ihr Thomas vorgeworfen hatte, hatte sie nicht getan. Überhaupt hatte sie in der Zeit, wo sie zusammen waren, keinen anderen Mann angesehen, jedenfalls nicht in dem Sinne. Sie mochte sicherlich auch andere Männer, aber etwas mit ihren anzufangen, wäre ihr niemals in den Sinn gekommen.
So brach es jetzt aus ihr heraus. Tränen rannen über ihre kälter werdende Haut und tropften auf die eisigen Steinplatten, die unter ihr verlegt worden waren. Hier gefroren sie sofort zu Eis.
Sie wusste, dass sie es hier nicht lange aushalten würde. Es war zwar nur wenig unter null Grad und die Bushaltestelle hielt sowohl Schnee, als auch Wind ab, trotzdem war sie denkbar schlecht angezogen. Es würde nur wenige Stunden dauern und sie würde unterkühlt sein. Schon jetzt kroch die Kälte in ihren Körper, obwohl der, von dem erlebten, noch erhitzt war.
Was sollte sie tun. Sie war alleine in dieser Stadt. Die Menschen, die sie kannte, hatte sie über Thomas kennengelernt, und ob sie zu ihr halten würden, war zweifelhaft. Sicher würde er ihnen das erzählen, was er ihr an den Kopf geworfen hatte. Von daher hatte sie von dieser Seite aus nichts zu erwarten. Geld hatte sie keines und zur Polizei gehen würde sie nur, wenn es nicht anders ging. Sie konnte sich schon vorstellen, was dabei rauskam. Blieb die eigene Familie, aber die lebte Hunderte Kilometer weit weg und konnten sie nicht abholen.
Es war trostlos und Angela verzweifelte immer mehr, dabei starrte sie zu Boden und sah ihren Tränen nach, die Tropfen für Tropfen am Boden vereisten.
Darum bemerkte sie nicht, wie ein großer Schatten an ihr vorbei ging, dann aber stehen blieb.
Dann sprach sie eine tiefe, raue Stimme an, die sie zusammenzucken ließ.
„Mädchen, das ist nicht gerade die Art Bekleidung, in der man bei dem Wetter hier draußen herumsitzt. Überhaupt sollte man gar nicht draußen sein!“
Angela blickte auf und musste ihren Kopf in den Nacken legen, denn der Mann, der vor ihr stand, war ein Baum von einem Menschen. Sicher einen Meter und neunzig, eher zwei Meter groß. Dazu breit gebaut, wobei der Eindruck auch von dem Mantel entstehen konnte, den er trug. Er war sehr dick und hatte eine dunkelbraune Farbe, hing bis auf die Schuhe herab und hatte am Kragen einen Pelzbesatz.
Weiter oben schauten sie glasklare, blaue Augen an, die aus einem älter wirkenden Gesicht strahlten, diesem dadurch etwas Jugendliches zurückgaben. Auf dem Kopf hatte er eine Pelzmütze, die aussah wie die von Russen im Winter.
Angela wusste, dass sie einen jämmerlichen Eindruck machte und ihr Gesicht wenig lieblich aussah. Besonders als sie jetzt ihre angeschwollene Gesichtshälfte mit zu ihm drehte. Außerdem war ihr Schminke, durch die Tränen verlaufen.
Der Mann sah sie immer noch regungslos an, ohne etwas zu tun. Angela fühlte sich nicht wohl bei dem Gedanken, dass er dort stand, und sagte zu ihm: „Ist alles in Ordnung. Mein Bus kommt gleich und dann bin ich hier weg. Machen sie sich keine Gedanken!“
„Hmmmm“, macht er nur und drehte sich um. Dann ging er langsam weiter und verschwand im Schneegestöber.
Angela wusste nicht, warum sie das zu diesem Mann gesagt hatte. Sie hatte schon immer eine Scheu vor anderen Menschen gehabt, denn sie fühlte sich in der Nähe von Unbekannte nicht wohl. Dabei war egal, ob diese ihr etwas tun wollten oder nicht. Das konnte sie vorher nicht wissen.
Also saß sie weiterhin da und überdachte ihre Situation, während ihr Körper nach Wärme lechzte. Ihr musste schnell etwas einfallen, aber wie immer, wenn es schnell gehen musste, war der Kopf leer. Sie freundete sich immer mehr mit dem Gedanken an, bei der Polizei ein warmes Plätzchen zu finden.
Doch dann stand auf einmal der große Schatten vor ihr, ohne dass sie es bemerkt hatte.„Das kann man sich ja nicht mit ansehen!“, meinte die Stimme. „Du wirst hier erfrieren. Wann kommt denn der nächste Bus?“
Angela hob ihre Schulter. Sie wusste es nicht, woher auch. Sie fuhr nicht mit dem Bus, und wenn einer gekommen wäre, hätte sie nicht gewusst, wohin dieser fuhr. Einmal davon abgesehen, hätte er sie ohne Fahrkarte nicht mitgenommen.
„Also!“, sagte die Stimme, „Ich werde hier mitwarten, bis der Bus gekommen und mit dir weggefahren ist. In der Zwischenzeit ziehst du meinen Mantel über!“
Angela sah zu, wie er sich aus dem Mantel pellte und diesen ihr hinhielt.
Jetzt war ihr alles egal. Sie fror inzwischen so stark, dass sie nicht mehr antworten konnte. Zu stark schlugen ihre Zähne aufeinander.
Um den Mantel anziehen zu können, stand sie mit wackeligen Beinen auf. Dann legte ihr der fremde Mann den Mantel um, der bei ihr um einiges auf dem Boden lag. Dabei fiel ihr erneut auf, wie groß der andere war. Es mussten eher zwei Meter sein, und wenn sie darüber nachdachte, dass sie gerade einen Meter sechzig war, wirkte sie unheimlich klein neben ihn. Wenn er jetzt etwas von ihr gewollt hätte, hätte er es längst getan. Aber das Einzige, was er tat war, sich neben sie zu setzten. Dabei schielte sie in seine Richtung und konnte erkennen, dass er unter dem Mantel noch einen weiteren, Dünnen getragen hatte. Trotzdem war er immer noch eine imposante Erscheinung, denn auch ohne seinen dicken Mantel, war er noch sehr kräftig gebaut. Was Angela sofort auffiel, waren die großen, wie Schaufeln wirkenden Hände mit dicken Fingern, die nicht dazu gemacht waren, Schreibarbeit zu verrichten. Wahrscheinlich arbeitete er also mit den Händen. Mauerer vielleicht oder etwas anderes auf dem Bau. Ganz anders als Thomas, der keinen Nagel in die Wand bekam.
Langsam wurde ihr wärmer und ihre Zähne hörten auf zu klappern. Dafür schärften sich ihre Sinne und sie nahm einen Geruch war, den sie zuvor nur unterschwellig wahrgenommen hatte. Dieser Geruch kam ihr bekannt vor und entstieg dem Mantel. Leider konnte sie diesen nicht zuordnen, doch ihr Unterbewusstsein signalisierte etwas von vertrautem Wohlfühlen.
Minute um Minute saßen sie jetzt auf der Bank und warteten, wobei Angela nicht einmal wusste, was sie machen sollte, wenn ein Bus kam. Soweit sie wusste, gab es hier nur eine einzige Verbindung, also konnte sie schlecht sagen, dass dies der falsche Bus wäre. So saß sie weiterhin dort und wusste nicht weiter. Aber immerhin war ihr nicht mehr so kalt. Der Mantel wärmte sehr gut. Leider nicht ihre Füße, die langsam zu Eisklumpen wurden.
„Hmmm“, ließ der Mann verlauten, „Sieht aus, als wenn kein Bus mehr kommt. Wo wolltest du den hin?“
Eine Frage die Angela nicht beantworten konnte und sich davor gefürchtet hatte. Sie sah den Mann jetzt von der Seite an und zuckte ein weiteres Mal mit der Schulter.
„Ein Mädchen oder junge Frau sitzt in einer Bushaltestelle bei einem Schneesturm und wartet auf einen Bus, der nicht kommt und weis nicht, wohin sie will. Etwas merkwürdig. Findest du nicht? Dazu sieht sie aus, als wenn sie gerade die Prügel ihres Lebens bekommen hat und Hals über Kopf geflüchtet ist. Das ist eine Kombination die mir nicht gefällt. Besonders weil wir hier nicht die nächsten Tage sitzen können. Selbst mir wird es bald zu kalt, denn immerhin sitzt du mit meinem Mantel da und das war anders gedacht.
Also, ich machte dir einen Vorschlag. Ich lasse mich in einer halben Stunde abholen. Wenn du willst, bringe ich dich dann dahin, wohin du willst oder du kommst einfach mit. Hier werde ich nicht mehr lange sitzen bleiben. Der Schnee wird immer höher und es wird nicht mehr lange dauern bis wir eingeschneit sind. Ich jedenfalls werde die Nacht im Warmen verbringen, dazu lade ich dich gerne ein!“
Angela wusste nicht, was sie davon halten sollte. Ein wildfremder Mann lud sie ein, mit ihm mitzukommen. Auf der anderen Seite blieb ihr die Polizei, eine andere Alternative sah sie nicht.
Sie wusste nicht, was sie machen sollte. Was hatte sie noch zu verlieren. Es war sowieso alles zusammengebrochen, was zuvor noch in Ordnung gewesen war. Nur wenige Stunden hatte es gebraucht, die ganze Situation zum Negativen zu verändern. Eigentlich war ihr inzwischen alles egal. Sie wünschte sich zwar nicht den tot, aber wenn sie an ihre Füße dachte, waren zumindest die, nicht mehr weit davon entfernt.
Ohne ihm zu antworten, saßen sie eine halbe Stunde da, während der Schneesturm noch stärker wurde. Die Schneewehen wurden höher und bedeckten die ganze Gegend. Zwischendurch hatte der Mann einmal sein Handy genommen und durchgegeben, wo er gerade war. Sonst saß er nur schweigend neben ihr.
Wenn sie den immer dichter werdenden Schnee betrachtete, fragte sie sich, wie er hier wegkommen wollte. Es musste ein seltsamer Wagen sein, der ihn abholte. Zumindest war kein Bus mehr unterwegs, denn obwohl einer kommen hätte müssen, war keiner erschienen.
Auf einmal, nach einer halben Stunde, glaubte sie ihren Ohren nicht zu trauen. Sie hörte das bimmeln von kleinen Glöckchen oder Schellen, wo der Unterschied war, wusste sie nicht.
Dieses Geräusch wurde lauter und durchbrach immer deutlicher das heulen des Windes. Dann traute sie ihren Augen nicht, obwohl ihre Ohren es ihr sagte. Auf einmal fuhr ein Schlitten vor, vor dem ein mächtiges Ross gespannt war. Nicht so ein zierliches Pferd zum Springreiten oder Rennen, eben ein Ackergaul, ein Kaltblut wie aus dem Bilderbuch. Es lag Schnee auf seinem Rücken und es hatte die typischen langen Haare an den Beinen, die bis zu den Hufen gingen. Es schnaubte einmal, als der Schlitten vor der Bushaltestelle anhielt.
Auf dem Kutschbock saß ein dick eingemummelter Kutscher, der die Zügel mit dicken Handschuhen festhielt.
Angela rieb sich einmal die Augen, aber das Gespann stand immer noch vor der Haltestelle. Statt zu verschwinden, stand der Mann neben ihr auf und meinte: „Wenn ich bitten darf. Ich möchte langsam nach Hause. Dann ging er zur Tür des Schlittens und öffnete diese. Darin konnte Angela mehrere dicke Decken oder Felle sehen. Auf denen sich ebenfalls Schnee gesammelt hatte.
Angela stand mit zitternden Beinen auf und versuchte so elegant wie möglich zum Schlitten zu trippeln, aber ihre Eisfüße und der lange Mantel, der auf dem Boden schleifte, verhinderte das. Kurz bevor sie am Schlitten ankam, stolpert sie und wäre der Länge nach hingefallen, wenn der Mann sie nicht aufgefangen hätte. Seine starken Hände packte sie fest und er hob sie leicht hoch. Währenddessen griff der Kutscher hinter sich und hob ein ganzes Bündel von Decken an. Darunter wurde sie gelegt und die Decken schmiegten sich augenblicklich an sie an, als der Kutscher diese losließ. Dann ging der Mann hinten herum um den Schlitten und stieg auf der anderen Seite ein, wobei er selber ebenfalls unter die Decken schlüpfte.
„Also junge Frau, wohin soll die Reise gehen. Polizei oder zu mir. So wie es aussieht, gibt es keine andere Möglichkeit. Ach ja, ich heiße übrigens Heinrich und auf dem Kutschbock sitzt Franz mein Knecht. Er selber mag den Ausdruck nicht, aber ich liebe es. Die alten Ausdrücke bezeichnen wenigstens noch, was die Menschen tun und verstecken nicht die Leistungen, die dahinter stehen.“
Angela drehte ihren Kopf in seine Richtung. „Angela!“, sagte sie, „Bitte keine Polizei!“
Heinrich drehte seinen Kopf in Richtung Franz und meinte: „Nach Hause!“
Franz ließ einmal die Peitsche knallen und das kraftvolle Pferd, setzte sich in Bewegung.
Unter normalen Umständen hätte Angela die Fahrt genossen, obwohl es stürmte und der Schnee in ihr Gesicht peitschte. Damit sie dort besser geschützt war, hatte Heinrich ihr ebenfalls eine Mütze aufgesetzt, die im Schlitten lag, trotzdem war ein schmaler Streifen mitsamt den Augen ungeschützt und dort traf sie die Kälte. Schnell tränten ihr die Augen und sie schloss diese.
War ihr zuvor warm geworden, merkte sie jetzt, wie die Wärme der Decken in ihren Körper floss. Dies hatte einen unangenehmen Nebeneffekt. Hatte die Kälte zuvor gekühlt, begann die Gesichtshälfte jetzt zu pochen, wo sie von Thomas getroffen worden war. Sicher hatte sie inzwischen eine andere Farbe angenommen und sah fürchterlich aus.
Doch dann machte sie Ihre Augen zu, um nicht dauernd den Schnee hinein zu bekommen, und verfiel in eine Art Dämmerzustand. Sie schlief nicht, war aber auch nicht wach. Lauschte den Schellen am Wagen die den Rhythmus wiedergaben, wie das Pferd sich bewegte. Dazu kamen noch die Geräusche des Windes und das leise Knirschen der Kufen, die sich über den Schnee schoben.
Dies dauerte etwa eine halbe Stunde, dann waren sie am Zielort angekommen. Angela merkte es instinktiv und öffnete ihre Augen. Vor ihnen lag ein Hof, welcher aus zwei Gebäuden bestand. Eins war das Wohnhaus, das andere wahrscheinlich ein Wirtschaftsgebäude. Im Haupthaus war ein Fenster erleuchtet und wirkte in der Dunkelheit der Nacht, wie ein Ziel für verloren gegangene Seelen. Eine Seele wie ihre, die nicht wusste, wohin sie sich wenden sollte.
Das Haus war mit Reet gedeckt und schien sich in Wind zu ducken. Trotzdem war es größer als ein normales Haus. Der Schnee lag bereits dick auf dem Dach und es machte alles einen verträumten Eindruck.
Der Schlitten hielt vor dem Eingang ein und Heinrich sprang heraus. Dann umrundete er den Schlitten, öffnete ihre Tür und hob sie heraus.
„Ich kann selber laufen!“, sagte Angela, aber er meinte:„ Nicht mit dem Mantel. Das haben wir schon gesehen!“
Dabei grinste er sie an und sein Gesicht zeigte etwas Fröhliches, vielleicht Belustigtes. Auf alle Fälle wirkte es ehrlich. Angela meinte zu wissen, dass jemand der etwas Übles vorhatte, so nicht aussehen konnte. Das beruhigte sie ein wenig, obwohl sie nicht wusste, wohin das alles führen würde. Auf alle Fälle war sie hier draußen allem und jedem ausgeliefert. Aber sie hatte es so gewollt. Sie hätte jetzt bei der Polizei sitzen können, hätte diverse Befragungen über sich ergehen lassen müssen. Dabei hätte man ihr vielleicht einen Kaffee angeboten. Mehr nicht.
Was wäre das Ende vom Lied gewesen.
Sie wusste es nicht. Wahrscheinlich irgendeine karitative Einrichtung. Ein Ort, an dem man Frauen zusammenpferchte, deren Männer handgreiflich geworden waren. Kein Ort der Freude. Was war nun besser. Sie wusste es nicht, hatte nur das Gefühl, dass es ihr hier besser gehen würde. Warum wusste sie nicht, ein Gefühl.
Im Haus angekommen, erwartet sie ein kleiner quadratischer Eingangsbereich, in dem ein paar Haken angebracht waren, um Mäntel aufzuhängen oder Stiefel abzustellen. Ein paar schwere Lederstiefel standen dort und ein großer Pott mit Fett. Das berühmte Fettnäpfchen. So hatte Angela es irgendwo gelesen. Hineintreten wollte sie nicht. Dafür war ihr zu viel angetan worden. Ihr Bedarf war gedeckt.
Dann machte Heinrich die eigentliche Tür zum Wohnhaus auf und sie traten in einen großen Raum ein, dessen eigentlicher Mittelpunkt ein gewaltiger Kamin war, der den großen Teil einer Wand einnahm. Davor standen zwei hochlehnige Sessel mit entsprechenden Fußbänken.
Heinrich ging in Richtung Kamin und blieb neben einem der Stühle stehen. Dann drehte er sich zu Angela um und meinte: „Bitte, setz dich!“

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  • Lesbischer Sex Geschichten

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