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Eine kleine Reise (Teil 2)

Gezielt, aber ohne Eile bewege ich mich auf den Ausgang des Bahnhofes zu. Ich versuche dabei aus dem Augenwinkel die Reaktionen der umstehenden Passanten auf mich einzufangen, während ich mich gleichzeitig konzentriere, einen Fuß sauber vor den anderen zu setzen. Ich merke jedoch schnell, dass die meisten Passanten sich nicht sonderlich für mich zu interessieren scheinen und mir keine große Beachtung entgegen bringen.

Einige schiefe Blicke ernte ich zwar, aber mindestens genauso oft drehen sich auch Leute, die mich von hinten überholen, nach mir um. Bei einigen von ihnen lässt sich dabei an den Gesichtszügen sogar zweifellos erkennen, dass ihnen das Gesehene zu gefallen scheint.

Dieser Art der Aufmerksamkeit war mir neu. Wenn ich als Mann durch die Straßen lief, drehte sich eigentlich niemand nach mir um, zumindest war mir das bisher nie aufgefallen. Aber jetzt schon. Und irgendwie gefällt es mir, wie diese Leute mich ansehen und selbst die skeptischen Blicke der anderen geraten dabei schnell zur Nebensache. Meine Nervosität schwindet spürbar und so wird mein Gang von Meter zu Meter ein wenig unbeschwerter.

Dennoch bin ich ein weiteres mal sehr erleichtert, als ich den Bus auf dem Bahnhofsvorplatz herannahen sehe. Vor mir liegen noch einige Kilometer bis zu meinem entgültigen Ziel.

Mein Ziel… Ohje… Daran hatte ich bei all dem Trubel ja gar nicht mehr gedacht. Unmittelbar schießt mir ein Cocktail aus Nervosität, Aufregung und Erregung durch die Adern, so dass sich meine Beine reflexartig aneinander pressen. Still sitzen ist jetzt nicht mehr möglich. Immer wieder überschlage ich meine Beine und wippe unruhig, mit dem in der Luft hängenden Fuß, auf und ab und reibe dabei meine ineinander verkrallten Hände nervös an meinem Oberschenkel entlang.

Umso näher ich meinem Ziel komme, umso mehr Unruhe steigt in mir auf. Ob das alles eine so gute Idee war? Vielleicht will sie mich ja gar nicht wirklich treffen? Vielleicht ist sie auch gar nicht zuhause und irgendwo auf Achse, was nicht unwahrscheinlich war an einem Freitagabend und immerhin wusste sie ja auch nichts von meiner – zugegeben etwas unüberlegten – Überraschungsaktion. Ihre Adresse hatte ich nur durch lange und intensive Überzeugungsarbeit von einer ihrer Freundinnen aus diesem Online-Portal, bei welchem wir alle angemeldet waren, in Erfahrung bringen können. Vielleicht war das ja nicht einmal die richtige Adresse? Wer weiß, bei wem ich dort plötzlich vor der Tür stehen würde?

Der Bus nähert sich meiner Zielhaltestelle und meine Beine sind inzwischen so stark am zittern, dass ich mich mit beiden Händen an den Haltestangen des Fahrgastraumes festhalten muss, um den Weg bis zur Tür unbeschadet zu überstehen. Durch meinen Kopf schießen nun immer mehr Fragen, Zweifel und Szenarien und als die Tür sich vor mir öffnet, bleibe ich völlig in Gedanken, wie angewurzelt auf der Stelle stehen.

Beim Busfahrer schien mein Treiben nicht unbemerkt geblieben zu sein. Nach einer gefühlten Ewigkeit in Starre schallt es plötzlich laut aus der Lautsprecheranlage: „Was ist jetzt? Raus oder nicht raus?“. Fast wie erschrocken mache ich einen Satz nach vorne auf die Bordsteinkante. In meinem Rücken spüre ich noch die Zugluft des abfahrenden Busses.

Und so stehe ich jetzt hier, nach gut vier Stunden Reisezeit, inmitten einer fremden Stadt, meiner Sache nicht mehr sicher. Wenn ich das denn vorher überhaupt je wirklich gewesen war. Und was nun?
Ich verbleibe erst einmal an der Haltestelle, setze mich auf die Wartebank und starre in die Leere. Nach einer Weile zücke ich mein Smartphone aus der linken Jackentasche und gebe die Internetadresse der Bahngesellschaft ein, um mich nach dem nächsten Zug in Richtung Heimat zu erkundigen. Mein Internettarif ist nicht gerade der schnellste und der Ladevorgang dauert eine ganze Weile. Die Seite ist noch nicht ganz aufgebaut als mir plötzlich eine Idee kommt. Wenn ich doch schon hier bin, könnte ich ja wenigstens mal gucken wo und wie das Mädel so wohnt.

Bei dem Gedanken komme ich mir fast vor wie eine Stalkerin, dennoch gehe ich los. Laut meiner ausgedruckten Wegbeschreibung musste die Wohnung nur wenige Minuten Fußweg von hier entfernt sein.

Kurze Zeit später erreiche ich auch schon die gesuchte Adresse. Vor mir klotzt ein großer Mehrfamilienbunker mit einem gemeinschaftlich genutzten Treppenhaus, dessen Tür, wie ich feststelle, nicht verschlossen ist. Ich gehe hinein und steige langsam die Treppenstufen hinauf bis vor ihre Wohnungstür.

Ich weiß gar nicht mehr so recht, ob ich etwas anderes erwartet hatte, aber auf dem Sc***d an der Klingel steht zu meiner Überraschung nicht der Vorname, unter dem ich sie kannte. Es ist ein männlicher Name und in diesem Augenblick verdreifacht sich meine Anspannung nahezu schlagartig. Was hatte ich naives Mädchen denn erwartet?

Mir wird ganz heiß. Ich muss zurück an die frische Luft, denke ich. Doch gerade als ich mich zurück in Richtung der Treppe begeben möchte, öffnet sich plötzlich hinter mir die Tür…

Fortsetzung folgt.

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  • Dortmund Sex Geschichten

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